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Bonn: Bombenfund bei Bauarbeiten in Endenich: erfolgreiche Entschärfung

Erfolgreiche Entschärfung : 250-Kilogramm-Bombe in Bonn-Endenich löste Großeinsatz aus

Bei Bauarbeiten auf dem Uni-Gelände in Bonn-Endenich ist am Montag eine Bombe gefunden worden. Für die Entschärfung mussten Anwohner evakuiert werden, die Polizei sperrte die A 565 ab. Am Abend wurde die Fliegerbombe dann erfolgreich entschärft.

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Montag für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei, Kampfmittelräumdienst und Stadtverwaltung gesorgt. Knapp 400 Bewohner mehrerer Straßen in Endenich und Dransdorf mussten am frühen Abend aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen.

Entdeckt worden war die 250-Kilo-Bombe bei Kanalbauarbeiten auf dem Campus Endenich der Universität Bonn an der Gerhard-Domagk-Straße. Um 22.04 Uhr konnte Fritz Pütz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Düsseldorfer Bezirksregierung Entwarnung geben. Karsten Windolph vom Stadtordnungsdienst sagte kurz darauf, Pütz habe den Zünder ohne den Einsatz von Sprengstoff herausdrehen können.

Die drei Bauarbeiter, die die Bombe am Nachmittag entdeckt hatten, begegneten der Situation mit einer Mischung aus Respekt und Gelassenheit. „Wir hatten Glück. Hätte die Bombe andersherum gelegen, hätte es schlimm für uns ausgehen können“, erzählte der Baggerfahrer, der im Augenblick der Entdeckung am Steuerknüppel saß.

Er weiß, wovon er spricht: 2014 explodierte bei ähnlichen Baggerarbeiten in Euskirchen eine Weltkriegsbombe. Der Baggerfahrer kam ums Leben, zwei Menschen wurden schwer, elf weitere leicht verletzt. „Das war einer meiner Kollegen. Aber man weiß, worauf man sich da einlässt.“ Das Risiko bestehe immer, weshalb er behutsam auf solchen Baustellen vorgehe. „Eine Bombe zu finden ist Zufall und mir nicht das erste Mal passiert. Plötzlich hast du dann so ein Ei vor’m Löffel.“

Auf dem Campus wird seit diesem Jahr im größeren Umfang gebaut. Auf einer Freifläche vor dem bestehenden Gebäude der Chemischen Institute des Campus Endenich errichtet der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) einen Ersatzneubau. Dadurch entstehen moderne Büro- und Laborflächen. Außerdem sorgt das Gebäude für eine Entlastung des Bestandsgebäudes, wie Uni-Sprecher Andreas Archut erläutert. Die Bombe wurde allerdings nicht dort, sondern etwas weiter nördlich gefunden, wo am Kanal für Regenwasser gearbeitet wird.

Nachdem die Einsatzstelle vom Technischen Hilfswerk ausgeleuchtet wurde, wurde damit begonnen, die Bombe langsam freizulegen. Parallel begannen Mitarbeiter des Ordnungsamtes am frühen Abend damit, die Bewohner der umliegenden Straßen aus ihren Wohnungen zu klingeln. Betroffen waren laut Stadtverwaltung rund 380 Menschen, die in einem Radius von 300 Meter um den Fundort leben – die Straßenabschnitte von Am Propsthof und Auf dem Hügel und angrenzende Straßen wurden gesperrt.

Helfer informierten die Anwohner per Lautsprecherdurchsagen. Für all jene, die nicht spontan zu Verwandten oder Freunden ausweichen konnten, richteten Stadt und Rettungsdienste in der nahegelegenen Kettelerschule eine Anlaufstation ein. Erst als sichergestellt war, dass alle Häuser leer waren, begann das Entschärfen.

Gegen 20 Uhr hatte die Polizei mit Hilfe städtischer Mitarbeiter die Straßenzüge im Umkreis gesperrt. Dass sich die Lage am Fundort der Bombe konkretisierte, ließ sich zugleich aus einer Nachricht der Autobahn GmbH herauslesen, der für den weiteren Verlauf des Abends eine etwa einstündige Sperrung der unmittelbar am Einsatzort verlaufenden Autobahn 565 ankündigte. In etwa so kam es letztlich auch. Die damit verbundenen Einschränkungen hielten sich ob der späten Uhrzeit deutlich nach 21 Uhr allerdings in Grenzen.

Parallel fanden sich auch die ersten Anwohner in der Kettelerschule an der Siemensstraße ein. Dort waren beispielsweise Kirsten Ermeling und Claus Goldberg gestrandet, die derzeit zur Miete in einer der neuen Wohnungen von Westside leben. „Wir haben eben durch die Polizei von der Evakuierung erfahren und sind dann hierher gekommen“, berichtete Ermeling. Die beiden wohnen nur vorübergehend Bonn. Die Flut im Sommer hat die Bad Neuenahrer hart getroffen. Ihr Haus wird noch getrocknet und muss umfassend saniert werden. Deshalb haben sie sich für ein Jahr eine andere Bleibe suchen müssen. Zumindest für einige Stunden fanden sie sich jetzt erneut in einem Provisorium wieder.

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