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Grünpflege in Bonn: Stadt sät Blumenwiese auf dem Nordfriedhof

Grünpflege in Bonn : Stadt sät Blumenwiese auf dem Nordfriedhof

Ein Teil des Nordfriedhofs in Bonn verändert sich: Im Projekt „Lebensstätte Friedhof“ soll sich die Natur mit Mohn, Kornblumen und Wiesensalbei entfalten.

Auf den Bonner Friedhöfen entstehen immer mehr Freiflächen. Grund für diese Entwicklung ist die Veränderung der Bestattungskultur: Der Trend geht vom Erdgrab hin zum Urnengrab. Zudem werden mit Ablauf der Ruhezeit Gräber nicht mehr verlängert. Wie aber nutzt man die freigewordene Fläche? Als Bauland kommt eine Fläche, auf der einst bestattet wurde, nicht infrage. Stattdessen steht der Naturschutz im Fokus.

Auf dem Nordfriedhof entsteht derzeit auf einer am nördlichen Rand des Friedhofs gelegenen, 1500 Quadratmeter großen, ehemaligen Rasenfläche eine Blumenwiese. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün hat am Mittwoch 22 verschiedene Kräuterarten eingesät, unter anderem werden hier Mohn, Kornblume und Wiesensalbei gedeihen. Die Pflanzaktion ist Teil des Projektes „Lebensstätte Friedhof“, ein Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Umwelt und Stadtgrün und der Biologischen Station Bonn. Diese hat eine Bestandsaufnahme der Flora und Fauna flächendeckend auf allen Friedhöfen im Stadtgebiet durchgeführt und dabei untersucht, welche Flächen besonders für Maßnahmen zum Schutz der Natur geeignet sind. Solche Maßnahmen können von der Anlegung einer Blumenwiese über das Anbringen von Nistkästen für Vögel bis hin zu Insektenhotels reichen. Insgesamt konnten auf den Bonner Friedhöfen drei Hektar Rasen ausfindig gemacht werden, die in den kommenden drei Jahren neu gestaltet werden sollen.

Finanziell ermöglicht wird das Projekt „Lebensstätte Friedhof“ dank der Förderung durch den Landschaftsverband Rheinland, der insgesamt 128 000 Euro bereitstellt. „Für uns als Stadt bietet die Bestandsaufnahme der Flora und Fauna eine große Chance“, sagt Jörg Baur vom Amt für Umwelt und Stadtgrün. Bereits im kommenden Frühjahr kann man auf der Nordseite des Nordfriedhofs eine farbenfrohe Blütenpracht erwarten: 2,2 Kilogramm Saatgut wurden am Mittwoch eingesät.

„Wir verwenden ein sehr feines Saatgut, dadurch sind nur sehr geringe Mengen notwendig“, erklärt Landschaftspfleger Gerrit Klosterhuis. Die Pflege der Blumenwiese wird später das Friedhofspersonal übernehmen: „Wir haben fachkundiges Personal. Unsere Mitarbeiter sind hoch motiviert“, sagt Gärtnermeister Rolf Warnecke. In naher Zukunft sollen vor der Blumenwiese auf dem Nordfriedhof noch Informationstafeln aufgestellt werden. Zudem plant die Biologische Station, an der Fläche Führungen anzubieten.