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Bonn: Commerzbank schließt mehrere Filialen in der Region

Sieben von zwölf Niederlassungen : Commerzbank schließt mehrere Filialen in der Region

Die Commerzbank schließt in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen sieben von zwölf Filialen. Mit den Arbeitnehmervertretern hat sich das Institut über die Standortplanung geeinigt.

Die Commerzbank hat die Filialen festgelegt, die geschlossen werden sollen: In der Region trifft es die Niederlassungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bonn-Duisdorf, Bonn-Beuel, Hennef, Rheinbach, Troisdorf und Zülpich. Genaue Termine für die Schließungen gibt es noch nicht. Für die Kunden soll es Informationen geben, sobald der Zeitplan und die Details zur Schließung der einzelnen Filialen feststehen, teilte die Commerzbank mit. Damit bleiben von zwölf Standorten in der Region nur noch fünf übrig: So wird die Commerzbank an den Standorten Bonn-Innenstadt, Bad Godesberg, Euskirchen, Siegburg und Bad Honnef bleiben. Zuletzt hatte die Commerzbank die Filialen in Sankt Augustin und Siegburg zusammengelegt.

Die Commerzbank hat das künftige Filialnetz mit den Arbeitnehmervertretern besprochen und eine Einigung über die Standortplanung erzielt. Damit stehen die rund 450 Standorte von derzeit 790 fest, an denen die Bank festhält. „Uns geht es um ein zukunftsfähiges Filialnetz und ein komplett neues, an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiertes Geschäftsmodell“, erläutert Stephan Plein, Niederlassungsleiter Privat- und Unternehmerkunden für die Region Bonn. Die Filiale verliere für tägliche Bankgeschäfte bei Kunden immer mehr an Bedeutung, das Smartphone werde zum wichtigsten Kontaktkanal. Daher soll die Betreuung über Beratungscenter ausgebaut werden. Es ist geplant, bereits ab Oktober mit der Schließung der ersten rund 240 Filialen zu starten, die restlichen folgen 2022.

Keine Kündigungen geplant

Den Mitarbeitern der Filialen, die geschlossen werden, sollen Stellen in anderen Filialen oder Beratungscentern angeboten werden, sagte Unternehmenssprecher Dirk Kärgel. Außerdem gebe es auch ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen oder Altersteilzeit. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.

Bis Ende 2024 will die Commerzbank die Zahl der Vollzeitstellen konzernweit von etwa 39.500 auf 32.000 kappen. „Wir wollen beim Stellenabbau zügig vorankommen“, bekräftigte Commerzbank-Chef Manfred Knof auf der Hauptversammlung im Mai. Die Commerzbank will den Stellenabbau vor allem über Altersregelungen wie Altersteilzeit oder Vorruhestand umsetzen. Ziel des Managements ist, bis Ende 2024 die Kosten auf 5,3 Milliarden Euro zu drücken, was rund 20 Prozent weniger wären als 2020. An der Commerzbank ist der Bund seit der Finanzkrise 2008/2009 beteiligt.

Beratung per Telefon

„Wir bieten genau das, was unsere Kunden wollen: Tägliche Bankgeschäfte mobil und online, persönliche Beratung nach Bedarf“, sagt Niederlassungsleiter Plein. Parallel zu den Filialschließungen starte der Ausbau der persönlichen Beratung über Telefon, Video, Chat und E-Mail. Im ersten Schritt sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kunden aus zentralen Standorten telefonisch beraten. Ab Ende 2022 sollen Kunden hier eine umfassende persönliche Beratung erhalten: Per Telefon, Video, Chat und E-Mail sollen sie ihre Bankgeschäfte erledigen und sich beraten lassen, auch zur Wertpapieranlage und Immobilienfinanzierung.

„Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass Beratung „remote“ – also ohne Filiale – gut funktioniert und für den Kunden schnell, einfach und bequem ist. Unsere Strategie bleibt digital und persönlich, denn das persönliche Gespräch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kundenbetreuung“, so Plein. Er hatte im März berichtet, dass das Institut 2020 in der Region Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen bei der Kundenzahl zugelegt hat. Insgesamt habe die Bank netto 2688 neue Kunden gewonnen. Fast 120 000 Kunden hat die Commerzbank in der Region. Jeder dritte Neukunde sei 2020 online zur Commerzbank gekommen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Region blieb 2020 mit 178 im Jahresvergleich stabil.

Während Vorgänger Martin Zielke lange Jahre versucht hatte, neue Kunden auch mit Prämien anzulocken, hatte Knof direkt zu Amtsantritt den Blickwinkel auf das Sparen gelegt. Die Commerzbank verzeichnete für 2020 ein Minus von 2,9 Milliarden Euro.