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Gut bei Stimme: Sänger Marc Stich begeistert bei „Musiksommer“ in Remagen

Gut bei Stimme : Sänger Marc Stich begeistert bei „Musiksommer“ in Remagen

Im Rahmen des „Musiksommers“ trat Marc Stich auf. Er brachte mächtig Stimmung an die Remagener Kulturwerkstatt.

Als Rolf Plewa zum „Musiksommer“ auf der Freilichtbühne im „Historischen Dreieck“ Marc Stich präsentierte, setzte er „99,9 Prozent Verständnis“ bei den rund 60 registrierten Gästen voraus, „die Maske anzuziehen, sobald sie aufstehen“.

Alles ein bisschen anders als sonst. Das kennt man schon. Organisiert im August gewöhnlich der Verein „Lebendiger Marktplatz“ Konzerte am Namen gebenden Ort, so übernimmt in Absprache mit dem Verein diesmal die „Kulturwerkstatt“ den August.

Auch für den Sänger und Gitarristen Marc Stich lief es ungewohnt ab. Seit 20 Jahren macht der heute 39-Jährige Musik. Seit zehn Jahren tritt er mit Gernot Montkowsky auf. Da der Musikkollege aber in Urlaub ist, musste Stich solo alles geben, was ihm vom Start weg gelang.

Eine halbe Stunde später, als auf dem Plakat angekündigt und eine halbe Stunde früher als anderweitig mitgeteilt, ging es los. Niemanden unter den Zuhörern, die von ihren Sitzplätzen eine freie Sicht auf die Bühne hatten, störte es, zumal sie bald von Rock, Pop und Schlager, einer bunten Mischung der 60er-, 70er-, 80er Jahre, gefangen genommen wurden.

Erstaunliche Klangfarben und eine große Palette

Die gesamte Palette reichte viel weiter. Das zeigte schon „Wake me up“, der Sommerhit 2013 von Avicii, mit dem Stich einstieg, um gleich „Come Together“ der Beatles und „Hit the Road, Jack“ folgen zu lassen. Mit seiner Musical erprobten Stimme – Stich hatte als Kreismusikschüler die Hauptrolle im Musical „Träume“ inne – bot er erstaunliche Klangfarben. Er kam kräftig rüber, melodiös, röhrte, klang rauchig oder zart, ruppig oder soulig, entließ Schmelz oder Schmiss der Kehle, so dass Freunde der härteren Gangart wie Romantiker auf ihre Kosten kamen.

„Stellt euch ‘ne irische Kneipe vor“ stimmte Stich, der auch auf der Gitarre überzeugte, das Publikum auf „Drunken Sailor“ ein. Das Seemannslied sollte nicht der einzige irische Song bleiben, „Whiskey in the Jar“ und mehr kamen dazu. „Et jitt kei Wort“ von Cat Ballou mischte kölsche Tön bei. Gegen die dunklen Wolken sang der Interpret mit dem CCR-Klassiker „Who‘ll Stop The Rain“ an. Es half nichts. Auch wenn Marcel Möcking, Leiter der Tourist-Info, schwungvoll meinte, „ein bisschen Sommerregen macht uns nur schöner“, musste das Konzert kurz pausieren.

Derweil konzentrierten sich die Besucher unter Sonnen- die zu Regenschirmen wurden und zwei Zelten auf ihre Getränke, Flammkuchen und Gespräche. Als Marc Stich erneut die Gitarre in die Hand nahm und den Mund auftat, genossen die Musikfreunde noch lange sein Spiel mitsamt einem kühlenden Hauch, der nun über die Wiese strich.