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So läuft der Wiederaufbau bei den Meckenheimer Schützen

Drei Monate nach der Flut : So läuft der Wiederaufbau bei den Meckenheimer Schützen

Viel Arbeit haben die Meckenheimer Schützen nach der Hochwasser-Katastrophe bereits in die Sanierung ihrer Halle gesteckt. Nun heißt es aber warten, bis es weitergehen kann. Ein Besuch vor Ort:

Wo sonst getanzt und gefeiert wird, liegen derzeit die massiven Metallteile der Gasheizung sowie Berge von Bauschutt. Die Rede ist von der Halle der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Meckenheim. Durch das Hochwasser Mitte Juli ist sie praktisch unbrauchbar geworden, inklusive der Schießstände und besagter Heizung im Keller. Laut Gutachter betrage der Schaden rund 500.000 Euro, sagt Schießmeister und Geschäftsführer Michael Hilbig.

Doch die auseinander geschraubte Heizung im Schützensaal symbolisiert auch Aufbruch und Hoffnung. Was Hilbig, Präsident Matthias Klemmer und ihre Schützenbrüder in wochenlanger Arbeit zur Vorbereitung der Sanierung selbst leisten konnten, haben sie getan: etwa containerweise Putz abgestemmt und entsorgt, ebenso wie zerstörtes Inventar wie den Schießstand.

Spenden sichern das Durchhalten

Jetzt steht der Vorstand in den Startlöchern, um die staatlichen Fluthilfen zu beantragen. Dass die Schützen bislang durchhalten und etwa Bauschuttcontainer überhaupt bestellen können, liegt laut Klemmer unter anderem an Spenden: Kürzlich übergab etwa Irene Krüger vom Heimatverein 1000 Euro aus großer Verbundenheit zu den Schützen.

Wie berichtet, hat das Juli-Hochwasser auch historische Schützen- und Sportschützenvereine im Linkrheinischen schwer getroffen. Völlig verwüstet wurde die Anlage der Sportschützen Odendorf 1897, ebenso wie die Schützenhalle der St. Sebastianus und St. Hubertus Schützenbruderschaft 1313 in Rheinbach.

Und auch an der Meckenheimer Schützenstraße geht seit Mitte Juli nichts mehr: kein Training, keine Wettkämpfe und insbesondere keine Veranstaltungen. Die Mieteinnahmen fehlten in der Vereinskasse schmerzlich, sagt Hilbig. Weh tut der Ausfall der Schützenhalle aber auch anderen Meckenheimer Vereinen – etwa der Prinzengarde, für die während der Session die Schützenhalle so etwas wie der Gürzenich ist.

Die Hausaufgaben gemacht

Bis das wieder der Fall sein wird, mahnt Geschäftsführer Hilbig zur Geduld. Seine Prognose: das Jahr 2023. Zunächst gilt es zu warten, bis die Sanierung starten kann. Das klappt aber nur, wenn die öffentlichen Fördermittel für den Wiederaufbau fließen. Denn auch die Schützen besaßen keine Elementarschadenversicherung. „Wir haben unsere Hausaufgaben soweit gemacht“, sagt Klemmer. So wurde nicht nur die Halle in ungezählten Arbeitsstunden in weiten Teilen von den Schützen selbst entkernt, auch ein Gutachten und Kostenvoranschläge liegen vor. Zudem konnten Meckenheimer Handwerker für die Sanierung gewonnen werden.

 Michael Hilbig steht im 8rüheren Schießstand.
Michael Hilbig steht im 8rüheren Schießstand. Foto: Axel Vogel

Laut Klemmer besteht aber noch ein Problem: In der vom Land NRW erlassenen Förderrichtlinie für den Wiederaufbau seien bislang nur die Förderanträge für Privatleute freigeschaltet worden, antragsberechtigt seien aber auch Kommunen und Vereine. Die Schützen haben diesbezüglich über den CDU-Landtagsabgeordneten Oliver Krauß auch schon Verbindung zu den Ministerien aufnehmen lassen.

Hochwasserschutz geplant

Krauß bestätigt das auf Nachfrage und erinnert daran, dass auch für Vereine die Regelung gelte, dass sie bis zu 80 Prozent ihrer Schäden ersetzt bekommen. „Ich bin darüber hinaus auch im Gespräch mit der Stadt Meckenheim“, so Krauß weiter.

Was auf jeden Fall kommen soll: ein Hochwasserschutz entlang der Swist auf der Wiese vor dem Schützenhaus, die dem Verein gehört: „Es ist von der Stadt geplant, hier einen Schutzwall zu bauen“, erklärt Klemmer. Man habe noch in diesem Monat einen Termin bei der Verwaltung, um das zu besprechen.