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24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Widrige Witterungsbedingungen zwingen zu 14-stündiger Unterbrechung : Regen und Nebel können Manthey-Team auf dem Nürburgring nicht stoppen

Passend zum 25-jährigen Firmenjubiläum feierte das Manthey-Team seinen siebten Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Matteo Cairoli, Michael Christensen und Kevin Estre platzierten „Grello“, den gelb-grün leuchtenden Porsche 911 GT3, vor einem Rowe-BMW, der von Connor De Phillippi, Martin Tomczyk, Sheldon van der Linde und Marco Wittmann pilotiert wurde. Platz drei ging an einen Mercedes-AMG GT3 des Getspeed-Teams, an dessen Volant sich Maximilian Götz, Daniel Juncadella und Raffaele Mariello abwechselten.

Regenfälle und hartnäckige Nebelschwaden führten zu einer 14-stündigen Unterbrechung des Rennens. Die Siegermannschaft schaffte lediglich 59 Runden oder 1497,3 Kilometer. Dies war die kürzeste Distanz, die in dem seit 1970 ausgetragenen Klassiker vom Gewinnerteam zurückgelegt wurde. Damit wurde die „Rekordmarke“ aus dem Jahre 1992 unterboten. Der damalige Sieger absolvierte immerhin 76 Runden.  Die längste Distanz wurde 2014 gefahren: Die damaligen Erstplatzierten legten 159 Runden oder 4035,1 Kilometer zurück.

Die diesjährigen Vorbereitungsrennen – zwei NLS-Läufe und die 24-Stunden-Qualifikation hatten Manthey und Frikadelli gewonnen; so galten die Porsche-Fahrzeuge als Favoriten. Bei wechselnden Wetterbedingungen in den einzelnen Qualifyings hatten jedoch andere die Nase vorn. Die Pole Position sicherte sich Nick Yelloly auf einem weiteren Rowe-BMW.  Manthey-Startfahrer Kevin Estre musste das Rennen von der elften Position aufnehmen. Ähnlich schlecht war das Training für die Frikadelli-Porsche gelaufen. Sie belegten in der Startaufstellung lediglich die Plätze zwölf und 17.

Nicky Catsburg, Startfahrer des trainingsschnellsten Rowe-BMW, konnte sich nicht lange über seine Führung freuen. Noch in der ersten Runde wurde er von Luca Stolz überholt, der den vom dritten Startplatz ins Rennen gegangene HRT-Mercedes pilotierte. Estre im Manthey-Porsche kämpfte ebenfalls nach kürzester Zeit um die Spitze und übernahm nach einer guten halben Stunde tatsächlich die Führung.

Zu dieser Zeit war das Wochenende für den Bornheimer Luca Ludwig schon gelaufen. Sein Teamkollege Jonathan Hirschi rollte mit dem Octane-126-Ferrari nach vier Runden an die Boxen. „Wir hatten ein Problem mit der Lenkung. Das konnten wir kurzfristig nicht reparieren“, erklärte Ludwig. Ohne im Rennen zum Einsatz gekommen zu sein, trat er die Heimreise an.

Auch die Frikadelli-Porsche sollten die Zielflagge nicht sehen. Beide Fahrzeuge fielen durch Unfälle aus. Fabian Schiller, der auf beiden Getspeed-Mercedes gemeldet war, ließ schon zu Beginn des Rennens Federn. In der Anfangsphase pilotierte er den Mercedes mit der Startnummer 8. Nach einer Feindberührung kokelte ein Seitenschweller. Schiller hielt kurz an und stieg aus, um den Schaden zu inspizieren. Dabei verlor er eine Menge Zeit und seine Siegchancen.

Als das Rennen nach der Unterbrechung neu gestartet wurde, drehte Maro Engel, der mittlerweile den führenden HRT-Mercedes übernommen hatte, noch einmal auf. In einer Restnebelschwade übersah er jedoch einen Opel Manta und fuhr auf. Damit war für ihn im wahrsten Sinne des Wortes Ende im Gelände. Der von der Pole Position gestartete Rowe-BMW wurde in der Folge durch einen langen Boxenstopp und Elektronikprobleme aus dem Rennen geworfen.

Ebenfalls ein Opfer der langen Rennunterbrechung war der Trois­dorfer Fabian Schiller. Er war auf beiden Getspeed-Mercedes gemeldet und wäre Dritter geworden. „Es war geplant, dass er den Mercedes mit der Nummer 7 am  Sonntag fährt. Da nach dem Re-Start nur noch dreieinhalb Stunden Fahrzeit blieben, konnten wir ihn leider nicht mehr unterbringen. Wir mussten ihn daher abmelden. Andernfalls wäre das Auto aus der Wertung genommen worden“, bedauerte Teamchef Adam Osieka.