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FIBB-Bibliothek der Vielfalt: 1600 Kinderbücher in 44 Sprachen

FIBB-Bibliothek der Vielfalt : 1600 Kinderbücher in 44 Sprachen

Grace ist dunkelhäutig, und sie ist ein Mädchen. Schlechte Voraussetzungen, um in der Schule die Rolle des Peter Pan zu bekommen. Wie das doch klappen könnte, wird in dem Buch "Erstaunliche Grace" erzählt. Das Buch ist einer von inzwischen fast 1600 Kinderbuch-Titeln in 44 Sprachen, die die Fachstelle für interkulturelle Bildung und Beratung (FiBB) im Programm hat.

Vor vier Jahren gegründet, geht es dem Verein unter anderem um die "Anwendung und Verbreitung vorurteilsbewusster Arbeit in Bildung und Erziehung und im gesellschaftlichen Alltag". Im Mittelpunkt steht die Kinderbibliothek der Vielfalt, die Marlies Wehner und Mona Kheir El Din vom FiBB-Vorstand am Freitag in den Räumlichkeiten des Vereins Al-Hilal in der Paul-Kemp-Straße präsentierten. FiBB ist dort als Untermieter untergebracht, da man sich bislang eigene Räumlichkeiten nicht leisten könne, wie Marlies Wehner berichtete.

"Der Kinderbuchmarkt ist riesengroß", schilderte Wehner, "aber nicht alle Bücher sind geeignet für Themen wie zum Beispiel Integration oder Inklusion." So berichtete sie von einer Bonner Kindergärtnerin, die ein Problem mit einem Kinderbuch hatte, das ein Mädchen im Rollstuhl abbildete. "Ich war völlig fassungslos über eine solche Reaktion", schilderte sie ihre Gefühlslage. "Bücher müssen gesellschaftliche Normalität abbilden", so Wehner. Leider sei im Segment der Kinderbücher die klassische Kleinfamilie die Realität. Patchworkfamilien kämen da beispielsweise gar nicht vor. Oder auch das Thema Erwerbslosigkeit: "Das wird in Kinderbüchern so gut wie gar nicht thematisiert", so Wehner. Eine Hauptaufgabe des Vereins ist deshalb die Suche nach Titeln wie "Mein Papa hat was verloren". "Und das ist mit sehr, sehr viel Arbeit verbunden", ergänzte Mona Kheir El Din.

Der Bestand der Hausbibliothek ist nach vorurteilsbewussten Kriterien zusammengestellt und umfasst Bücher zu den unterschiedlichsten Facetten von Vielfalt wie beispielsweise Sprache, Religion, Hautfarbe, Alter, Gesundheit, Krankheit, Behinderung oder Armut, die für die pädagogische Arbeit mit Kindern geeignet sind. Übrigens werden auch Bücher, die man wichtig findet, vom Verein übersetzt. Denn: "Gute Bücher muss es in vielen Sprachen geben", meint Wehner. Als Beispiel diente das Buch "Welcome to the world baby", das in 23 Sprachen übersetzt wurde. wem

Weitere Infos zur Fachstelle für interkulturelle Bildung und Beratung, Paul-Kemp-Straße 36, im Internet unter www.fibb-ev.de und nach Email an info@fibb-ev.de