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Bad Godesberg: Bonner Stadtdechant Picken gibt halbe Pfarrverweser-Stelle ab

Bad Godesberg : Bonner Stadtdechant Picken gibt halbe Pfarrverweser-Stelle ab

Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken gibt die Hälfte seiner Pfarrverweser-Stelle in Bad Godesberg ab. Wolfgang Biedaßek entlastet ihn in Pastorale und Seelsorge. Zum 1. März könnte die Stelle vom Erzbistum neu besetzt werden.

Das Personalkarussell im katholischen Seelsorgebereich Bad Godesberg dreht sich wieder. Allerdings weiterhin nur interimsmäßig und mit bekannten Figuren. Wie Stadtdechant Wolfgang Picken mitteilte, gibt er zum 1. Oktober die Hälfte seiner Pfarrverweser-Stelle in Bad Godesberg ab. Die Leitung des Seelsorgeteams übernimmt demnach Pfarrer Wolfgang Biedaßek (Jahrgang 1966), derzeit bereits als Pfarrvikar im Stadtbezirk tätig.

Laut Picken soll Biedaßek im Pfarrgemeinderat präsent sein und die seelsorgerischen Anliegen verantwortlich koordinieren. „Die Verwaltung im Seelsorgebereich wird weiterhin in den Händen des Bonner Stadtdechanten liegen, und zwar bis ein neuer Pfarrer eingeführt wird“, teilte das Stadtdekanat mit. Auf Nachfrage ließ Picken durchblicken, dass er mit einer Neuberufung zum 1. März 2021 rechnet. „Der Bischof ist bereits in Gesprächen“, sagte Picken.

Picken war fast 15 Jahre lang Pfarrer in Godesberg

Fast 15 Jahre lang war der 53-Jährige erst Pfarrer im Rheinviertel, dann leitender Pfarrer von Rhein-, Süd- und Burgviertel gewesen, bevor ihn das Kölner Erzbistum im März 2019 zum Bonner Stadtdechanten berief. Von da an hatte Biedaßek als Pfarrverweser ausgeholfen. Aber auch das nur als Übergangslösung. So sendete das Erzbistum im vergangenen September Pfarrer Edward Balagon.

Ein halbes Jahr lang schien es, als habe nun die Post-Picken-Ära begonnen. Dann jedoch verkündete der heute 37-jährige Balagon in einem Schreiben an die Gemeinden seine selbstgewählte Entpflichtung: „Von Woche zu Woche sind meine Zweifel immer mehr geworden, ob die Funktion des leitenden Pfarrers das Richtige für mich ist.“ Am Ende spielte die Gesundheit nicht mehr mit. Mittlerweile habe sich Balagon erholt und sei seit 1. September als Pfarrvikar in der Pfarrei Hl. Johannes XXIII. in Köln eingesetzt, heißt es.

Mit 26 000 Katholiken der größte Seelsorgebereich des Erzbistums

In Godesberg überlegte man hin und her, kam zunächst auf die Idee, Biedaßek zu verpflichten. Dagegen sprach schließlich, dass er selbst, wie berichtet, gerne seelsorgerisch im Südviertel bleiben wollte. Als weiteren Grund hatte der Stadtdechant damals angegeben, dass „in den vergangenen Wochen zahlreiche Leitungsfunktionen nicht wahrgenommen“ wurden. Soll heißen, dass der Pfarrverweser einiges wieder in die richtige Bahn lenken musste.

Am Ende kehrte Wolfgang Picken zurück – als Pfarrverweser für rund 26 000 Katholiken, zusätzlich zu seinem Hauptjob als Stadtdechant. Bad Godesberg ist der größte Seelsorgebereich im Erzbistum. Hat sich Picken damit zu viel zugemutet? Diese Nachfrage beantwortete er am Wochenende indirekt. Das Pastorale parallel zu seinen vielfältigen anderen Aufgaben sei so nicht leistbar. Deshalb sei es besser, das in die Hände der Leute vor Ort zu legen. Als die Nachricht am Sonntagmorgen in den Gemeinden verlesen wurde, soll sie nach GA-Informationen auch eher neutral zur Kenntnis genommen worden sein.

Stadtdechant bat beim Erzbistum um Unterstützung

Picken wandte sich in seiner gedruckten Stellungnahme explizit an „den neuen Alten“: „Ich bin Pfarrer Biedaßek sehr dankbar, dass er mich in der Leitung der pastoralen und seelsorgerischen Verantwortung in Bad Godesberg entlastet.“ Um diese Unterstützung hatte der Bonner Stadtdechant beim Kölner Erzbistum für Herbst und Winter gebeten. Denn danach soll eine endgültige Entscheidung her.

„In der abgesprochenen Teilung der Verantwortung für den Seelsorgebereich Bad Godesberg wird vor Ort die Zeit bis zur Einführung eines neuen Pfarrers sicherlich gut überbrückt und gestaltet werden können“, teilte Pfarrer Mike Kolb, der Personalchef des Erzbistums, in einem Schreiben mit.