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Vergängliche Kunst: Graffiti in der Rheinaue erinnert an Rassismus-Debatte in den USA

Vergängliche Kunst : Graffiti in der Rheinaue erinnert an Rassismus-Debatte in den USA

Auf die legale Graffitiwand an der Halfpipe in der Bonner Rheinaue hatte Künstler Eugen Schramm einen Polizisten in Handschellen gesprüht. Damit will er an die aktuellen Vorgänge in den USA erinnern.

Immerhin vier Tage lang hat die politische Botschaft von Eugen Schramm Bestand gehabt. Auf die legale Graffitiwand an der Halfpipe in der Rheinaue hatte der Künstler am Montag einen Polizisten in Handschellen gesprüht, „Justice“ (Gerechtigkeit) stand später zwischen den Händen zu lesen.

In der Nacht zu Freitag dann kamen andere Sprayer und die Reminiszenz an die Vorgänge in Amerika gehörte der Vergangenheit an. „Normaler­weise ist die Wand direkt am nächsten Tag übermalt“, sagte der 41-jährige Beueler dennoch auf Anfrage zufrieden.

Beim Motiv selbst sei es ihm nicht mehr um die eigentliche Tat beziehungsweise den Tod des Afroamerikaners George Floyd gegangen: „Das Bild zeigt den verantwortlichen Polizisten Derek Chauvin, denn ich habe Angst, dass etwas vertuscht wird und er freikommt.“ Er wolle damit nicht alle Polizisten unter Generalverdacht stellen. „Deshalb trägt meiner auch die Uniform des Bundesstaats Minnesota“, so Schramm. Bei der achtstündigen Aktion hatte Eckhardt Muth den Künstler fotografiert. „Das trifft die aktuellen Nachrichten aus den USA auf den Punkt“, schrieb der Plittersdorfer dem GA.