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Naturschutz im heimischen Garten: Künstler aus Niederholtorf verschenkt Nistkästen

Naturschutz im heimischen Garten : Künstler aus Niederholtorf verschenkt Nistkästen

Naturschutz fängt für den Künstler Christof Kozak vor der eigenen Haustür an. Deshalb verschenkt er selbstgebaute Kästen, in denen Tiere nisten können, und reinigt sie kostenlos.

„Mir gehört kein Fleckchen Erde auf diesem Planeten“, sagt Christof Kozak (49), „aber das hält mich nicht davon ab, der Natur um mich herum etwas Gutes zu tun.“ Kozak weiß zwar, dass es Menschen gibt, die sich an der Wildnis in seinem Garten stören, aber er weiß auch, dass die knapp 500 Quadratmeter hinter seinem Haus in Niederholtorf ein Refugium für Flora und Fauna geworden sind.

Christof Kozak baut verschiedene Formen von Nisthilfen

Damit nicht nur sein gemietetes „Fleckchen Erde“ einen Rückzugs- und Brutort für Vögel und Insekten darstellt, hat er angefangen, verschiedene Formen von Nisthilfen zu bauen und kostenlos im Ort zu verteilen. Gärtnerin Bärbel Fischer (80) ist bei der Pflege der ihr anvertrauten Gräber auf dem Niederholtorfer Friedhof auf den schlaksigen Mann aufmerksam geworden, der sich regelmäßig um die von ihm aufgestellten Vogeltränken und Nistkästen auf dem Friedhof kümmert. Ein solcher Nistkasten in Fischers Garten fiel Dagmar Frings-Runo auf, die sich an den GA wandte, um auf das selbstlose Tun von Kozak aufmerksam zu machen. Denn so, wie er sich um den Nistkasten in Fischers Garten sowie inzwischen bei zwei weiteren bei Frings-Runo kümmert, tut er es auch seit drei Jahren bei den rund 80 Nisthilfen, die er über Holtorf schon kostenlos verteilt hat.

Vor zwölf Jahren zog Kozak aus der Bonner Innenstadt heraus

Vor zwölf Jahren zog Kozak aus der Bonner Innenstadt „aufs Land“, wie er sagt. „Jede Beschäftigung mit der Natur läuft darauf hinaus“, sagt der Maler und Bildhauer, „dass man gleich auch mitbekommt, an welchen Stellen sie kaputtgeht.“ Für ihn sei es naheliegend gewesen, mit seinen Mitteln selbst etwas zu tun. Er war 16 Jahre alt, als er mit seiner Familie aus Niederschlesien nach Deutschland kam. „Vielleicht war es mein Vater, der mir schon früh die Sorge um die Natur vermittelt hat“, überlegt Kozak und erinnert sich daran, welchen Ärger er bekam, als er als Kleinkind einen Nagel in einen Baum geschlagen hatte. Sein Vater war es auch, der ihn und seinen Bruder nachts weckte, um mit ihnen einen Igel zu beobachten. Heute vermittelt Kozak den Eindruck, dass ihn die Sorge um die Natur antreibt, auch andere Menschen dafür zu gewinnen, kleine Schritte zu gehen: „Naturschutz wollen wir alle“, sagt er, aber die wenigsten fänden für sich einen Weg, selber aktiv zu werden.

Kozak sucht Mitstreiter für sein Projekt

„Vielleicht ist es so“, mutmaßt er, „dass jemand, der liest, dass es in Niederholtorf so einen Vogel gibt, der weder Unterstützung von Nabu oder Stadt bekommt“, sondern einfach aus sich heraus Nistkästen aus Paletten, aus alten Fensterbänken, Holzbalken, Zinkabdeckungen und Dachpappen baut und verteilt, als Ideengeber oder Vorbild dienen könnte. „Vielleicht bekommt auch jemand Lust darauf, mitzumachen“, sagt er. Im Mitmachen sieht Kozak viele Chancen. Er freut sich bereits über jeden, der von ihm einen Nistkasten im eigenen Garten aufgehängt haben möchte. Er träumt davon, dass daraus ein Netzwerk von Naturliebhabern entstehen könnte, die sich dann vielleicht auch um Wildkräuter- und Blumenaussaat kümmerten, die heimische Hecken und Sträucher pflanzten oder Patenschaften für städtische Grünanlagen übernehmen.

Kozak möchte nicht nur in Holtorf tätig sein

Kozak möchte seine Aktivitäten nicht nur auf Holtorf beschränken. Er wünscht sich, dass durch sein konkretes Handeln die Menschen weit darüber hinaus inspiriert werden, selber etwas zu tun. „Wenn 83 Millionen vor ihrer eignen Haustüre kehren“, sagt Kozak lachend, „dann haben wir bald ein sauberes Deutschland.“

Wer einen kostenlosen Nistkasten aufgehängt haben oder In Kontakt mit Christof Kozak kommen möchte, erreicht ihn telefonisch unter ☎ 01 63/3 67 87 70 oder kozak.christof@gmail.com.