Brennpunkt Endenicher Allee Anwohner malen eigene Zebrastreifen auf die Fahrbahn

Endenich · Anwohner wünschen sich mehr Sicherheit für Schulkinder und Fußgänger in der Endenicher Allee. Sie werden aktiv und malen Balken auf die Straße, weil sie sich Sorgen um die Jüngsten machen, die dort hinüber müssen. Die Stadt erklärt, dass Zebrastreifen dort gar nicht sein müssen.

 Anwohner haben auf die Endenicher Allee einen Zebrastreifen gemalt.

Anwohner haben auf die Endenicher Allee einen Zebrastreifen gemalt.

Foto: Privat

Baulärm, Staub und Dreck vor der Haustür sowie jede Menge genervter Autofahrer, die sich nicht um das temporäre Durchfahrtsverbot scheren: Die Anwohner der Endenicher Allee haben in der Vergangenheit viel Geduld aufbringen müssen. Über Monate hinweg zog sich die dringend notwendige Sanierung der Kanäle aus den Jahren 1917 und 1929. Als unter der Erde alles erledigt war, ging es oberhalb mit Straßenbauarbeiten weiter.

Mit der Neugestaltung des Bereichs zwischen der Autobahnbrücke bis zur Alfred-Bucherer-Straße mussten sich einige Anlieger jedoch erst noch anfreunden. Mal ging es darum, dass zu wenig Platz für Radfahrer war, mal stieß die Gestaltung der neuen Beete, für die Parkplätze weggefallen waren, auf Kritik (der GA berichtete). Jetzt fürchten Anwohner der umliegenden Straßen um die Sicherheit ihrer Kinder.

Zebrastreifen in Höhe der Alfred-Bucherer-Straße

„Seit der Sanierung der Endenicher Allee gibt es dort leider keinen Zebrastreifen mehr“, beklagt sich beispielsweise eine junge Mutter, deren Tochter nach den Sommerferien in die Schule kommt. „Dies ist sehr schade, da mehr und mehr Schulkinder die Straße überqueren müssen, um zu den nahe gelegenen Matthias-Claudius- sowie zur Michaelschule zu kommen.“

„Wurde die Maßnahme schlichtweg vergessen, oder fiel eine entsprechende Markierung dem Sparzwang zum Opfer?“, fragt sich hingegen ein anderer Nachbar, der nicht namentlich genannt werden möchte. Er entdeckte bei einem Spaziergang, dass nun offenbar besorgte Anlieger aktiv geworden sind und einen provisorischen Zebrastreifen in Höhe der Alfred-Bucherer-Straße auf die Fahrbahn gezeichnet haben. Mit „großer Freude“ habe er das „lobenswerte Engagement“ einiger Bürger betrachtet“, sagt er und ergänzt: „Endlich wird hier dokumentiert, dass zur Sicherheit der Fußgänger und anderer Nutzer der Gehwege die Kennzeichnung des Überganges offenbar ‚vergessen‘ wurde.“

„Fußgängerüberwege in Tempo-30-Zonen nicht erforderlich“

Dem widerspricht jedoch die Stadt. „Die Verwaltung beabsichtigt die Wiederherstellung des Fußgängerüberweges an der Endenicher Allee/Ecke Alfred-Bucherer-Straße, da sie dort einen besonderen Bedarf für eine sichere Querung sieht“, antwortet Lea Hoffmann vom Presseamt auf GA-Anfrage und erklärt: „Die Anlage eines Fußgängerüberwegs richtet sich nach den Regelungen der Straßenverkehrsordnung in Verbindung mit den Richtlinien über die Einrichtung von Fußgängerüberwegen.“ Demnach seien Fußgängerüberwege in Tempo-30-Zonen eigentlich nicht erforderlich.“

Der genannte Bereich liege in solch einer Zone. „An den beiden ungesicherten Querungsstellen – Alfred-Bucherer-Straße und Theodor-Brinkmann-Straße – hat das Tiefbauamt vorsorglich Leerrohre eingebaut, um nachträglich mögliche Beleuchtungen für Fußgängerüberwege nachrüsten zu können, ohne die Fahrbahn erneut öffnen zu müssen.“ Mit dieser Antwort ist die junge Mutter jedoch nicht zufrieden. „Trotzdem würde ich mir wünschen, dass auch in Tempo-30-Zonen in gefährlichen Bereichen zusätzlich Zebrasteifen vorhanden sind. Lieber zu viel Schutz als zu wenig.“

Mittlerweile hat sich die Stadt die provisorische Markierung angeschaut. Zur Frage, ob und wie solche Eingriffe geahndet werden, kann das Presseamt derzeit noch keine Auskunft geben.„Um jemanden zu bestrafen, muss man erst einmal wissen, wer aktiv geworden ist“, schmunzelt der Anwohner. „Wichtig ist jetzt erstmal, dass man so Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisiert, dass in diesem Streckenbereich viele Fußgänger und vor allem viele Schüler unterwegs sind“, meint er.