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Jeck trotz Corona: Kinder malen ihren Traum vom Karneval

Jeck trotz Corona : Kinder malen ihren Traum vom Karneval

Eine Jury hat die lustigsten und buntesten Bilder eines Malwettbewerbs für das wegen Corona abgesagte Hardtberger Kinderkostümfest ausgewählt. Die Werke der kleinen Sieger kann man nun in Geschäften im Duisdorfer Zentrum bewundern.

Fastelovend findet in diesem Jahr nur in den Wunschträumen der Jecken statt. Nun waren 30 karnevalsbegeisterte Kinder überwiegend aus dem Bezirk Hardtberg dem Aufruf gefolgt, ihre Karnevals-Träume zu Papier zu bringen. Den Aufruf hatten die Veranstalter des Hardtberger Kinderkostümfestes gestartet, das ja eigentlich im Januar stattfinden sollte, aber wie so vieles den Corona-Schutzmaßnahmen zum Opfer fiel. Herausgekommen ist eine Bildersammlung, die genauso bunt ist, wie man die Karnevalsveranstaltung für Kinder in der Schmitthalle in Erinnerung hat. Die Zwangs-Abstinenz macht offensichtlich kreativ.

Anhand der Werke kann man gut erkennen, wer von den Kindern dieses Fest schon öfters besucht hat. Einige haben zum Beispiel das Treiben in der Schmitthalle und die Spiele auf der Bühne dargestellt. Daneben sieht man viele Clowns und andere verkleidete Jecke. Auch die Darstellung eines Karnevalszuges ist gelungen. In der Mitte darf der Wagen des TKSV natürlich nicht fehlen. Schließlich zählt der Turn- und Kraftsportverein ja zusammen mit dem Ortsfestausschuss Duisdorf und dem 1. FC Hardtberg – beiden steht Bernd Schmidt vor – sowie Bernhard Schekira als Einzelperson zu den Organisatoren der Kostümsause.

30 Bilder in der Auswahl

Das Bild erfreute deshalb auch Hartmut Bünger vom TKSV, der die Bilder am Freitag im Raum unter der Schmitthalle zusammen mit Bernd Schmidt auf einem großen Tisch ausbreitete. Zu dem Zeitpunkt waren es 28 Bilder, zwei kamen am Wochenende noch dazu. Denn die Abgabe war bis Sonntag möglich. Danach machte sich eine Jury mit Vertretern aus dem Orga-Team daran, die Sieger zu küren.

Das Tolle am Karneval ist, dass das bunte Gekrickel eines Dreijährigen genauso passt wie die ausgefeilte Zeichnung des Kinderkostümfest-Treibens, die jecken Gesichter oder der Kamelleregen mit gefärbten und aufgeklebten Styropor­klümpchen und Schwammkügelchen sowie einer Luftschlange. Hauptsache, die Bilder sind farbenfroh.

Die Vorgabe lautete: „Male ein schönes Bild, das mit Karneval zu tun hat“, erklärte Schmidt. An das gewünschte DIN-A4-Format hielten sich die meisten, alle gaben Namen und Alter an. Letzteres war wichtig, da Sieger in drei Altersgruppen ermittelt wurden. Zwei Bilder kamen nicht aus dem Stadtbezirk, ja nicht einmal aus Bonn: Sie wurden von Kindern in Witten gemalt, immerhin mehr als 100 Kilometer entfernt. Die Eltern stehen aber dem TKSV nahe. Sie hatten die Clownsgesichter eingescannt und per Mail an den Verein geschickt.

Die Siegerbilder kann man jetzt im Duisdorfer Zentrum bewundern: Sie hängen bei den Optiker-Geschäften Zapp und Kafarnik in den Schaufenstern aus. Die Sieger erhalten jeweils ein Sparschwein von der VR-Bank mit einem „Anerkennungsbeitrag“ darin, wie es Bünger nannte. Die Bank hatte das Kinderkostümfest bislang immer unterstützt und war auch dieses Mal bereit, etwas Geld zu geben.

Für alle Kinder gibt es ein kleines Dankeschön

Aber auch alle anderen Kinder erhalten eine Belohnung für die Teilnahme: „Jedes Kind bekommt eine Eintrittskarte für das Kinderkostümfest 2022“, sagte Bünger, der zuversichtlich ist, dass man am 9. Februar 2022 endlich wieder feiern kann. Weiterhin bekommen die Kinder kleine Spielzeuge, die sonst als Gewinne bei den Bühnenspielen während des Festes vergeben worden wären – „weil es etwas abstrakt ist, sich die Karten ein Jahr lang ins Regal zu stellen“, sagte Schmidt.

Alle Bilder werden auf jeden Fall laminiert. Bei einigen könnte das etwas aufwendiger werden, da Dinge aufgeklebt wurden – nicht nur bunte Klümpchen, sondern etwa auch Federn und Bonbons. Am liebsten will die Jury die Werke nächstes Jahr beim Fest aufhängen – als Dekoration. Und damit die Kinder auch etwas haben, das sie ihren Verwandten oder Freunden zeigen können. „Es ist eine schwierige Zeit, an Karneval zu denken“, sagte Bünger. Den kleinen jecken Künstlern ist das aber anscheinend gut gelungen. „Unser Ziel ist, dass das Kinderkostümfest in Erinnerung bleibt“, so Bünger.

Insgesamt 30 Bilder, darunter zwei sogar aus Witten, wurden eingereicht. Foto: Stefan Knopp

Auch bei den Sponsoren. Denn nur, weil in diesem Jahr nicht gefeiert worden sei, bedeute es nicht, dass die Veranstalter das Geld fürs nächste Jahr aufsparen konnten. „Wir haben schlicht kein Geld“, erklärte Schmidt. Er habe zum Beispiel im vergangenen Jahr auf einen größeren Geldsegen zum 100. Jubiläum des 1. FC Hardtberg gehofft, das aber noch nicht gefeiert werden konnte. Daneben fielen Veranstaltungen wie das Derletalfest oder die Kirmes aus, bei denen die Vereine sonst etwas Geld in die Kasse bekommen – unter anderem für Events wie das Kinderkostümfest.

Man hoffe jetzt, dass in diesem Jahr alles ein wenig besser laufe. Zumindest müssen die Veranstalter wohl nicht befürchten, dass die Kinder im Hardtberg sich durch die Pandemie die Vorfreude auf das nächste Kinderkostümfest nehmen lassen.