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Coronavirus in Bonn: Schulen bereiten sich auf den Unterricht vor

Öffnung am Donnerstag : Bonner Schulen bereiten sich auf den Unterricht vor

An den weiterführenden Schulen laufen die Vorbereitungen für den Unterricht ab Donnerstag. Die Frage, wie konsequent die Räume desinfiziert werden müssen, sorgt hier und da für Unsicherheit.

An diesem Donnerstag werden die weiterführenden Schulen für die Abschlussklassen wieder geöffnet. Mittlerweile werden die Hygienebestimmungen der Landesregierung konkreter. Schüler sollen ihre Hände waschen können, und Abstandsregeln sollen eingehalten werden. In den Bonner Schulen laufen die Vorbereitungen.

Für insgesamt 36 weiterführende Schulen habe die Stadt laut Pressemitteilung von Mittwoch die hygienischen Vorbereitungen abgeschlossen und organisiere die weitere Bereitstellung für den anlaufenden Unterricht. Etwa 2600 Schüler in den Berufskollegs sowie 1600 in den Gesamt-, Förder-, Real- und Hauptschulen müssen an Donnerstag wieder in die Schule, den 1400 Abiturienten der städtischen Gymnasien sei es freigestellt.

„Wir haben es erstmal so organisiert, dass die Schüler nur in einem Raum unterrichtet werden“, sagt Arndt Hilse, Schulleiter der Karl-Simrock-Schule. Er hat die Schule in den vergangenen Tagen mit seinen Kollegen auf den veränderten Unterricht vorbereitet. So solle auch nur ein Lehrer pro Tag in einem Klassenzimmer unterrichten. Ebenso haben die Schüler zu unterschiedlichen Zeiten Unterricht, wenn sie in nebeneinanderliegenden Klassenzimmern unterrichtet werden. Damit solle verhindert werden, dass die Schüler und Lehrer sich zu häufig begegnen und die Abstandregel nicht einhalten können.

In den einzelnen Klassenzimmern werden nun maximal zehn Schüler unterrichtet, so Hilse weiter. „Unsere Räume ließen auch eine Belegung von maximal 15 Schülern zu.“ Zwei Abschlussklassen mit insgesamt 55 Schülern werden dann wieder in den Unterricht kommen. „Am Wochenende ist die Risikogruppe neu definiert worden“, sagt Hilse. Dadurch sei der Ausfall an Lehrern an seiner Schule leicht auf knapp 40 Prozent gestiegen. Mit den noch übrigen Lehrern sei der Unterricht für die 55 Schüler möglich. „Spannend wird sein, wie das auf Strecke geht“, meint er. Denn die Bestimmungen gelten aktuell nur bis Ende kommender Woche.

„Die Eltern werden wir vorab über die Spielregeln informieren“, sagt Hilse weiter. Auch solle in jedem Klassenzimmer ein Poster hängen, auf denen auf die Hygienebestimmungen hingewiesen wird. „Die einzelnen Tische sind mit Schülernamen versehen. Die Schüler werden angehalten, sich vor dem Unterrichtsbeginn die Hände zu waschen und nach dem Unterricht Tische und Sitzfläche zu reinigen.“

Die Bezirksregierung Köln teilt auf Anfrage des GA mit, dass die Schulabteilung der Bezirksregierung und die Schulämter im ständigen Kontakt mit den Schulen seien. „Der Schulträger ist für die Hygienemaßnahmen zuständig“, so Pressesprecher Dirk Schneemann. Dabei gehören zu den Maßnahmen „eine tägliche Reinigung und das Bereitstellen von Seife und Papierhandtüchern, Schutzmasken können auf freiwilliger Basis getragen werden.“ Diese müssten dann aber selbst mitgebracht werden.

Die Stadt gab am Mittwoch weiter in einer Pressemitteilung bekannt, dass die genutzten Räume und Bereiche (z.B. Flure) täglich gereinigt werden sollen. Das besondere Augenmerk liege dabei auf den Handkontaktflächen wie Tischoberflächen, Stühlen, Türklinken, Lichtschaltern, Wasserhähnen, Tastern, Seifenspendern, Handläufen, Tastaturen, PC-Mäusen etc. Ebenso sollen den Schulen in Zusammenarbeit von Feuerwehr, dem Schulamt und dem Städtischen Gebäudemanagement rund 1500 Flaschen Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren sollen in einer ersten Charge 100 Desinfektionsspendersäulen am Mittwoch an die Schulen ausgeliefert werden.

Rolf Haßelkus von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft des Stadtverbands Bonn sieht die Schulöffnung differenziert. „Kleinere Schulsysteme wie eine Haupt- oder Realschule können sich schon so vorbereiten, dass sie die Hygienebestimmungen ab Donnerstag einhalten. Bei größeren Schulen sieht das aber anders aus“, sagt er dem GA. Große Bedenken habe er zum Beispiel bei den Berufskollegs. „Die sind relativ groß. Dort gibt es ja zwei, drei Jahrgänge.“ Man wisse nicht, wie da der Unterricht unter den Hygienestandards stattfinden solle.

Ebenfalls kritisiert Haßelkus das Schulministerium. So sei in einem Erlass der Behörde an die Schulen davon die Rede, dass gereinigt werden muss, aber desinfiziert werden soll. „Sie ziehen sich darauf zurück, damit sie keine Desinfektionsmittel stellen müssen.“ Auch stamme der beigefügte Hygieneplan des Ministeriums, an dem sich die Schulen orientieren sollen, aus dem Jahr 2015.

Ansonsten bereite sich jede Schule für sich soweit es eben geht auf die Schulöffnung vor. „Wir müssen den Realitäten ins Auge schauen“, sagt Haßelkus.