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Idee für weitere Kommunen: Internetseite für ältere Mitbürger in Much

Idee für weitere Kommunen : Internetseite für ältere Mitbürger in Much

Egal ob anstehende Veranstaltungen, Infos aus dem Seniorenbeirat oder Rezepte: Auf der von Vital.NRW geförderten Internetseite sollen sich auch ältere Mitbürger aus Much zurechtfinden.

Surfen, Online-Banking, einkaufen im Internet – was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, ist für Senioren oftmals ein Problem. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) nutzen hundert Prozent der 25- bis 44-Jährigen das Internet, aber nur 69 Prozent der über 65-Jährigen. Dabei bietet das Internet einen guten Gegenpol zur Vereinsamung.

Aus diesem Grund fördert das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz jetzt im Rahmen von Vital.NRW ein Internetportal für Senioren in Much. Bereits seit Mai gibt es dieses unter www.senioren-in-much.de in der bergischen Gemeinde, die über den Verein Region Bergisch-Sieg zusammen mit Eitorf, Hennef, Lohmar, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck zu den östlichen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis gehört, die besonders gefördert werden.

„Es läuft langsam an“, sagt Gaby Hofsümmer. Die Ordnungsamtsleiterin hatte zusammen mit der Sozialarbeiterin und der Pflegeberaterin die Idee dazu gehabt und betreut die Seite. Da es schwierig sei, die älteren Senioren darüber zu erreichen, richte sich die Idee insbesondere auch an die, die nun älter würden. „Wir wollen, dass diejenigen, die mobil sind, den Menschen, die Zuhause bleiben müssen, von Veranstaltungen wie etwa Erntefesten berichten können“, so Hofsümmer mit Blick auf den Mitmachteil, in den jeder etwas einbringen kann. Dazu gehören auch Rezepte, kleine Geschichten und Erinnerungen, die an die Ordnungsamtsleiterin zum Einstellen gesandt werden können.

Darüber hinaus nutzt der in Much im September gewählte Seniorenbeirat ebenfalls die Seite, um über seine Arbeit zu berichten. Es gibt Tipps zur Freizeitgestaltung, zu aktuellen Themen wie Patientenverfügung oder den altersgerechten Umbau der Wohnung. Da die Seite barrierefrei ist, können sich Senioren längere Texte auch vorlesen lassen oder einfach ausdrucken. Über ein Schwarzes Brett kann man miteinander in Kontakt treten und Freizeitpartner suchen, etwa für den Skat-Abend oder einen Ausflug. „Das Design ist klar strukturiert und die Handhabung einfach”, sagt die Ordnungsamtsleiterin mit Blick auf die Navigation der ebenfalls von der Kreissparkassenstiftung unterstützten Internetseite.

Neben dem Mucher Seniorenportal hat die Bezirksregierung Köln im August und September weitere Projektanträge bewilligt, sodass es inzwischen zehn sind, für weitere fünf wird aktuell der Förderantrag erarbeitet. Umgesetzt wurden damit etwa die Aufstellung von Mitfahrbänken für kostenfreie Mitfahrgelegenheiten in Ortsteilen von Hennef und Ruppichteroth und die Anschaffung von E-Rikschas für Ausflüge mit älteren Menschen in Hennef und Lohmar. Auch ein Mehrgenerationen-Aktivraum in Hennef-Happerschoss sowie ein Info-Punkt im Kurpark Hennef gehören zu den Dingen, die aktuell mit rund 485 000 Euro der insgesamt 746 000 Euro an Fördermitteln umgesetzt werden. „Das Mucher Seniorenportal kann auch von anderen Kommunen übernommen werden“, sagt Gaby Hofsümmer.