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Stichwahl zum Bürgermeister: Siegburger Grüne unterstützen Stefan Rosemann

Stichwahl zum Bürgermeister : Siegburger Grüne unterstützen Stefan Rosemann

Wenn am 27. September in Siegburg die Stichwahl zum neuen Bürgermeister stattfindet, unterstützen die Grünen den SPD-Kandidaten Stefan Rosemann. Das ist aber noch keine Festlegung zu Kooperationen im Stadtrat, betont die Partei.

Die Siegburger Grünen unterstützen den SPD-Bürgermeisterkandidaten Stefan Rosemann bei der Stichwahl gegen Ulla Thiel (CDU) und sprechen sich für seine Wahl am 27. September aus. Das teilte der Vorstand der Partei am Dienstag mit. Die eigene Bürgermeisterkandidatin Annette Mannschott war bei der Wahl am Sonntag mit 16,9 Prozent auf dem dem dritten Platz gelandet. Wie berichtet, stimmten bei der Bürgermeisterwahl zudem 42,2 Prozent für Ulla Thiel (CDU), 35,2 Prozent für Stefan Rosemann (SPD) sowie 5,7 Prozent für Hans-Joachim Neumes (SBU).

„Wir haben die historische Chance, die politischen Verhältnisse in Siegburg zu verändern“, sagte die Parteivorsitzende Astrid Thiel. „Diese Chance müssen wir nutzen“, begründete sie die am Montagabend gefällte Entscheidung für eine Unterstützung des SPD-Kandidaten. Die sei indes noch keine Festlegung auf eine spätere Kooperation im Stadtrat, hielt Thiel fest. „Wir gehen einen Schritt nach dem anderen und werden nach der Stichwahl Gespräche führen.“ Wie berichtet, hat die CDU ihre absolute Mehrheit im Rat (38,2 Prozent) verloren. Die Grünen hingegen erlangten 20 Prozent der Stimmen und damit zehn statt der bisher sechs Mandate. Sie sind für CDU und SPD ein interessanter Bündnispartner.

Kooperationen im Stadtrat sind noch kein Thema

„Ich freue mich natürlich über diese Unterstützung“, sagte Stefan Rosemann, der auch Vorsitzender der SPD-Stadtverbandes ist. „Uns Parteien eint der Wunsch nach einem echten Wechsel der politischen Verantwortung“, ergänzte SPD-Fraktionschef Frank Sauerzweig. Das sei nun die Chance dazu. „Wir waren uns schnell einig“, sagte Rosemann, betonte aber ebenfalls, dass es zunächst nur um die Stichwahl gehe und nicht um eine mögliche Kooperation im Stadtrat.

Auch die Mitglieder des Siegburger Ortsvereins von Die Linken haben sich am Dienstagabend mehrheitlich dafür ausgesprochen, eine Empfehlung für Rosemann auszusprechen. Die Linken sehen in einem Bürgermeister aus den Reihen der bisherigen Opposition die Chance, die nach der Wahl geänderten Mehrheitsverhältnisse auch in der Verwaltung zu verankern, wie sie mitteilten. Sie hoffen zudem, dass sich daraus eine tragfähige „Basis zwischen den beteiligten Parteien und Fraktionen finden und entwickeln wird“.

Was Bündnisse im Stadtrat betrifft, zeigte sich Michael Otter, Fraktionsvorsitzender der Linken, gesprächsbereit. Sein Fraktionskollege Raymund Schoen hatte am Wahlabend von einem Rot-Rot-Grünen-Bündnis gesprochen. Rein rechnerisch kämen SPD, Grüne und Linke auf eine – wenn auch knappe – Mehrheit von 26 Sitzen. Im Vorfeld des Ratsbürgerentscheids zur Zukunft des Siegburger Rathauses hatten sich SPD, Grüne und Linke Ende 2018 gemeinsam für eine Sanierung stark gemacht.

Einig waren sich auch die Mitglieder der Siegburger FDP in ihrem Entschluss Rosemann zu unterstützen, teilte deren Pressesprecher Matthias Horn am Donnerstag mit. Damit sei indes keine vorgezogene Koalitionsaussage verbunden. Über mögliche Koalitionen wolle man unter der Prämisse entscheiden, Parteiinhalte in der Ratsarbeit ausgestalten zu können.

Ulla Thiel möchte erste Frau auf dem Bürgermeisterstuhl in Siegburg werden

Die CDU-Bürgermeisterkandidatin Ulla Thiel gab sich angesichts der Unterstützung für ihren Konkurrenten kämpferisch: „Ich werde weiter alles geben und dafür kämpfen als Bürgermeisterin für alle Siegburg voranbringen zu können.“ Sie wolle die erste Frau im Amt in der mehr als 950 Jahre währenden Geschichte der Kreisstadt werden. Daran habe sich nichts geändert. Das bekräftigte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Becker: „Wir setzen auf eine Verwaltungskraft mit Führungserfahrung und glauben, dass es an der Zeit ist, dass eine Frau das macht.“