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Arbeiten an der Grundschule Pech: Kinder dürfen neuen Schulhof mit planen

Arbeiten an der Grundschule Pech : Kinder dürfen neuen Schulhof mit planen

Die Wachtberger Architektin Katharina Chatterjee stellt erste Ideen für den Schulhof in Pech vor. 450 000 Euro stehen zur Verfügung. Die Kinder malen und basteln, wie sie sich den Ort ihrer Pausen vorstellen.

Mit dem beheizten Pool, den sich Ludwig für den neuen Schulhof in Pech wünscht, wird es wohl nichts werden. Aber die Aufwertung des Fußballfeldes, die der Zweitklässler in seiner Skizze festgehalten hat, sehen auch die Planer. Am Dienstagabend stellte Katharina Chatterjee vom Büro NC-Architekten den Mitgliedern des Bauausschusses erste Ideen zur Umgestaltung vor.

Für die Architektin steht fest: „Das gesamte Gelände ist in die Jahre gekommen.“ Dabei ist das Areal nicht ganz einfach zu entwickeln, da es unterschiedliche Ebenen gibt. Eigentlich hätten die Schüler über Workshops am Projekt beteiligt werden sollen. Nachdem Corona Treffen unmöglich machte, lobten die Lehrerinnen eine Art Malwettbewerb aus. „Wir haben 64 eingereichte Werke und 413 Einzelvorschläge“, sagte Chatterjee beeindruckt. Sogar mit Holz, Lego, Pappe und anderen Materialien hatten die Schüler Seilbahn, Klettergerüst oder Minigolf-Anlage kreativ in Szene gesetzt. Frei nach dem Motto „Mein Traumschulhof“.

Kinder favorisieren sportliche Angebote

Neben den nicht realisierbaren Ideen habe es aber viele Wünsche nach Rückzugsmöglichkeiten wie kleinen Häusern und Bewegungsangeboten gegeben. „Sport ist ein ganz großes Thema“, so Chatterjee. Dem trägt sie Rechnung, indem sie den Barfußpfad reaktivieren will und einen Rundlauf einführt. Das Klettergerüst soll erweitert werden, Tischtennisplatte und Fußballbereich erhalten bleiben.

„Zudem werden alle Ebenen barrierefrei und die Treppe durch eine Rampe ersetzt“, so die Planerin. Ansonsten sprach sie sich für möglichst wenig Geländemodellierung aus, da das immer teuer sei. Die Lehrer hatten angeregt, nicht nur wegen Corona auch das Thema „Draußen lernen“ zu berücksichtigen. Was nicht verändert wird, ist die Basisfläche. 4250 Quadratmeter ist das Grundstück groß, davon sind 985 Quadratmeter bebaut. Was sich allerdings vergrößert, ist die Spielfläche, die von 1100 auf 1250 Quadratmeter anwächst. „Insgesamt entsiegeln wir 340 Quadratmeter.“

Höhere Pflegekosten, wie von Jürgen Güttes (Unser Wachtberg) befürchtet, löst das aber nicht aus. Landschaftsarchitekt Christian Schmidt aus Dorsten meinte, man habe nun viel Fläche, die man nicht mehr von Laub befreien müsse. „Und bei den Neuanpflanzungen setzen wir auf Arten, die man maximal mal etwas zurückschneiden muss“, so Schmidt. Zwei mögliche Förderprogramme hat Chatterjee auch ausfindig gemacht.

Zudem: „Wir haben ja mal 450 000 Euro in den Haushalt eingestellt, könnten Sie damit leben, wenn wir da einen Deckel draufmachen?“, wollte Jürgen Kleikamp (CDU) wissen. Sie denke schon, erwiderte die Architektin, denn man könne zum Beispiel den Tartan-Belag beim Fußballfeld weglassen. Manuel Lengrüsser (Grüne) regte an, sich mit der Gemeinde über den Einsatz von anderen Böden auszutauschen. Kleikamp regte auch an, das Spielparadies später nach Schulschluss durch die Öffentlichkeit nutzen zu lassen. Das ließ Beigeordneter Swen Christian noch offen.

Oliver Henkel (Grüne) betonte, das Konzept habe seiner Fraktion deshalb so gut gefallen, weil die Kinderwünsche stark berücksichtigt worden seien. Chatterjee kündigte an, dass das in Form von nun eher möglichen Workshops auch so weitergehen soll. Henkel selbst würde es begrüßen, wenn die Schüler auf manchen Grünflächen einen Nutzgarten anlegen könnten. Schwieriger zu beantworten war für die Architektin die Frage, wann das Ganze denn in die Umsetzung gehe. „Dazu muss ich ja erstmal genau wissen, was ich umsetzen soll, denn das hier sind ja nur Vorüberlegungen.“ Sie könne sich vorstellen, dass es im kommenden Frühjahr soweit sei.

Der Ausschuss gab dem Büro NC-Architekten schließlich das einstimmige Go, die Überlegungen weiterzuverfolgen. Der neue Schulhof ist gewissermaßen die Abrundung der Schulsanierung. Für zwei Millionen Euro hatte die Gemeinde in beinahe allen Bereichen Gebäudebestandteile der einzügigen Schule ausgetauscht oder aufgearbeitet.