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75-jähriges Jubiläum der Lustigen Bucheckern: Mit jeckem Humor gegen die Fettknappheit

75-jähriges Jubiläum der Lustigen Bucheckern : Mit jeckem Humor gegen die Fettknappheit

Ihr 75-jährigen Jubiläum feierten die Mitglieder des Damenkomitees Lustige Bucheckern beim Sessionsauftakt coronabedingt ohne hausgemachte Programmpunkte. Dafür hatten sie hochwertigen Ersatz organisiert.

Die Liste derer, die namentlich zu begrüßen Marlies Stockhorst das Bedürfnis hatte, war lang. Aber das zeigt auch, dass das Damenkomitee Lustige Bucheckern, dessen Präsidentin sie ist, in der karnevalistischen Gesellschaft hochgeschätzt ist. Beim Sessionsauftakt am Sonntag im Haus der Springmaus konnten die Damen, die in der kommenden Session ihr 75-jähriges Jubiläum feiern, leider kein hausgemachtes Programm – abgesehen von einer Modenschau mit historischen Uniformen des Vereins – bieten, weil man dafür ab dem Sommer hätte proben müssen. Aber man hatte sich hochwertigen Ersatz organisiert.

Mit den Bucheckern feierten Andreas Etienne und Michael Müller mit ihrem Kabarett-Programm, beide sind den Bucheckern eng verbunden. Deren Mitglied Gisela Luginsland begeisterte mit einem Vortrag von Willi Armbröster als Tapezierer. Thomas Zimmermann, Bonner Prinz in der Session 2018/19 mit Bonna Ann-Kristin Mittrich aus den Reihen der Lustigen Bucheckern, bot einen schwungvollen Auftritt als Freddy Mercury mit übertrieben schiefen Zähnen. Danach wurde er zur „Buchecker des Jahres 2021“ ernannt und erhielt die Ehrennadel des Damenkomitees. Die wurde auch Springmaus-Kabarettistin Margie Kinski verliehen.

Mit Humor dem Ernst der Nachkriegsjahre getrotzt

Beide erhielten auch einen Beutel mit Bucheckern, eine Reminiszenz an die Anfänge des Vereins. In den Nachkriegsjahren mussten sich die Menschen irgendwie durchschlagen, und um die Fettknappheit zu überwinden, sammelte eine Gruppe Endenicher Frauen im Wald Bucheckern. Denn 14 Pfund dieser Waldfrüchte ergaben einen Liter Öl, das im Winter zum Backen verwendet wurde. Einige der Damen blieben danach zusammen und beschlossen, dem Ernst der Lage mit Humor zu begegnen: Sie gründeten das Damenkomitee „Lustige Bucheckern“, das an Weiberfastnacht 1947 zum ersten Mal tagte.

Und zwar in der Gaststätte „Schräges Eck“, das annähernd 20 Jahre lang das Vereinslokal bleiben sollte. Im Saal des Hotels von Paul Krause kam es 1950 zur ersten Sitzung, die sie gemeinsam mit dem Dransdorfer Damenkomitee „Münchhausen“ stemmten. Es folgten Sitzungen mit dem Endenicher Fußballverein und andere Höhepunkte. Ein Tiefschlag war die Schließung des Hotels: Den Saal Krause konnte man nicht mehr nutzen, also wich man erst in den Endenicher Hof und danach in den Saal Faßbender aus. In den 70ern stieg die Bekanntheit, die Knappengarde hatte einen Auftritt in der Beethovenhalle, das Damenkomitee erhielt den „Silbernen Oskar 1976“. In der Folgezeit konnten sie sich nachsagen lassen, den Spagat zwischen urwüchsigem und modernem Karneval geschafft zu haben.

„Kayjass“-Veranstaltung fällt 2022 aus

Ab 1991 war Stockhorst Präsidentin und man zog in die Springmaus um. Neben dem Sessionsauftakt und der Weiberfastnachtssitzung etablierten die Lustigen Bucheckern 2005 ihre „Kayjass“-Veranstaltung, die 2022 ausfallen muss. Mit Gudrun Bachmann 1990, Marion Leyer 1999 Alexandra Pfeiler 2008 und Anne-Christin Mittrich 2019 kamen vier Bonnas aus ihren Reihen, außerdem mit Lara Pfeiler 2017 eine Kinder-Bonna.