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Ausbau am Konrad-Adenauer-Damm: So viele Haltestellen sind in Bonn barrierefrei

Ausbau am Konrad-Adenauer-Damm : So viele Haltestellen sind in Bonn barrierefrei

Eigentlich sollten bis Anfang 2022 alle Bus- und Bahnhaltestellen barrierefrei sein, so sah es das Personenbeförderungsgesetz des Bundes vor. Von diesem Ziel ist die Stadt noch weit entfernt. Was sind die Gründe?

Wenn Johannes Wiedemann von der Behinderten-Gemeinschaft eine Note für die Barrierefreiheit von Bus- und Bahnhaltestellen in Bonn vergeben müsste, würde er sich für etwas zwischen ausreichend und befriedigend entscheiden. Es gebe da deutliche Unterschiede je nach dem, um welches Verkehrsmittel es gehe, führt er aus.

Die Stadtbahnen zum Beispiel könnten Menschen mit Behinderung relativ problemlos benutzen – mal abgesehen von einigen Stationen, wo sie unterirdisch halten und es keinen Aufzug gibt. Bei oberirdischen Stationen funktioniere das Ein- und Austeigen meist gut, findet Wiedemann. Ob es reibungslos klappt, hänge meist vom Zustand der Bahnen ab.

Weidemann führt aus: Mit dem Rollstuhl kann ein Höhenunterschied von fünf Zentimetern überwunden werden. Wie groß der letztendlich ist, hängt davon ab, wie die Bahnen gewartet werden. Unterschiede bei der Federung können schon mal ein bis zwei Zentimeter des Unterschieds ausmachen.

Bei Bussen ist die Situation deutlich schlechter, findet Wiedemann. Das habe oft nicht mal was mit der Haltestelle an sich zu tun, sondern damit, wie sie gelegen ist. Es komme häufig vor, dass Busse sie nicht richtig anfahren könnten, weil sie von Autos zugeparkt sind. Dass es dieses Problem gibt, bestätigen auch die Bonner Stadtwerke (SWB). Mit Blick auf den derzeitigen Stand des Ausbaus, sagt Wiedemann: „Aus dem Ausbauprogramm der Haltestellen ist etwas die Luft raus.“

500 Haltestellen im Stadtgebiet

Die Stadt teilt dazu mit: „Im Stadtgebiet gibt es etwa 500 Bushaltestellen mit circa 1000 Haltepositionen, von denen circa 43 Prozent barrierefrei ausgebaut sind.“ Zugleich weist die Verwaltung darauf hin, dass durch Rampen und dadurch, dass die Einstiegsseite der Busse abgesenkt werden kann, ein barrierefreier Ein- und Ausstieg im gesamten Stadtgebiet möglich sei. Dadurch kommt es aber zu einem deutlichen Zeitverlust beim Ein- und Ausstieg.

Das Personenbeförderungsgesetz des Bundes sah vor, dass spätestens zum 1. Januar 2022 bundesweit alle Haltestellen barrierefrei sind. Am Konrad-Adenauer-Damm kommt die Stadt diesem Ziel jetzt etwas näher. Dort wird derzeit die Haltestelle „Duisdorf Altenheim“ entsprechend umgebaut. Laut SWB sollen die Arbeiten bis Freitag, 11. November, abgeschlossen sein. Betroffen davon ist die Linie 630. Die Haltestelle befindet sich während des Umbaus auf der Derlestraße zwischen dem Konrad-Adenauer-Damm und dem Europaring.

Prioritätenliste für den Ausbau

Welche Haltestellen umgebaut werden, dafür gibt es eine Prioritätenliste bei der Stadt. Die entscheidenden Kriterien sind unter anderem, ob es vorhandene Beschlüsse und Bürgeranregungen gibt, wie viele Fahrgäste an der Haltestelle ein- und aussteigen und ob Krankenhäuser, Altenheime, Friedhöfe und Behinderteneinrichtungen in der Nähe liegen.

Zum Stand des barrierefreien Umbaus teilt die Stadt zudem mit: „Aufgrund der zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten und Haushaltsmittel können pro Jahr circa 30 Haltepositionen geplant und ausgebaut werden.“ Hinzu kämen Haltestellen, die im Zuge von Straßenumbauten realisiert werden. „Somit wird es leider noch einige Jahre dauern, bis sämtliche Haltestellen barrierefrei ausgebaut sind“, so die Stadt.