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Kommentar zur Karnevalsabsage in Bornheim: Traurig, aber richtig

Kommentar zur Karnevalsabsage in Bornheim : Die Entscheidung ist traurig, aber richtig

Die Entscheidung, den Karneval in Bornheim weitestgehend abzusagen, ist traurig, aber richtig, meint GA-Redakteur Christoph Meurer. Zugleich setzt sie die Nachbarn der Vorgebirgsstadt unter Druck.

Die Entscheidung in Bornheim, Karnevalszüge, Sitzungen und größere Veranstaltungen abzusagen, ist traurig, aber richtig. Unter den aktuellen Bedingungen ist ein ausgelassenes Karnevalstreiben nicht möglich. Man muss sich nur an den Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erinnern. Eine Karnevalssitzung in Gangelt führte zur starken Ausbreitung des Virus.

Die Entscheidung der Stadt und der Vereine ist letztlich das Beste, was den Menschen passieren konnte, die in Bornheim mit viel Herzblut den Karneval organisieren. Sie gibt Planungssicherheit und schützt vor finanziellen Risiken bei späteren, spontanen Absagen von weitgehend geplanten Veranstaltungen. Auch  haben Gastronomen nun einen Planungshorizont – ungeachtet der Tatsache, dass Wirte, Köche und Kellner schon jetzt stark gebeutelt sind und eigentlich jeden Cent brauchen könnten. Aber was nützt es, wenn der Festsaal ein heißer Infektionsherd wird?

Fatal ist die Entscheidung für Künstler, weil Auftritte wegbrechen und Gagen ausbleiben – und das ersatzlos. Und der Bornheimer Beschluss setzt nun auch die Nachbarn unter Druck. Sollten tatsächlich Züge oder Feiern in Alfter, Rheinbach oder Bonn stattfinden, können sich die Organisatoren über viele Besucher aus Bornheim freuen. Letztlich muss aber das Land reagieren. Eine formale Absage des Karnevals schafft rechtliche Klarheit und bewahrt Organisatoren vor Schadensersatzforderungen von Künstlern.