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Erzeugnisse aus dem Siebengebirge: Händler zeigten Vielfalt regionaler Produkte

Erzeugnisse aus dem Siebengebirge : Händler zeigten Vielfalt regionaler Produkte

Zum „Tag der regionalen Produkte“ präsentiert der Naturpark Siebengebirge in Ittenbach eine breite Warenvielfalt. Vor allem während der beiden vergangenen Jahre ist ein neues Netzwerk von regionalen Produzenten entstanden.

Das Siebengebirge zählt nicht nur landschaftlich zu den schönsten Regionen im Land. Auch die Erzeugnisse, die rund um den Naturpark produziert werden, können sich sehen und vor allem schmecken lassen. Am „Tag der Regionalen Produkte“, der zum zweiten Mal auf der Margarethenhöhe in Ittenbach stattfand, konnten sich die Besucher von der Vielfalt der heimischen Waren überzeugen.

An knapp einem Dutzend Ständen hatten sich die Hersteller auf dem Parkplatz bereits am frühen Morgen zu einem bunten Warendorf zusammengefunden. „Die Lage für so eine Veranstaltung ist optimal“, zeigte sich Lucas Degenhardt, Organisator der Veranstaltung und Mitarbeiter beim Naturpark Siebengebirge, über den Standort begeistert. Die Besucher könnten den öffentlichen Nahverkehr nutzen und etwa auf dem Weg zu einer Wanderung im Siebengebirge oder ganz gezielt die Produktvielfalt in Augenschein nehmen.

Neues Netzwerk von regionalen Produzenten

Der Naturpark Siebengebirge war als Veranstalter mit einem Informationsstand vertreten. „Wir haben in den letzten zwei Jahren ein gutes Netzwerk von regionalen Produzenten aufbauen können, die sich regelmäßig austauschen“, erklärte Eike Rilinger, Mitarbeiterin des Naturpark Siebengebirge. „Wir wollen den „Tag der Produkte“ auch künftig fest im Jahreskalender etablieren“, so Degenhardt. Dabei soll die Produktpalette erweitert werden. Nicht nur Lebensmittel sollen dargeboten werden. „Wir wollen auch ins Handwerk und in die Kunst gehen“. Auch literarische Angebote seien denkbar.

Zudem könnten Waldführungen parallel angeboten werden. Auch die Gastronomie würde dann stärker vertreten sein. In diesem Jahr sei das Einkehrhäuschen mit Inhaber Daniel Grewe vertreten. „Wichtig ist immer, dass der unmittelbare Bezug zum Siebengebirge erhalten bleibt“, sagt Degenhardt. Und: „Die Anbieter dürfen ihr Spektrum präsentieren“. Auch wenn manche Waren gleich mehrfach angeboten würden. „Es geht nicht um Konkurrenz, sondern um Vielfalt“, so Rilinger.

Die vergangenen drei Jahre haben durch die Pandemie und den Ukrainekrieg auch die Erzeuger der Region vor große und unterschiedliche Herausforderungen gestellt. Victoria Olböter, die in Königswinter-Altstadt die „Marktschwärmerei“ für regionale Erzeugnisse betreibt, konnte ihren Kundenstamm bisher gut durch die Krisenzeiten halten. Das System, „die regionalen Waren online zu bestellen und dann an einem bestimmten Tag abholen“ habe sich bewährt, so Olböter. Gemüse, Fleisch und Eier seien der Renner. Wobei: „Es ist noch Luft nach oben“, räumt sie ein. Leider fehle ihr noch ein regionaler Bäcker für ihre Produktpalette. Sie würde gerne auch Brote anbieten.

Nicht mehr so kauffreudig wie früher seien die Kunden, schilderte indes Angela Anderson, Inhaberin vom „Drachengärtchen“ am Eselsweg. Das läge wohl an der allgemeinen „Schwarzmalerei“, die Menschen könnten Zukunftsperspektiven dadurch kaum einschätzen. Anderson bietet Tees, Öle und Tinkturen an. Die Gesundheit sei ein wichtiges Gut, so Anderson, daran sollte nicht gespart werden. Passend zur Jahreszeit hatte sie die Tees „Vitaminbömbchen“, „Gute Besserung“ und „Grippeschreck“ mitgebracht. In vielen Betrieben, so auch im „Drachengärtchen“ herrsche zudem Personalmangel, so Anderson weiter. „Es sind kaum noch Leute zu kriegen.“

Lisa Reuter vom Obsthof Siebengebirge zeigte sich mit dem Verkauf der vergangenen zwei Jahre zufrieden. Dass die Menschen mehr zu Hause gekocht hätten, habe sich bemerkbar gemacht. „Es war ein sehr guter Durchschnitt, jetzt haben wir uns wieder auf die Normalität eingependelt“, so Reuter. Sie lobte ihr treues Team, bei dem die Mitarbeiter oftmals schon zehn Jahre und länger dabei wären. Den Obsthof Siebengebirge gibt es seit 45 Jahren, er wurde einst von Franz Bellinghausen gegründet.

Auch die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) war mit einem Stand vertreten. Im Angebot: Apfelsaft von heimischen Streuobstwiesen. „Der Apfelsaft ist frisch gepresst“, erzählte Annette Becker, Mitglied beim BUND. Zur Apfelsaftherstellung käme eine mobile Presse ins regionale Wiesen- und Weidenzentrum bei Birlinghoven. Rund 20 verschiedene historische Obstsorten wüchsen auf den BUND-Streuobstwiesen. „Der Ertrag in diesem Jahr war überwältigend gut“. Insbesondere die vor einigen Jahren gepflanzten Jungbäume hätten ordentlich Früchte angesetzt und damit die älteren Bäume im Erntevolumen unterstützt.

Zurück gegangen sei in diesem Jahr der Verkauf von Fleisch, gab Dhana Schwarz von der Landmetzgerei Klein an. Die wirtschaftliche Lage vieler Menschen sei offenbar angesichts der Verteuerungen in vielen Bereichen schwieriger geworden. „Das spüren wir deutlich“, so Schwarz. Gut liefe die Bauernhof-Erlebnispädagogik, die auf dem Hof Klein für Kinder angeboten würde. Nach Zeiten des Lockdown wollten Eltern ihren Kindern wieder Naturerlebnisse bieten.