Schäden in der Region Sturm Antonia ließ den Strom in Siegburg und Hennef ausfallen

Rhein-Sieg-Kreis · Rund zwei Stunden lang waren weite Teile von Siegburg und Hennef in der Nacht zu Montag ohne Strom. Der Grund: Das Sturmtief Antonia fegte Äste und ganze Bäume in die Oberleitungen. Umgestürzte Bäume und weggewehte Dachziegel beschäftigten die Feuerwehren auch andernorts.

In der Luisenstraße in Siegburg sicherte die Polizei am Sonntagnachmittag das Dach eines Mehrfamilienhauses. Passanten hatten herunterfallende Dachziegel gemeldet.

In der Luisenstraße in Siegburg sicherte die Polizei am Sonntagnachmittag das Dach eines Mehrfamilienhauses. Passanten hatten herunterfallende Dachziegel gemeldet.

Foto: Alf Kaufmann

„Die meisten haben geschlafen und um fünf Uhr haben wir schon das Notstromaggregat bekommen, es ist also nochmal alles gut ausgegangen“, sagt Horst Schubert, der das Sankt Josef Seniorenpflegeheim in Siegburg leitet. Um kurz vor zwei Uhr in der Nacht zu Montag fiel dort der Strom aus. Ein Baum war in eine Oberspannungsleitung gefallen. „Hut ab vor allen Einsatzkräften – uns wurde wirklich sehr schnell geholfen. Das Sicherheitsnetz hat gegriffen“, sagt Schubert.

Insgesamt waren in Siegburg und Hennef in der Sturmnacht 10.000 Haushalte zeitweise ohne Strom. Zeitgleich gegen ein Uhr seien Äste und ein Baum in die Oberleitungen gefallen. „Xandra und Zeynep haben diese wahrscheinlich nur gelockert und Antonia hat sie jetzt mitgerissen“, sagt Patrick Plate. Er ist Sprecher von Westnetz, der Firma, die die Stromnetze betreibt. Durch Umschaltungen auf andere Stromkreisläufe seien um 1.30 Uhr schon wieder 8000 Haushalte am Netz gewesen. „Um zwei Uhr waren dann nur noch 500 Haushalte ohne Strom. Vereinzelt könnten auch jetzt noch Häuser ohne Strom sein, diese müssten sich dann aber bei uns melden“, sagt Plate. Die Bauarbeiten seien noch in vollem Gange, jedoch könne er keine Aussage darüber machen, wann alles behoben ist.

So läuft im Haus zur Mühlen, wo Schuberts Seniorenheim in Siegburg ist, auch am Montagnachmittag noch das Notstromaggregat, das Stromversorger Westnetz dem Heim um fünf Uhr morgens stellte. Durch ein batteriebetriebenes Notfallsystem wurden bis dahin Notbeleuchtung und Grundstrom betrieben. Die insgesamt 140 Seniorinnen und Senioren bekamen so vom Stromausfall größtenteils nichts mit. „Unser Glück ist es, dass wir keine beatmeten Patientinnen und Patienten haben. So war niemand wirklich gefährdet.“ Feuerwehr und Notfalldienst waren dennoch ständig über die Situation in den Seniorenheimen im Bilde und hielten sich für einen schnellen Einsatz bereit. Schubert berief zusätzliche Bereitschaftswachen und blieb auch selbst über die Nacht in der Einrichtung.

Eine schlaflose Nacht bedeutete der Sturm „Antonia“ auch für die Siegburger Feuerwehrleute. Von Sonntag auf Montag hatten sie sechs Einsätze. Seit Donnerstag war die Siegburger Feuerwehr insgesamt 45 Mal im Einsatz, davon 40 Mal wegen der Stürme. Dabei handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume und weggewehte Dachziegel. Personen kamen nicht zu Schaden. Ähnlich sieht es im restlichen Rhein-Sieg-Kreis aus. In Niederkassel rückte die Feuerwehr während „Antonia“ nur einmal aus. Im ländlichen Windeck musste die Feuerwehr zwölf Mal ausrücken, um Sturmschäden zu beheben. Neun Einsätze meldete die Feuerwehr in Hennef bis Montagmorgen. Der Stromausfall war auch hier die größte Herausforderung für die Einsatzkräfte. Sechs mal waren die Feuerwehrleute in Sankt Augustin unterwegs.

Bis Montagnachmittag waren die Sturmschäden noch nicht vollständig behoben. „Drei Stürme aneinandergereiht wie eine Perlenkette, das gab es seit Jahren nicht“, sagt Westnetz-Sprecher Plate. Währenddessen machen sich die Einsatzkräfte in der Region für die nächsten langen Nächte bereit – für Ende der Woche sind schon die nächsten Sturmtiefs angekündigt.

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