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Arbeiten an der Merler Brücke haben begonnen

Brücke über die A 565 bei Merl : Im nächsten Sommer soll die Brücke stehen

Mit einiger Verzögerung haben die Bauarbeiten an den Widerlagern der Autobahnbrücke bei Merl begonnen. Im Herbst 2022 soll die Brücke befahrbar sein.

Die alte Fußgängerbrücke über die A565 bei Meckenheim-Merl wurde 1973 gebaut. Die Witterung hatte ihr so zugesetzt, dass sie Ende Juli 2018 abgerissen werden musste. Sie hatte Rostschäden, war marode. Ende des Jahres 2019 werde das neue Bauwerk eingesetzt, hieß es beim damals zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW.

Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gegangen, und die Zuständigkeit für das Projekt hat gewechselt. Verantwortlich ist nun die Autobahn GmbH des Bundes. Spätestens im September 2022, so die aktuelle Zielsetzung von Projektleiter Hans-Werner Seul, soll die neue, 60 Meter lange Brücke eingesetzt und befahrbar sein.

Mitte 2022 fertig

Bei einer Besichtigung der Baustelle sagte Seul, die alten Widerlager könnten wiederverwendet werden. Sie seien noch standsicher. Lediglich die Bänke, auf die dann die Brückenplatten aufgelegt würden, müssten noch bearbeitet werden. Zwischen beiden Fahrbahnen wird voraussichtlich im März 2022 ein Mittelpfeiler errichtet, auf dem die beiden Brückenteile befestigt werden.

Diese Teile werden vorgefertigt und auf dem Autobahnparkplatz Goldene Meile zusammengebaut. „Wenn die Witterung es zulässt“, so Seul, soll der Überbau im Sommer, spätestens im September installiert werden. Während der Bauarbeiten läuft der Verkehr auf der Autobahn weiter, lediglich die Fahrbahnen werden etwas verengt. 

Stadt Bonn muss zustimmen

Mit der Stadt Bonn als Unterer Naturschutzbehörde laufen derzeit noch Gespräche über die Befreiung von Naturschutzauflagen. Das Staatliche Forstamt fordert einen Wildschutzzaun um die gesamte Baustelle. Er soll verhindern, dass etwa Wildschweine auf die Autobahn laufen. „Es sind noch Details zu klären, dann können wir in zwei Wochen anfangen“, sagt Seul. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro.

Untersuchungsergebnisse an der 1973 errichteten Brücke hatten gezeigt, dass fast alle untersuchten Spannstahllitzen bei einem sogenannten Streckversuch ein, wie Fachleute es nennen, „sprödes Bruchverhalten" aufwiesen und an den Spanngliedern eine fortschreitende kristalline Korrosion erkennbar gewesen war. Während der Autobahnsperrung hatten die beauftragten Fachkräfte ein 25 Meter breites und ein Meter hohes Sand- und Kiesbett mitten auf der Autobahn aufgebracht, um dafür zu sorgen, dass die Fahrbahnen während der Abrissarbeiten durch herabstürzende Brückenteile nicht beschädigt werden.