1. Sport
  2. 1. FC Köln

FC: Das Schicksalsspiel der Kölner gegen Mainz

Abstiegsgipfel : Schicksalsspiel für den 1. FC Köln

Für FC-Trainer Markus Gisdol steht im Duell gegen dem 1. FSV Mainz das nächste Schicksalsspiel auf dem Programm. Für das Team geht es um wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Abgeschottetes Training, keine Medienrunden, dafür Einzelgespräche mit den Spielern – der 1. FC Köln hat nach der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Samstag endgültig in den Krisenmodus geschaltet. FC-Sportdirektor Horst Heldt richtet die volle Konzentration auf das nächste vermeintliche Endspiel für Coach Markus Gisdol und auf den Abstiegsgipfel gegen den 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 18 Uhr, Sky).

Zwar beträgt der Vorsprung des FSV auf die Geißböcke gerade einmal zwei Zähler, der aktuelle Leistungsunterschied zwischen den beiden Teams könnte aber kaum größer sein. Während der FC in den vergangenen sieben Spielen genau zwei Punkte einsammelte, holten die damals abgeschlagenen Rheinland-Pfälzer im gleichen Zeitraum zwölf Zähler und überholten den FC in der Tabelle.

Auch, weil die FSV-Verantwortlichen im Winter offenbar die richtigen Konsequenzen einer schwachen Hinrunde (sechs Punkte, 17. Tabellenplatz) zogen. Mit dem neuen Geschäftsführer Christian Heidel, dem von ihm installierten Sportdirektor Martin Schmidt und der Verpflichtung des ehemaligen Mainzer Profis Bo Svensson als neuem Coach hat Mainz die Wende geschafft. Auch, weil der FSV unter anderem mit Danny da Costa und Dominik Kohr Spieler verpflichtete, die Mainz umgehend weitergeholfen haben. Mainz konnte auch Dank der Neuverpflichtungen die Defensive deutlich stabilisieren.

Fehlplanungen beim Kader

Der FC verpflichtete bekanntlich Emmanuel Dennis und Max Meyer. Spieler, die sich beim FC noch nicht durchsetzen konnten. Dennis entpuppt sich zunehmend als Fehltransfer, Meyer kann den Kölnern zwar theoretisch weiterhelfen, ist aber nur einer von vielen, mitunter zu vielen zentralen Mittelfeldspielern. Und das offenbart einmal mehr das eigentliche Kölner Problem: Die Kaderzusammenstellung. Warum der FC mit Max Meyer einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler verpflichtete, obwohl Köln mit unter anderem Ondrej Duda, Ellyes Skhiri und Jonas Hector über Qualität im Zentrum verfügt, ist fraglich. Eine Erkenntnis, die auch Gisdol teilt. „Wir sind froh, dass wir Max Meyer im Kader haben. Wir haben viele Spieler, die auf der Sechs oder Acht eingesetzt werden können. Das sind auch Max’ beste Positionen“, sagte Gisdol. „Es ist hart und bitter, wenn jemand gut trainiert und gut drauf ist, aber dann nicht spielt.“ Möglicherweise wäre ein weiterer Stürmer die bessere Alternative gewesen.

Die Kölner Verantwortlichen hielten zudem an Trainer Gisdol trotz mehrerer langer Schwächephasen fest. Aufgrund der finanziell angespannten Situation beim FC durchaus verständlich, schließlich würde eine Trennung vom Trainer weitere Kosten verursachen.

Eine Wende hat Gisdol indes aber nicht eingeleitet, im Gegenteil. Die Mannschaft tritt sowohl spielerisch, als auch tabellarisch auf der Stelle. Möglicherweise haben die Kölner Verantwortlichen den richtigen Zeitpunkt für einen Trainerwechsel bereits verpasst. Sollte Gisdol wirklich nach dem Abstiegsgipfel am Sonntag seine Koffer packen müssen, würde der neue Trainer mit den schweren Begegnungen gegen Leverkusen und Leipzig starten. Eine denkbar schlechte Konstellation, um mit einem Erfolgserlebnis für einen Motivationsschub kurz vor der Saison-Zielgeraden zu sorgen.

Hoffnung ruht auf den Rekonvaleszenten

So erhält die Begegnung gegen Mainz einen weiteren besonderen Charakter. Die Hoffnungen ruhen unter anderem auf den Rekonvaleszenten Sebastian Andersson und Florian Kainz, die beide zu Kurzeinsätzen gegen Wolfsburg kamen, aber nicht mehr in das Spiel eingreifen konnten. Auch Sebastiaan Bornauw kehrt nach überstandener Rückenverletzung voraussichtlich in den Kader zurück und könnte der Kölner Hintermannschaft mehr Stabilität verleihen. 

Die wird nötig sein, denn noch ist nicht erkennbar, wie der FC in der Offensive für mehr Gefahr sorgen will. Mit im Schnitt acht Torschüssen pro Partie gehört Köln zu den schwächsten Offensivteams der Liga. „Es ist kein Endspiel, aber es ist ein verdammt wichtiges Spiel“, erklärte Heldt. „Wir spielen zu Hause gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe. Wir wollen das Spiel gewinnen.“

Damit würde zumindest kurzfristig ein wenig Ruhe in den Verein zurückkehren, die offensichtlichen Problemfelder hätten die Kölner damit aber nicht abgestellt.