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Basketball-Bundesliga: Telekom Baskets treffen am Samstag auf Chemnitz

Heimspiel gegen Chemnitz in Bonn : Baskets-Trainer Iisalo sieht das Team auf einem guten Weg

Die Telekom Baskets erwarten am Samstag die gut gestarteten Niners Chemnitz. Ob Power Forward Saulius Kulvietis im Team bleibt, entscheidet sich bald.

Rodrigo Pastore hat den Basketball ins Rampenlicht gebracht. Telekom-Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich würde wohl sagen, dass der heutige Trainer der Niners Chemnitz dabei war, als die Bonner bewiesen, dass die Sportart Basketball ein schlafender Riese ist. Es war am 9. April 2000 und Pastore trug Magenta. Der 27-jährige Argentinier war seinerzeit der Backup von Baskets-Spielmacher Derrick Phelps, und die „Mutter aller Spiele“ zwischen den Baskets und Alba Berlin lockte die Rekordzahl von 18 506 Zuschauern in die Kölnarena. Nie hatten in einer europäischen Halle mehr Menschen ein Basketballspiel gesehen.

Die Partie ging mit 72:64 an Alba Berlin und der Riese Basketball erwacht immer noch deutlich langsamer als man sich zu Beginn des neuen Jahrtausends erhoffte. Pastore spielte nur in dieser einen Saison in Bonn. Dennoch kommt er immer wieder gerne zurück. Am Samstag (20.30 Uhr, live auf MagentaSport) sieht der Spielplan ein Wiedersehen mit dem glatzköpfigen Taktiker vor. Der inzwischen 49-Jährige bringt gegenwärtig wieder den Basketball ins Rampenlicht. Mit seinen Niners Chemnitz gehört er beispielsweise für Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo „ganz klar zu den Playoff-Kandidaten“.

Das liegt nach Ansicht Iisalos auch an den beweglichen Big Men und den beiden erfahrenen Spielmachern Gerald Robinson und Frantz Massenat. „Die beiden gehören zu den besten Aufbau-Kombinationen der Liga. Die Niners sind deutlich solider als vergangene Saison.“

Aktuell kommen sie mit einer Bilanz aus drei Siegen und zwei Niederlagen in der Basketball-Bundesliga nach Bonn. Zuletzt steht eine knappe 78:81-Niederlage gegen Ulm zu Buche, im Pokal allerdings hatte das Team von Pastore den Ulmern im direkten Vergleich das Viertelfinalticket abgenommen.

Baskets-Coach Iisalo: „Chemnitz und Ludwigsburg sind sehr unterschiedlich"

Die Baskets wollen nach der Niederlage in Ludwigsburg an den erfolgreichen Start anknüpfen. Allzu viele hilfreiche Erkenntnisse für Chemnitz gibt es nicht aus dem Spiel bei den Riesen, so Iisalo. „Chemnitz und Ludwigsburg sind sehr unterschiedlich. Da müssen wir uns umstellen. Dennoch bleiben uns einige grundsätzliche positive Aspekte“, erklärt der Finne. „Wir haben einen guten Job beim Rebounding gemacht, das hat uns am Ende noch einmal die Chance auf den Sieg gegeben. Es fehlt uns gerade ein bisschen die offensive Firepower. Und wir haben taktische Fehler gemacht.“ Da wurden beispielsweise die schwächeren Schützen besser bewacht als die gefährlichen. „Aber man muss mit seinen Entscheidungen leben“, sagt Iisalo. Man kann nur die Wahrscheinlichkeiten vorbereiten, muss aber auf die Realität reagieren.

Zusätzlich hat den Baskets die Ludwigsburger Abweichung von der Wahrscheinlichkeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Beispiel: „Wir haben zum Schluss einen 40-prozentigen Freiwerfer gefoult.“ Es ist ein grundsätzliches Ziel, in der Crunchtime, einen Rückstand zu verkürzen, indem man schlechte Freiwerfer des Gegners an die Linie schickt und in den eigenen Angriffen dann zwei oder drei Punkte erzielt. „Aber in dem Fall hat der von uns ausgemachte Freiwerfer dann sechs von sechs getroffen“, bedauert Iisalo. „Das war für uns ein bisschen unglücklich.“

Aber Iisalo ist nicht unzufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt er. „Wann immer wir hinten lagen, haben wir uns zurückgekämpft. Das ist ein gutes Signal. Wir können noch vieles besser machen. Oder wie sagt man hier? Wir haben noch Luft nach oben“, sagt Iisalo und lacht über die deutsche Formulierung.

Iisalo ist zufrieden mit Auftritten von Kulvietis

Neben der Frage, wer im noch jungen Duell zwischen Bonn und Chemnitz mit 2:1 in Führung geht, wird demnächst auch entschieden, ob der Zweimonatsvertrag von Saulius Kulvietis verlängert wird. Der Litauer war Anfang September als Ersatz für den verletzten Michael Kessens verpflichtet worden. „Es gibt noch keine Entscheidung“, sagt Iisalo. „Aber wir sind zufrieden mit ihm. Er hatte zwei nicht so gute Spiele, aber das kam etwas unglücklich zustande, weil er durch die Zehenverletzung zwei Wochen ohne Training war. Zudem ist er ein Spielertyp, der uns ansonsten fehlt.“ Am Samstag kann der Litauer noch ein paar Pluspunkte sammeln, indem er hilft, Pastore das Wiedersehen zu verhageln.