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Coronavirus in Bonn: Theater, Kinos und Fitnessstudios trotz Coronavirus voll

Keine Angst vor dem Virus : Theater, Kinos und Fitnessstudios in Bonn trotz Coronavirus voll

Das Coronavirus beschäftigt die Menschen auch in Bonn und der Region. Bisher gibt es in Bonn selbst einen bestätigten Fall, im Rhein-Sieg-Kreis sind es zwei. Panik scheinen die wenigsten Bonner zu haben: Theater, Kinos und Fitnessstudios sind weiterhin gut besucht.

In Bonn gibt es bisher einen bestätigten Coronavirus-Fall, im Rhein-Sieg-Kreis sind es zwei. In Supermärkten werden Hamsterkäufe getätigt, weitere Verdachtsfälle werden geprüft, manche Bürger müssen sicherheitshalber in Quarantäne bleiben, und Veranstaltungen werden abgesagt. Erst am Donnerstag gab das Beethovenfest Bonn bekannt, dass das Konzert der Fondazione Orchestra Sinfonica e Coro Sinfonico di Milano Giuseppe Verdi ("LaVerdi") aus Mailand Mitte März aufgrund aktueller Reisebestimmungen nicht stattfinden könne. Die Buchhandlung Böttger in der Thomas-Mann-Straße lässt ihre Veranstaltungen bis Mitte April komplett ausfallen, „um das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung so gering als möglich zu halten“, so Betreiber Alfred Böttger. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit, weil Ersatztermine geschaffen werden sollen, sie können aber auch zurückgegegeben werden.

Doch lassen sich die Bonner vom Coronavirus davon abhalten, ihre Freizeit zu genießen? Allem Anschein nach nicht: Bis auf wenige Ausnahmen sind sowohl Theater, Kinos und auch Fitnessstudios weiterhin gut besucht.

Das Junge Theater Bonn hat bisher nur wenige Ausfälle wegen des Coronavirus zu verzeichnen, sagt Intendant Moritz Seibert. „Es sagen vereinzelt Gruppen ab und es ist insgesamt erstaunlich ruhig“, so Seibert. Wenn aber über einen längeren Zeitraum Gruppen von 50 bis 100 Schülern nicht kämen, „dann kann das Geld auch ganz schnell ausgehen“.

Um das zu verhindern, lege das Junge Theater in diesen Tagen ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene: „Unsere Reinigungskräfte putzen im Moment häufiger, und wir versuchen den Kontakt mit Türklinken und anderen Oberflächen zu minimieren“, so Intendant Seibert. Auf große Warnhinweise oder Ankündigungen verzichtet das Theater jedoch: „Wir wollen bestmöglich auf die kleinen Dinge im Hintergrund achten und sind auch entsprechend aufmerksam. Es soll aber natürlich auch keine Panik bei unseren Besuchern ausgelöst werden.“

Das Bonner Stadttheater ist wie alle städtischen Einrichtungen verpflichtet, auf das Virus aufmerksam zu machen. Besucher blicken hier auf große Hinweiszettel an den Wänden. Gerade auf den Toiletten des Theaters wird so nochmals auf sorgfältige Handhygiene, Niesen und Husten in die Armbeuge und den Kontaktschutz hingewiesen. Laut Pressesprecherin Felicitas Weber hat das Theater Bonn keine Ausfälle oder Absagen durch das Coronavirus zu beklagen.

Im Woki, dem Kino in der Bonner Stadtmitte, zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier gibt es bisher keine Einbrüche der Besucherzahlen: „Nach Karneval sind die Zahlen traditionell ein bisschen rückläufig“, meint Theaterleiter Felix Bresser, „vom Coronavirus merken wir aber zum Glück nichts.“ Als Gradmesser nennt Bresser die ausgebuchte Sneak-Preview diese Woche: Da der Film hier vorab nicht bekanntgegeben wird, sei der Andrang unabhängig von den typischen Kinofaktoren wie Wetter oder Filmbeliebtheit. Bresser weist außerdem darauf hin, dass kürzlich das Gesundheitsamt in Göppingen den Besuch eines Kinos, in dem sich ein später als Coronavirus-Patient diagnostizierter Mann aufgehalten hatte, ausdrücklich als "bedenkenlos möglich" eingestuft habe.

Auch in den Fitnessstudios in Bonn wird trotz des Coronavirus weiter trainiert: „Es ist bei uns voll wie immer“, sagte Selina Sranschino, Mitarbeiterin des FitX-Studios in Duisdorf auf GA-Anfrage. Die Besucher seien „entspannt, was die Situation angeht“. Das Studio verwendet höher dosiertes Desinfektionsmittel, um die Geräte zu reinigen.

Ähnlich sieht es im „Fitness First“ in Bonn am Markt aus: „Unsere Mitarbeiter sind aktuell angewiesen, bei Rundgängen durch die Clubs Geräte, Türklingeln und andere Stellen, die häufig angefasst werden, zusätzlich zu desinfizieren“, erklärt Natalie Buß von der Pressestelle der Fitness-Kette. Außerdem werde verstärkt darauf geachtet, dass auch unsere Mitglieder sich an die Hygienemaßnahmen halten. Poster, die auf die wichtigsten Verhaltensregeln hinweisen, wurden in den Clubs an den wichtigsten Stellen aufgehängt. Die Studios seien außerdem angewiesen, die nötigen Hygieneprodukte in ausreichender Menge vorrätig zu halten. „Wir freuen uns, dass unsere Mitglieder weiterhin wie gehabt bei uns trainieren und ihr Immunsystem stärken“, so Natalie Buß.