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Hohe Kosten: Bad Neuenahr benötigt große Pumpen zur Schmutzwasserentsorgung

Hohe Kosten nach der Flut : Bad Neuenahr benötigt große Pumpen zur Schmutzwasserentsorgung

Für die provisorische Entsorgung des Schmutzwassers muss die Kreisstadt auf unbestimmte Zeit fünf große Pumpen betreiben. Bis die Abwasserkanäle wieder ordnungsgemäß hergestellt sind, entstehen dadurch wöchentlich Kosten von bis zu 10.000 Euro.

Bis zu 150.000 Euro investiert die Stadt Bad Neuenahr in den Einsatz von fünf Pumpen, die seit der Starkregenkatastrophe in einigen Stadtbereichen sowohl zur Gefahrenabwehr als auch zum Aufrechterhalten zumindest eines Notbetriebes bei der Entsorgung von Schmutzwassers im Einsatz sind. Und der Betrieb dieser  Pumpen wird weitere Kosten verursachen. Darüber informierte der Erste Beigeordnete Peter Diewald dem Haupt- und Finanzausschuss jetzt in seiner jüngsten Sitzung.

Ursprünglich hatte das Technische Hilfswerk (THW) fünf Pumpen eingesetzt, mit denen das Schmutzwasser in die Ahr abgeleitet und zugleich ein Rückstau in die betroffenen Wohnhäuser vermieden werden sollte. Dabei sei Schmutzwasser stellenweise auch in den Niederschlagwasserkanal eingeleitet worden, weil der Schmutzwasserkanal in diesen Bereichen komplett zerstört worden sei, berichtete Diewald. Mittlerweile habe das städtische Abwasserwerk den Betrieb der Pumpen übernommen und rechne dafür mit wöchentlichen Kosten von etwa 10.000 Euro.

Die Pumpen müssen zweimal täglich kontrolliert werden

Vier der fünf Pumpen stehen am Schwanenteich, am Augustinum, an der Don-Bosco-Schule und am Peter-Joerres-Gymnasium, wo auch das Abwasser des Krankenhauses in einem Container vorbehandelt wird. Um den Betrieb der Pumpen dauerhaft sicherstellen zu können, müssten zweimal täglich alle Pumpenstandorte mit einem Kombifahrzeug, das sowohl saugt als auch spült, angefahren und kontrolliert werden, was wöchentlich etwa 4500 Euro an Kosten verursache.

Leider sei eine weitere THW-Pumpe an der Landgrafenstraße mittlerweile abgezogen worden, bedauerte Diewald. Deshalb sei es im Rahmen der Gefahrenabwehr erforderlich gewesen, ein Privatunternehmen mit dem Einsatz einer vergleichbar leistungsstarken Pumpe zu beauftragen, die 90 Liter pro Sekunde schafft. Das habe für die ersten vier Wochen Kosten von knapp 32.000 Euro verursacht, allerdings einschließlich der einmaligen Kosten für die Installation.

Für die Zukunft rechnet Diewald mit wöchentlichen Kosten in Höhe von gut 5300 Euro. Wie lange diese Dienstleistung in Anspruch genommen werden müsse, sei derzeit noch nicht absehbar. Immerhin gebe es Chancen, die Ausgaben aus dem Soforthilfeprogramm oder aus den Wiederaufbaufonds refinanzieren zu können.

Da jedoch das Abwasser, das durch die Pumpen laufe, nicht selten auch Festkörper oder andere Stoffe mit sich führe, seien Pumpenschäden nicht auszuschließen. Deshalb schlug Diewald zudem vor, zwei Pumpen gleicher Bauart für insgesamt 10.000 Euro anzuschaffen, um im Falle eines Totalschadens kurzfristig die Betriebssicherheit garantieren zu können.

Am Schwanenweiher muss ein Düker für 450.000 Euro wiederhergestellt werden

Diese Vorgehensweise genehmigte der Ausschuss ebenso einstimmig wie den Wiederaufbau eines Dükers, einer Druckleitung zur Unterquerung der Ahr auf Höhe der Straße „Am Schwanenteich“.

Damit soll das Abwasser unter der Ahr hindurch wieder zum nördlichen Ufer in die dort vorhandene Sammelleitung des Abwasserzweckverbandes Untere Ahr gepumpt werden. Über diese Leitung wird das Abwasser dann in das Klärwerk nach Sinzig weitertransportiert. Der vorherige Düker und der dazugehörige Schacht waren im Hochwasser durch die Wassermassen irreparabel beschädigt worden. Die Kosten für den Wiederaufbau schätzte Diewald auf 450.000 Euro.