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Neues Radwegekonzept: Anwohner in Oeverich äußern Angst vor Überschwemmungen

Neues Radwegekonzept : Anwohner in Oeverich äußern Angst vor Überschwemmungen

Die Verbindung zwischen der Fritzdorfer Windmühle bis Oeverich soll ausgebaut und asphaliert werden. Bei einem Ortstermin äußern Anwohner ihre Bedenken, die sich vor allem auf den Hochwasserschutz beziehen.

Im Zuge des Radwegekonzepts der Gemeinde Grafschaft wird demnächst ein Wirtschaftsweg von der Fritzdorfer Windmühle bis Oeverich zum Radweg ausgebaut. Die Planung ist in weiten Zügen abgeschlossen, der Bau ausgeschrieben, drei Bieter haben sich gemeldet. Im Januar 2023 soll der Bau beginnen, spätestens zu Beginn der Ernte soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Mit dem Ausbau des Wegs von einer Schotterstrecke zu einem asphaltierten Weg aber haben vor allem Anwohner der Oevericher Raiffeisenstraße, wo der Radweg endet, ein Problem. Sie befürchten nach den Überschwemmungen in 2021, dass bei neuerlichen Starkregenereignissen noch mehr Wasser über den Weg und die anliegenden landwirtschaftlichen Flächen auf ihre Grundstücke läuft und Terrassen und Keller flutet.

Weg soll in Dachform gebaut werden für den besseren Ablauf von Regenwasser

Nun gab es einen Ortstermin mit Verwaltung, Planungsbüro, Ortsbeirat und den Anwohnern. Dabei versuchten Karen Meyer von der Verwaltung und Ralf Sebastian vom Planungsbüro Fischer Teamplan aus Koblenz darzustellen, dass schon bedingt durch die Tatsache, dass es für den Weg künftig erstmals ein Entwässerungskonzept geben wird, sich die Masse ankommenden Wassers im Ort verringern werde. Konkret soll der Weg beidseitig abfallend mit einem höchsten Punkt in der Wegemitte ähnlich einer Dachform hergestellt werden. Die derzeit teilweise hohen Bankette, die den Wasserfluss bislang badewannenartig gestalteten, sollen verschwinden, zumal der Weg höher wird, als er derzeit ist. Südlich soll das Wasser künftig in die Felder fließen können. Nördlich geht es in einen Graben, von wo aus Wasser in Richtung der L80 geleitet wird. Aus dem Graben wird auf seinen letzten 300 Metern aber nur eine Mulde. Am Ortseingang läuft das Wasser dann über den Weg in ein Kastenbauwerk, von wo aus es über einen Graben nach Norden abgeführt werden soll.

Die Planungen sorgten bei den Anliegern für großes Stirnrunzeln. Während man auf der Südseite der Straße davon ausgeht, dass bei einer Erhöhung der Straße ohne Graben auf der Südseite die Massen zunehmen und die Gefahr wächst, sorgt der geplante Abflussgraben auf der Nordseite ebenfalls für Angst vor größeren Wassermassen, die der Graben möglicherweise nicht fassen könne. Den Beteuerungen, dass man nichts planen dürfe, was zu einer Verschlechterung der aktuellen Situation führt und das künftig weniger Wasser ankommt, schienen die Anwohner skeptisch gegenüberzustehen. Karen Meyer bat daher auch um konkrete Vorschläge, die man gerne in die Planungen aufnehme. Das gelte auch noch für den Ausführungszeitraum. Dabei kam allerdings auch zum Ausdruck, dass man ungern die Kosten für den Radweg erhöhen würde.

Erste Ideen gab es vor allem von der Landwirtschaft vor Ort. Ein Landwirt schlug ein Entwässerungsrohr auf der Südseite des Wegs vor, dass Oberflächenwasser über die Nordseite abführt. Der Graben an der Nordseite in Richtung L80 könne nicht nur eine große Breite haben, der Aushub könnte auch als eine Art Wall zu den Anliegergrundstücken hin Eindringen von Wasser verhindern, schlug ein anderer vor. Zufriedenheit bei den Anwohnern sieht anders aus. Karen Meyer forderte die Oevericher auf, mit guten Ideen nicht hinterm Berg zu halten und diese zu jeder Zeit mitzuteilen. Wenn der Bau anläuft, soll es zudem wöchentliche Jour-fixe-Termine zur Baubesprechung geben, zu denen die Bevölkerung eingeladen wird.

Was eine andere Anwohnerin abseits der Entwässerungsproblematik befürchtet, ist ein reger Verkehr über die neue Straße, die den Innovationspark tangiert. Zumindest bei Staus auf der nahen A61 suchen Auto- und LKW-Fahrer abseits der Autobahn nach Ausweichrouten. Für dieses Szenario gibt es noch keine Lösung.