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Kreistagswahlen im Rhein-Sieg-Kreis: SPD und Grüne im Kopf-an-Kopf-Rennen

Kreistagswahlen im Rhein-Sieg-Kreis : SPD und Grüne im Kopf-an-Kopf-Rennen

Die CDU verliert drei Prozent, bleibt im Kreis aber stärkste politische Kraft. Nur in Ruppichteroth holt sie mehr als 50 Prozent der Stimmen. Die Grünen legen rund neun Prozent zu.

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich SPD und Grüne bei der Wahl des Kreistags. Bei Redaktionsschluss liegen die Grünen mit 21,79 Prozent ein My vor der SPD (21,55 Prozent). Nada Catic, Vorsitzende des Kreisverbands der Grünen, bedauert am späten Sonntagabend eigentlich nur eins: dass sie nicht ausgiebig feiern kann mit den Parteifreundinnen und -freunden. „Das zeigt, dass wir einiges richtig gemacht haben“, sagt sie. Wie es weitergehen wird, etwa mit der 21-jährigen Koalition mit der CDU, das müsse man jetzt „entsprechend der rechnerischen Ergebnisse“ sehen, sagt sie.

Vorsichtig formuliert auch Lisa Winkelmeyer-Becker, CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, die am Abend mit Landrat Schuster und dem Bundespolitiker Norbert Röttgen sowie einigen Kreistagspolitikern und Dezernenten hinter verschlossenen Türen die Ergebnisse im Kreishaus verfolgte. „Wir sind erstmal froh, dass der Landrat so überzeugend und mit solch einem deutlichen Abstand die Wahl für sich entschieden hat“, sagt sie. Angesichts recht unterschiedlicher Ergebnisse in einigen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises mit einzelnen ungewissen Ausgängen sowie beispielsweise dem Verlust des CDU-Bürgermeisteramts in Königswinter mochte sie indes nicht so fröhlich ins Horn blasen wie der bisherige Koalitionspartner. Immerhin werde die CDU im Rhein-Sieg-Kreis aber wohl bei 39,33 Prozent (bei Redaktionsschluss) über dem Landesschnitt liegen, sagte sie: „Das ist eine gute Basis für Verhandlungen.“

Linke mit Ergebnis unzufrieden

In Ruppichteroth ist für die CDU die Welt jedenfalls noch in Ordnung. 50,88 Prozent holen die Christdemokraten dort. Ein überwältigendes Ergebnis. Bei Redaktionsschluss haben sie indes kreisweit im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2014 rund drei Prozent verloren. Die Grünen verbesserten ihr Ergebnis um rund neun Prozent. „Das haben sie nicht verdient“, sagt Michael Otter (Linke), der die Ergebnisse über Stunden hin im Sitzungssaal des Kreishauses verfolgt. Besondere grüne Spuren hätten sie im Kreis nicht hinterlassen, meint er. „Wenigstens bei der ökologischen Energieversorgung hätten sie einiges machen können.“ Mit dem Abschneiden seiner eigenen Partei ist der Landratskandidat ebenfalls nicht zufrieden. 3,23 Prozent sind es jetzt. Fünf Stimmbezirke müssen zwar noch ausgezählt werden. Ein halbes Prozent mussten sie im Vergleich zu 2014 abgeben.

Leere im Kreishaus: Die Fraktionen halten sich in ihren Räumen auf, die Party ist abgesagt. Foto: Thomas heinemann/Thomas Heinemann, TH@Thomas-Hein

SPD ist einigermaßen zufrieden

Dietmar Tendler, Fraktionschef der SPD-Kreistagsfraktion, ist einigermaßen zufrieden. Entgegen dem bundesweiten Trend können die Sozialdemokraten ihr Wahlergebnis wahrscheinlich sogar eine Nuance verbessern. „Wir haben das leider zu oft im Wahlkampf zu hören bekommen, dass immer wieder bundespolitische Themen ins Feld geführt wurden.“

Immerhin: In Eitorf zeigt sich die SPD mit 28,48 Prozent als zweitstärkste Partei, in Hennef liegt sie mit 28 Prozent neun Punkte vor den Grünen. Auch in einigen weiteren Kommunen schafft sie Platz zwei. Die Grünen holen ihr bestes Ergebnis dagegen in Lohmar (30,72 Prozent), sind aber auch sehr stark in Alfter, Hennef und Königswinter.