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Troisdorf: Spaßbad Aggua öffnet nach 16 Monaten Pause

Vorerst nur der Innenbereich : Troisdorfer Spaßbad Aggua öffnet nach 16 Monaten Pause

Die lange Zeit ohne Aggua ist vorbei: Ab Donnerstag können Besucher wieder den Innenbereich des Troisdorfer Spaßbades nutzen. Bis Sauna und Freibad auch soweit sind, wird es allerdings noch dauern.

Am Donnerstag ist es so weit: Das Aggua öffnet wieder für alle Gäste seine Tore – nach 16 Monaten der Schließung. So lange stand die Rutsche still, niemand schwamm hier seine Bahnen; mit Ausnahme einiger Schulklassen und Vereine, die seit Anfang Juni wieder ins Bad dürfen. Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter dem Aggua. „Am 18. Januar, ich erinnere mich genau, war ich bei einer Karnevalssitzung – da erreichte mich die Nachricht, dass das Aggua brennt“, erinnert sich Andrea Vogt, Geschäftsführerin der Stadtwerke Troisdorf und der städtischen Holding des Bades Troikomm.

Im Technikraum, der sich unterhalb des Mehrzweckbeckens befindet, war ein Feuer ausgebrochen. Dieses richtete einen Schaden in Millionenhöhe an. Giftige Rauchgase breiteten sich im gesamten Gebäude aus, auch in der Sauna, und setzten sich an Wänden und Decken fest. „Die Brandsanierung wurde trotz Corona zeitig fertig“, so Andrea Vogt. Im Innenbereich wurden neben der Reinigung, in deren Zuge unter anderem die Deckenfliesen entfernt werden mussten, zahlreiche Arbeiten zur Aufwertung durchgeführt. Die Duschen wurden von Grund auf saniert, die Lüftungsrohre erneuert, die Reifenrutsche erhielt einen neuen Belag, das Kinderbecken eine neue Sprinklerdüse. Insgesamt kostete die Instandsetzung 3,5 Millionen Euro.

Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung

Im November 2020 sollte das Bad dann wieder öffnen – doch die Pandemie machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Das Team fasste einen Entschluss: „Wir wollten die Zeit nutzen und Renovierungsarbeiten der nächsten Jahre vorziehen“, so Vogt. Denn insbesondere im Bereich der Sauna gab es Sanierungs- und Umbaubedarf, auch über die Brandsanierung hinaus. „Heller“, „luftiger“ solle sie werden, mit einem besseren, stimmigeren Gesamtkonzept.

„Bei der Sauna haben wir viel Potential gesehen. Da gehen wir richtig an die Substanz“, sagt Sebastian Poppek vom Beratungsunternehmen GMF. Er ist seit Januar 2021 Projekt- und Betriebsleiter im Aggua. Zusammen mit der Aggua GmbH erarbeitete er ein neues Konzept für die Sauna, das seit April mit ersten Umbauarbeiten umgesetzt wird: Die Gastronomie in der Sauna erhält am früheren Ort des Dampfbades statt der bisherigen zwölf Sitzplätze 50 Plätze, statt Selbstbedienung wird die Bestellung am Platz aufgegeben. Der jetzige Massage-Bereich wird die neue Küche. Die Wände werden entkernt und der Estrich komplett erneuert – bei den Sanierungsarbeiten entdeckten Bauarbeiter, dass er durchnässt war.

Auch der Außenbereich der Sauna wird vergrößert, die hier angesiedelte Steganlage erneuert. „Wir wollen alles moderner machen“, fasst es Poppek zusammen, „unter dem Motto ‚Natur‘.“ Passend dazu soll die neue Sauna den Namen Aggua-Auen-Sauna tragen – „aufgrund der naturnahen Lage am Aggerdamm zwischen den zwei Großstädten Bonn und Köln“, erklärt Poppek.

Auch das Thema Nachhaltigkeit war bei der Planung der neuen Sauna wichtig: der konzerneinheitliche Nachhaltigkeitskodex werde sehr ernstgenommen, so Andrea Vogt. Auch nehme die Saunagastronomie in Zukunft Abschied von Einwegbechern. Das schwimmbadeigene Blockheizkraftwerk leiste ebenso seinen Beitrag für die Nachhaltigkeit der Anlage. Im Zuge der Sanierung wurde außerdem die Steuerung der Wassertechnik ausgetauscht, erklärt Sebastian Poppek, und im Technikbereich die Dämmungen modernisiert, sodass die Energie genau dort ankomme, wo sie hin solle. Im vierten Quartal dieses Jahres soll die Sauna fertig sein – dort, wo jetzt noch Baustelle ist, der Boden größtenteils aus Schutt besteht, sollen sich dann die Gäste entspannen.

Das Freibad öffnet im Sommer 2022

Weniger gute Nachrichten gibt es für die Freunde des Freibads: Auch hier wird demnächst kräftig gebaut. Das rund 80 Jahre alte Traditions-Freibad muss ebenfalls saniert werden, wie schon 2019 bekannt wurde. Neben der Sanierung der Becken plant die Aggua GmbH eine Rutsche für das Nichtschwimmerbecken und eine eigene Wasserversorgung für das Kinderplantschbecken. Hier hatten Unklarheiten bezüglich der Finanzierung für einen verzögerten Start für die Renovierungsarbeiten gesorgt. „Wir hätten gerne dieses Jahr noch geöffnet“, sagt Vogt. Das Land NRW hatte Fördermittel für Bauprojekte ausgelost, das Aggua hatte sich beworben – doch die 750.000 Euro nicht bekommen. Da durch das Warten auf den Bewilligungsbescheid Monate verloren gingen, wird der Umbau nun erst in den nächsten Wochen beginnen – und aus dem eigenen Budget finanziert. Eingeplant sind 6,5 Millionen Euro. Der Umbau ist nicht einfach zu planen: Durch die Lage im Hochwassergebiet muss immer mit Verzögerungen gerechnet werden. Dennoch soll das Freibad im Sommer 2022 wieder aufmachen.

Aktuell sind 26 Mitarbeiter fest angestellt, seit Corona gibt es keine Aushilfen mehr. Rund 15 Aushilfen sollen jetzt wieder eingestellt werden, dazu werden zwei weitere Festangestellte gesucht. „Langfristig wollen wir auf 60 Mitarbeiter aufstocken“, so Vogt. Im Corona-Jahr erlitt das Bad fünf Millionen Euro Umsatzverlust, „wir hoffen, in den nächsten Jahren wieder bei den einkalkulierten 2,5 Millionen Euro Verlust hinauszukommen“.  Eins ist klar: „Wir haben uns viel vorgenommen“, so Andrea Vogt. „Doch wir wollen nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen sehen.“