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Vermisst im Rotter See: Polizei sucht weiter nach 35-jährigem Bonner

Polizeitaucher eingesetzt : Suche nach 35-jährigem Bonner im Rotter See bleibt erfolglos

Die Einsatzkräfte in Troisdorf haben die Suche nach einem 35-Jährigem erfolglos beendet. Polizeitaucher und Suchboote hatten nach dem Bonner gesucht. Zuletzt wurde er am Samstag auf einer Luftmatratze gesehen.

Mehr als 100 Rettungskräfte haben seit Sonntagabend den Rotter See in Troisdorf nach einem Vermissten abgesucht – bisher ohne Erfolg. Der 35-jährige Mann aus Bonn blieb auch am Montag verschwunden. Laut Polizeibericht war er am Samstag gemeinsam mit Freunden im Rotter See baden gegangen. Als am Abend ein Gewitter drohte, verließen die Freunde den See, konnten den 35-Jährigen aber nicht finden. Er war nach GA-Informationen zuletzt auf einer Flamingo-Badeinsel unterwegs.

Als der 35-Jährige auch am Sonntag nicht auf seinem Handy erreichbar war und auch nicht gesehen wurde, meldete ihn seine Freundin als vermisst. Da die Möglichkeit besteht, dass dem Mann im See etwas zugestoßen ist, suchten Rettungskräfte den See und die Ufer ab. Bei dem Großeinsatz am Sonntag ab 18.15 Uhr waren laut Peter Kern, Sprecher der Feuerwehr Troisdorf, rund 100 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch 46 Mitglieder der Wasserrettungseinheit und die Feuerwehr Hennef mit ihrem Sonarboot.

Gegen 22.30 Uhr musste die Suche abgebrochen werden, es war zu dunkel. Die Feuerwehr gab die Einsatzstelle an die Kreispolizei ab, die die Suche am Montag mit einem Polizeiboot aus Köln, Polizeitauchern aus Wuppertal und einem Helikopter fortsetzte. Gegen 16.30 Uhr am Montag stellte auch die Polizei die Suche nach dem Vermissten ein. Auch der Versuch, den Mann anhand seines Handys zu orten, brachte kein Ergebnis.

Am Rotter See ist Baden erlaubt, es gibt allerdings keine Aufsicht. „Wir warnen immer wieder, dass man nicht mit Bötchen oder Luftmatratze auf den See raus fahren darf“, sagte Peter Sonnet, Sprecher der Stadt Troisdorf, dem GA. Der Ordnungsdienst kontrolliere außerdem bei gutem Wetter mehrmals am Tag die Einhaltung des erforderlichen Corona-Abstands. „Die Leute halten sich insgesamt gut an die Regeln“, berichtete Sonnet. Es habe zu Beginn einige Bußgeldverfahren wegen des Picknickverbots gegeben. „Jetzt sitzen die Leute in Familien zusammen und halten zu anderen Abstand.“

Der Rotter See ist zwar offiziell ein Badesee, hat laut Stadt aber auch seine Tücken. „Der See ist kalt und in der Mitte sehr tief“, sagte Sonnet. Am Strand sei das Wasser flach und eher ungefährlich. „Man muss aber trotzdem aufpassen. Es ist kein kontrollierte See und es gibt keinen Bademeister“, so der Stadtsprecher.

Am Allner See in Hennef herrschte am Wochenende trotz Hitze gähnende Leere. Baden ist hier generell verboten. Die Stadt hat außerdem die Liegewiese bis Ende August gesperrt, weil sich dort Abstandsregeln nur schwer einhalten lassen. Das Flatterband wird offenbar respektiert, und auch im Wasser hörte man nur einzelne Schwimmer plätschern. „Es gibt hier und da kleinere Verstoße, im Großen und Ganzen halten sich die Leute aber an Sperrung und Badeverbot“, sagte Stadtsprecher Dominique Müller-Grote auf Anfrage. Der Ordnungsdienst der Stadt Hennef kontrolliere regelmäßig. Die Hennefer FDP hat den Allner See unterdessen zum Wahlkampfthema gemacht und fordert, ihn zum Schwimmen, Tauchen und Surfen freizugeben.

Andere warnen vor den Gefahren des Wassers. So auch die Stadt Siegburg, die am Montag insgesamt eine positive Bilanz zum bisher heißesten Tag des Jahres an der Sieg zog. Am Freitag zog es bei 35 Grad zahlreiche Besucher an den Fluss. „Trotz des niedrigen Wasserstands bitte immer Vorsicht walten lassen: Im Wasser wegen der Strudel, an Land wegen des nach wie vor einzuhaltenden Abstandsgebots während der Corona-Pandemie“, teilte die Stadt mit. Sie erwähnt zugleich all diejenigen lobend, die spät abends nicht nur den eigenen Müll, sondern auch den Unrat der anderen eingesammelt haben.

Bruno Schöneberg, Leiter des DLRG-Bezirks Rhein-Sieg, sieht schönes Badewetter immer mit gemischten Gefühlen und warnt vor den Gefahren im Wasser, die auch geübten Schwimmern drohen. Erst kürzlich hat ein Taucher aus seinem Team einen 19-Jährigen aus mehreren Metern Tiefe aus dem Basaltsee in Hennef-Eulenberg gerettet (der GA-berichtete). Ob es am Samstag im Rotter See tatsächlich einen Badeunfall gab, bleibt ungewiss.