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Müll-Entsorgung im Rhein-Sieg-Kreis: So läuft es in Rheinbach und Swisttal

Müll, Autos, Schlamm : So läuft die Entsorgung im Rhein-Sieg-Kreis

Sperrmüll, Schlamm und zerstörte Autos prägen das Bild in den Überflutungsgebieten. Doch nicht überall im Rhein-Sieg-Kreis läuft die Entsorgung gleich ab. An diese Stellen können Betroffene sich wenden.

Müll, Autos und Schlamm – die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe offenbaren wahre Abfallberge. Allein am Dienstag hat die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) bis zum Mittag 250 Tonnen Müll aus Heimerzheim, Bornheim und Alfter abtransportiert. „Die Müllentsorgung im Linksrheinischen ist aktuell eine Mammutaufgabe“, sagt RSAG-Pressesprecher Joachim Schölzel. Er schätzt, dass durch die Flutkatastrophe „zig Tausende Tonnen Müll“ zusammenkommen werden. Doch wohin damit?

Müll: Da es warm ist und die Kanalisation teils nicht mehr funktioniert, besteht die Gefahr einer Rattenplage. Das gehe schneller als man denkt, sagt Schölzel. „Zunächst muss der ganze Müll aus den Straßen, damit Fahrzeuge diese wieder nutzen können“, erklärt er. Schölzel bittet, Sperrmüll und Elektrogeräte zu trennen. Letztere dürfen nicht in die Müllverbrennungsanlage gelangen, da sie dort Kurzschlüsse verursachen könnten.

Weiter empfiehlt er, die offiziellen Müllsammelplätze der Kommunen zu nutzen, um Umweltschäden zu vermeiden.

Swisttal: Dünstekoven: Parkplatz Schillingstraße, Heimerzheim: Wanderparkplatz gegenüber unterem Dützhof, Ollheim: Parkplatz vor dem Dorfhaus, Straßfeld: geschotterter Parkplatz Dorfhaus, Miel: Dorfhaus, Essig/Ludendorf: Bolzplatz zwischen den Ortsteilen. Container kann die Gemeinde laut Pressesprecher Bernd Kreuer nicht bereitstellen. Dafür helfen RSAG, Bundeswehr und eine Technische Einsatzhundertschaft der Bundespolizei beim Abtransport. Vor Ort informiert die Gemeinde mit Infoblättern, im Internet über ihre neue Facebook-Seite „SAE der Gemeinde Swisttal“.

Rheinbach: Hauptsammelstelle für private Abfälle an der Boschstraße, Wolbersacker (nur für große Transportfahrzeuge), Niederdrees: Niederdreeser Straße (einseitig), Oberdrees: mehrere Container im Dorf. Der Parkplatz am Freizeitpark/Monte Mare ist voll. Laut Pressesprecher Norbert Sauren sind in der Stadt auch Ehrenamtliche mit Traktoren und Anhängern unterwegs, die Müll mitnehmen. Die Firma IK Umwelt aus Krefeld unterstützt die Stadt mit 40 und das gesamte Gebiet mit 200 Lkw.

Meckenheim: Bolzplatz Adolf-Kolping-Straße, Ersdorf: Pater-Müller-Straße. Container für verdorbene Lebensmittel: Sportplätze Mühlenstraße und Ersdorf, Friedhof Lüftelberg Kottenforststraße/Auf den Steinen. Flut-Müll können Betroffene in Meckenheim und Alfter bei den Kommunen melden. Diese informieren die RSAG. Sperrmüll und Elektroschrott werden zum Teil getrennt voneinander abgeholt.

 Teile der RSAG-Entsorgungsanlage in Miel stehen am Dienstag nach wie vor unter Wasser.
Teile der RSAG-Entsorgungsanlage in Miel stehen am Dienstag nach wie vor unter Wasser. Foto: RSAG

Zentrale Sammelstellen gibt es in Bornheim nicht, stattdessen fünf Container in Walberberg und Merten. Laut Pressesprecher Christoph Lüttgen werden in den nächsten Tagen an besonders betroffenen Stellen rund 20 weitere Container aufgestellt. Meldungen zu Müll können Betroffene per E-Mail an den Stadtbetrieb schicken: hans.kolbeck@sbbonline.de, bernd.schaefer@sbbonline.de.

In Lohmar fährt die RSAG laut Schölzel Sondertouren. Dafür können sich Betroffene bei der Kommune unter Angabe von Namen, Telefonnummer, Anschrift, der ungefähren Kubikmeterzahl an Müll, und ob Elektrogroßgeräte vorhanden sind, anmelden: buergerinfo@lohmar.de. Unwettergeschädigte aus Troisdorf und Niederkassel sollen sich telefonisch an ihre Kommunen wenden. Auch dort seien Sondertouren geplant.

Die Entsorgungsanlage in Miel steht laut Schölzel immer noch teilweise unter Wasser; vor Freitag gehe sie nicht ans Stromnetz. Momentan lagere die RSAG den Müll an der Kompostieranlage Müttinghoven. Der Müll müsse zunächst getrocknet und zerkleinert werden, bevor er in der Sperrmüllsortieranlage Troisdorf getrennt wird und der brennbare Teil zur Müllverbrennungsanlage Bonn geht.

Autos: Die Fluten haben zum Teil Autos mit sich gerissen, die nicht mehr fahrbereit auf Straßen, Feldern und in Gräben endeten. In Swisttal und Rheinbach sind viele Autos, die Straßen und Rettungswege blockiert hatten, laut den Pressesprechern bereits abtransportiert. Die Gemeinde Swisttal sammelt sie auf Flächen etwa am Rathaus oder im Gewerbegebiet Odendorf. Autos in Gräben oder auf Feldern lässt die Stadt Rheinbach laut Sauren nun schrittweise ebenfalls abschleppen. Wer ein Auto vermisst, kann sich über die Bürgertelefone an die Gemeinden wenden. In Bornheim, Alfter und Meckenheim besteht das Problem nicht oder nur wenig.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rät Autobesitzern, etwaige Schäden sofort etwa mit der Handykamera zu dokumentieren und mit ihrer Autoversicherung das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Versicherer warnen: Autos mit schwerem Wasserschaden sollten besser nicht gestartet werden. In den vergangenen Tagen seien mehrere Fälle registriert worden, in denen beim Startversuch unerwartet der Airbag ausgelöst wurde, vermutlich durch Kurzschlüsse.

Schlamm: Wie mit Schlamm umgegangen wird, den die Fluten in Häusern hinterlassen haben, ist weniger geregelt. Die RSAG ist laut Schölzel nicht dafür zuständig. In Swisttal ist Kreuer zufolge einiges an Matsch bereits abtransportiert und auf bestimmten Plätzen zusammengetragen worden. An einer dauerhaften Lösung arbeite die Gemeinde noch. In Rheinbach gibt es Sauren zufolge keine offizielle Sammelstelle. Um Schlamm in ihren Häusern müssten sich die Bürger selbst kümmern, hieß es aus Rheinbach und Bornheim. Schlamm auf den Straßen haben die Städte zum Teil schon beseitigt.