1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Wachtberg

Planer zum Nachbessern aufgefordert: Bauprojekt in Arzdorf liegt teils außerhalb des Flächennutzungsplans

Planer zum Nachbessern aufgefordert : Bauprojekt in Arzdorf liegt teils außerhalb des Flächennutzungsplans

Obwohl ein Siegener Städteplaner seinen Entwurf um die Hälfte abgespeckt hat, ist er im Wachtberger Planungsausschuss erneut durchgefallen. Die Politiker kritisieren weiterhin, dass ein Teil der geplanten sechs Häuser in Arzdorf außerhalb des Flächennutzungsplans liegt.

Auch im zweiten Anlauf hat der Entwurf zum Bauprojekt am Remagener Weg in Arzdorf nicht die Zustimmung der Politiker gefunden. Anfang 2020 hatte die Crampe GmbH um Georg Freiherr von Loë erstmals versucht, die Fläche zwischen Remagener Weg und dem abknickenden Teil des Antoniuswegs zu entwickeln.

Damals hatte der Siegener Städteplaner Gerhard Kunze zwölf Einfamilienhäuser in Doppelreihe vorgesehen. Sie sollten in Arzdorf einen neuen Ortsrand bilden. Da die Hälfte des Vorhabens auf Feldern außerhalb des Flächennutzungsplans lag, hatten die Wachtberger Politiker um Nachbesserung gebeten.

Insofern war es spannend zu sehen, was der gleiche Städteplaner nun an neuen Ideen vorlegen würde. Was jedoch der Bonner Architekt Detlef Naumann in Vertretung seines Siegener Kollegen präsentierte, erfreute den Planungsausschuss nicht übermäßig. Zwar wurde der Entwurf verschlankt mit nur noch sechs Einfamilienhäusern und weniger landwirtschaftlicher Fläche – aber ein Teil des insgesamt 8738 großen Gebiets liegt immer noch außerhalb der Vorgaben.

Ein Grundstück ist neu hinzugekommen

Hinzugekommen ist im nördlichen Teil ein 1412 Quadratmeter großer Bereich, da dieser Eigentümer seine Parzellen mit in das Verfahren einbringen will. Hierzu teilte die Verwaltung in der Vorlage mit: „Die Grundstücke sind im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche dargestellt, befinden sich jedoch größtenteils außerhalb der für den Ortsteil geltenden Innenbereichssatzung.“ Allerdings sind alle Areale, die außerhalb des Flächennutzungsplans liegen, jetzt laut Planungsbüro kein Bauland mehr. „Es ist dort nun ein grüner Ortsrand vorgesehen als Versickerungsfläche“, gab Naumann die Überlegungen seines Kollegen wieder. Heißt: Dort erstrecken sich die Ausläufer der Gärten.

„Warum kann man nicht eine Planung in dem bestehenden Flächennutzungsplan anlegen?“, äußerte als erster Oliver Henkel (Grüne) Kritik. Das sei ja beim letzten Mal schon negativ gesehen worden. Die Grundstücke seien schließlich groß genug. „Und warum werden uns eigentlich immer nur Einfamilienhäuser präsentiert, es gibt andere Möglichkeiten wie Hofanlagen oder Ähnliches“, so Henkel. Durch den Regionalplan seien an dieser Stelle aber keine Verdichtungen vorgesehen, erwiderte Naumann. „Und ich als Behörde würde Geschosswohnungsbau am Ortsrand in Arzdorf ablehnen“, so der Architekt.

Gemeinde Wachtberg hat keine Bedenken mehr

Verwundert zeigte sich Henkel zudem, dass die Verwaltung selbst und beteiligte Behörden nun keinerlei Bedenken mehr hätten. Denn die Gemeinde hatte geschrieben: „Die geplante Bebauung entspricht grundsätzlich der Begründung zur Neuaufnahme der Wohnbaufläche 2.1 ‚Remagener Weg‘ im Zuge der Flächennutzungsplanaufstellung. Seinerzeit wurde befürwortet, dass eine einzeilige Bebauung im Anschluss an die bestehende Bebauung, entlang des heutigen Wirtschaftsweges in Frage kommt. Dies soll mit der aktuellen Planung umgesetzt werden, sodass der bereits durch die bestehende angrenzende Bebauung wohnbaulich geprägte Bereich maßvoll abgeschlossen wird.“

Ulf Hausmanns (Unser Wachtberg) empfahl allgemein, sowas on top im Ortsausschuss zu besprechen. Schließlich sei es ein Ort „mit eigener Identität“ und nicht einfach nur eine Verdichtungszone. Beigeordneter Swen Christian gab dem Gremium bezüglich Bedenken zu Starkregen und Hochwasser mit auf den Weg: „Wir sind noch sehr früh im Verfahren, das wird erst später geprüft.“ Genau hier liegen, wie berichtet, die größten Bedenken des Bürgervereins Arzdorf um Dieter Klocke.

CDU freut sich über öffentliche Parkplätze

Andrea Lohmeier (CDU) gewann dem Ganzen eine sehr positive Sache ab, nämlich dass es zehn öffentliche Parkplätze geben werde. Und sie wollte wissen, was denn der Flächennutzungsplan überhaupt hergebe im Gebiet. Zwischen 33 und 35 Meter, so Naumann, dessen Kollege daran eben noch 17,5 Meter Grünfläche der momentan landwirtschaftlich genutzten Fläche anhängt. Nach Einschätzung des Bonner Architekten brauche man diese Fläche, da die Versiegelung nicht zu nah am Gebäude liegen dürfe. Warum die neuen Häuser nicht an das bestehende System angeschlossen werden, blieb unklar.

Der Ausschuss beschloss zwar mit Mehrheit, dass die Gemeinde mit der Crampe GmbH und dem anderen Grundstückseigentümer einen städtebaulichen Vertrag über die Überplanung und Erschließung der Wohnbaufläche erarbeiten soll. Aber er machte mehr als deutlich: Für den Entwurf gibt es nur grünes Licht, wenn er innerhalb des Flächennutzungsplans liegt.

Wie die Adendorfer Crampe GmbH den Vorgang beurteilt und ob sie ihren Städteplaner erneut tätig werden lässt, ließ sich am Mittwoch nicht klären.