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Spende für Duisdorfer Hubertusschützen: Wiederaufbau nach der Flut

Spende für Duisdorfer Hubertusschützen : Wiederaufbau nach der Flut

Die Volksbank Köln-Bonn spendet den Duisdorfer Hubertusschützen 5000 Euro für die Wiederherstellung ihres Schießstandes im Derletal, der Mitte Juli mit Wasser vollgelaufen war.

Man kann es durchaus als Glücksfall für Duisdorf bezeichnen, dass die hiesigen Sankt-Hubertus-Schützenbruderschaft im Derletal einen offenen Schießstand betreibt. Die Flut, die sich nach andauerndem Starkregen Mitte Juli von der Hardthöhe bergab ergoss, hätte sonst größeren Schaden im Ort anrichten können. „Wenn das bei uns nicht reingelaufen wäre, hätte es als erstes das Seniorenheim getroffen“, ist der zweite Brudermeister Dieter Augustintschitsch überzeugt. Denn die Wassermassen wären ungebremst durch die Grünanlage geströmt.

Duisdorf ist also noch mal davongekommen, aber den Schaden haben die Schützen. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli füllte sich die Anlage mit Regenwasser, das laut den Schützen am Ende 1,50 Meter hoch stand. Möbel, Computer und sonstiges Inventar wurden zerstört, der 25-Meter-Schießstand komplett aufgeschwemmt, und der Dreck, den das Wasser mit anschwemmte, setzte sich an Wänden und Boden ab. Neben dem Schützenheim verläuft ein Graben. „Wenn der vernünftig ausgehoben wäre, wäre alles besser“, meinte der erste Brudermeister Michael Vogt. „Aber die Stadt macht ja nichts.“

Der Schaden lässt sich Augustintschitsch zufolge schwer bemessen, wird auf 85.000 Euro geschätzt. Für den kleinen Verein ist das kaum aus eigenen Mitteln zu stemmen. Dafür reichen die Mitgliedsbeiträge nicht aus. Saalmiete wurde seit Beginn der Pandemie kaum eingenommen. Von der Versicherung ist kaum Geld zu erwarten, nachdem sie laut Augustintschitsch vor einigen Jahren den Schützen von einem Elementarschutz abgeraten hatte.

Abhilfe schaffen Spenden wie die von der Volksbank Köln-Bonn, die 5000 Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung stellt. Markus Simon, Leiter der Endenicher Bankfiliale, übergab am Donnerstag im Schützenhaus einen symbolischen Rettungs-Sack an Vogt und zeigte sich beeindruckt davon, was die Schützen bereits in Eigenregie geleistet haben. Das Geld stammt aus der Stiftung „miteinander füreinander“ der Bank, die den Schützenverein als Kunden unterstützt.

Der Schießstand sieht noch immer wie eine Baustelle aus. Vogt, der erst wenige Wochen vor der Katastrophe ins Amt gewählt worden war, lobte die vielen Helfer, die mit angepackt haben – und die Optimisten, die Zuversicht verbreitet hatten. Nach mehr als 1000 Arbeitsstunden seit Mitte Juli ist der Verein inzwischen wieder soweit, dass zumindest die Zehn-Meter-Schießbahn wieder genutzt werden kann. Diese kann man auch zur 50-Meter-Bahn erweitern, allerdings muss dort erst die Elektronik ausgebessert werden.

Die 25-Meter-Bahn könne frühestens im Mai oder Juni wieder einsatzbereit sein, so Augustintschitsch. Nachdem sie zerstört war und alles ausgeräumt werden musste, konnte man nicht mehr von Wiederherstellung reden. Und nach den aktuellen Richtlinien muss dann einiges geändert werden: Gummibelag statt Holzdielen zum Beispiel, das kostet.

Daneben wurden bereits zwei Räume fertiggestellt, das Dach neu eingedeckt und die vom Wasser zerstörte Heizung ersetzt. Da kam schnell ein hoher Betrag zusammen. Auch eine neue digitale Anzeigentechnik kostet 25.000 Euro.