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Bonn: Graffiti auf Zügen - Wie Deutsche Bahn und Stadtwerke gegen Sprayer vorgehen​

Graffiti auf Zügen : Wie Deutsche Bahn und Stadtwerke gegen Sprayer in Bonn vorgehen

Graffiti finden sich in zahlreichen U-Bahn-Tunneln und an Bahnstrecken in Bonn. Die Sprayer machen sich dabei nicht nur strafbar, sondern begeben sich auf Bahngleisen auch in tödliche Gefahr. Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei warnen aktuell mit einer Video-Kampagne.

Sie sind meist nachts unterwegs und lieben den Nervenkitzel. Graffiti-Sprayer an Waggons und Bahnhofswänden machen sich nicht nur strafbar, sondern setzen zusätzlich ihr Leben aufs Spiel. Davor warnen aktuell die Deutsche Bahn (DB) und die Bundespolizei mit einem Warnvideo. Es zeigt zwei Teenager, die auf Gleise steigen und Bahneigentum besprühen. Ein Zug fährt ein und erfasst einen der Sprayer, er überlebt nicht.

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Die Präventionsbeauftragten der DB sagen deshalb: „Graffiti ist nicht der Weg zum Ruhm, sondern kann tödlich enden.“ Gerade Jugendliche würden sich häufig unterschätzen und nähmen aus Unwissenheit und Leichtsinn die Gefahren nicht ernst. Mit der Kampagne „Kein Graffiti ist dein Leben wert“ möchte die Deutsche Bahn auf die Gefahren und Konsequenzen beim Sprayen aufmerksam machen.

Graffiti in Bonn: Bisher kein Unfall bei den Stadtwerken

„Wir hatten Glück, dass in unseren Anlagen noch keine Unfälle mit Sprayern passiert sind“, teilten die Stadtwerke Bonn auf Anfrage mit. Wer allerdings auf frischer Tat ertappt wird, kann mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Einige Täter kommen auch dort mit dem Schrecken davon, da sie unter das Jugendstrafrecht fallen. Die Deutsche Bahn könne allerdings noch 30 Jahre später das Geld für den Sachschaden einfordern, so die Pressestelle des Unternehmens.

Die Kosten für die Neulackierung eines Zugs können bis zu 30.000 Euro betragen, wobei die Reinigung in der Regel an dem betroffenen Unternehmen selbst hängen bleibt. Laut Stadtwerke Bonn sind in diesem Jahr bereits Schäden im Wert von 76.000 Euro zusammengekommen. Ein signifikanter Anstieg sei bisher nicht zu erkennen. Beliebte Tatorte in Bonn seien insbesondere Tunnel und Bahngleise, berichten die Stadtwerke Bonn. In Zugabstellanlagen sind zusätzlich Sicherheitskräfte unterwegs, um die abgestellten Bahnen überwachen.

Jeder beschmierte Zug stellt auch für die DB eine hohe Belastung dar. „Es erfordert Erfahrung und Fachwissen, um Graffiti zu entfernen. Aufwand, Umweltbelastung und Kosten sind enorm“, so die Bahnsprecherin. Es kämen stark reizende Chemikalien zum Einsatz, weshalb die Reinigung nur in speziell ausgestatteten Werkstätten möglich sei. Während der Neulackierung wird der Zug sieben Tage aus dem Verehr gezogen und fällt für die Kunden aus.

Deutsche Bahn versucht Täter vom Sprayen abzuhalten

Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Deutsche Bahn Täter von dem Sprayen abzuhalten und somit auch deren Leben zu retten. „Eine stärkere Beleuchtung möglicher Tatorte und der verstärkte Einsatz von Sicherheitstechnik sollen dafür sorgen, dass weniger Graffiti entstehen“, so die DB.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren selbst für das Besprühen von Bahnstationen gesorgt und sie von professionellen Künstlern gestalten lassen. In einigen Stationen in Nordrhein-Westfalen sei dies wirkungsvoll gegen Vandalismus gewesen. „Erfahrungsgemäß respektieren Sprayer die Arbeit der Künstler und beschmieren sie nicht“, so der Bahnsprecher. Daher sei Graffiti-Kunst auch in weiteren Bahnhöfen geplant. An der Bahnhofsmission im Bonner Hauptbahnhof hatten Schüler kürzlich eine Wand mit Beethoven-Motiv gestaltet.

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