1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Niederkassel

Einsatz für Chemiestandort Lülsdorf: Evonik-Mitarbeiter übergeben Petition an Bürgermeister

Einsatz für Chemiestandort Lülsdorf : Evonik-Mitarbeiter übergeben Petition an Bürgermeister

Werksmitarbeiter der Evonik haben 446 Unterschriften an Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild übergeben. Sie sprechen sich für die Ansiedlung des Chemieunternehmens PCC in Lülsdorf aus.

Sie waren zum Rathaus gekommen, weil sie den Verlust ihrer Arbeitsplätze befürchten – und hatten 446 Unterschriften im Gepäck: Am Donnerstagmorgen haben der Betriebsratsvorsitzende am Evonik-Standort Lülsdorf, Michele Agusta, und rund 20 seiner Kollegen eine Petition an Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild übergeben. Mit der Unterschriftenaktion sprachen sich die Werksmitarbeiter für die geplante Investition und Ansiedlung des Chemieunternehmens PCC und damit für die Sicherung des Chemie-Standorts Lülsdorf aus.

Wie berichtet, haben sich in Niederkassel alle Parteien gegen eine Ansiedlung der Firma PCC ausgesprochen. Die Firma will am Standort der Evonik in Lülsdorf eine Anlage zur Produktion von Ethylenoxid (EO) bauen. Sie konnte aber weder die Politik noch die Einwohner von Lülsdorf, Ranzel und Niederkassel, die rund um das Werk wohnen, davon überzeugen, dass man die hohen Risiken, die mit der Herstellung von Ethylenoxid verbunden sind, händeln kann.

Im gleichen Atemzug sagten aber Politik und Verwaltung der Evonik Industries jede Unterstützung zum Erhalt des Werkes zu. Damit ist natürlich auch der Wunsch verbunden, die Arbeitsplätze der knapp 500 Beschäftigten zu erhalten. Nachdem in Niederkassel eine Bürgerinitiative gegründet wurde, deren Ziel es ist, den Bau der EO-Anlage zu verhindern und die Bürger über die Gefahren und Risiken der Anlage zu informieren, meldeten sich nun die Mitarbeiter der Evonik am Standort in Lülsdorf zu Wort.

Evonik muss sich neu orientieren

„Hier geht es um die Zukunft des Standortes und somit um unsere Zukunft. Unsere Arbeitsplätze verdienen eine sachliche Debatte“, so Agusta. Hintergrund der Neuorientierung bei Evonik ist das Minamata-Übereinkommen der Vereinten Nationen. Weil quecksilberhaltige Chlor-Alkali-Elektrolysen nicht mehr als Stand der Technik gelten, dürfen sie seit dem 12. Dezember 2017 nicht mehr betrieben werden. Bis Ende 2027 hingegen dürfen noch Chlor-Alkoholat-Elektrolysen laufen. Diese Frist gilt auch für Evonik am Standort Lülsdorf.

Vehreschild nahm die Unterschriftenliste entgegen und und dankte für die bisherige ruhige und faire Zusammenarbeit. „Verwaltung und Politik sind für die Stärkung der Evonik. Die Thematik PCC ist eine ganz besondere Angelegenheit. Auch nach dem 13. September wird das Thema uns begleiten. Es gibt bestimmt auch alternative Unternehmen, um die Standortplätze unserer Evonik zu sichern. Für uns stellt sich die Frage, wie wichtig ist ein Arbeitsplatz gegenüber der Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung?“, so Vehreschild.