1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Ab Mittwoch: Verschärfte Corona-Maßnahmen im Rhein-Sieg-Kreis

Stadt verschärft die Maßnahmen : Diese Corona-Regeln gelten ab sofort in Siegburg

In Siegburg gelten ab Freitag strengere Corona-Regeln. Die Hotline des Rhein-Sieg-Kreises ist mittlerweile überlastet, viele Bürger haben Fragen zum Thema Reisen. Ein Überblick über die aktuellen Regelungen und Zahlen.

Siegburg ist die erste Kommune im Rhein-Sieg-Kreis, die strengere Corona-Regeln verhängt. In der Nacht zu Freitag ist eine Allgemeinverfügung in Kraft getreten, die zum Infektionsschutz Einschränkungen im privaten und öffentlichen Leben festschreibt.

Danach sind laut Stadt nur noch Treffen von Fünf-Personen-Gruppen im öffentlichen Raum erlaubt, die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern wird zuhause und in anderen Räumen auf zehn Personen begrenzt. Es gilt eine Maskenpflicht für sämtliche Bereiche der Fußgängerzone sowie überall dort, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Ab 23 Uhr ist in Siegburg Sperrstunde, ab 22 Uhr darf kein Alkohol verkauft und in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Auch für religiöse Veranstaltungen gilt Maskenpflicht, die Besucher dürfen nicht mehr singen. Wie berichtet gab es in Siegburg einen Corona-Ausbruch in der Evangeliumschristen Gemeinde. Auch in der Gastronomie werden die Vorschriften für die Einhaltung der Rückverfolgbarkeit verschärft.

Landrat Sebastian Schuster berichtete am Donnerstag in der Telefon-Pressekonferenz des Rhein-Sieg-Kreises, dass die beim Corona-Gipfel in Berlin verabredeten Maßnahmen nun vom Land NRW umgesetzt werden müssten. Wie die Ausgestaltung im Detail aussehe, bleibe abzuwarten. Die Anpassung der landesweiten Coronaschutzverordnung ersetzt oder ergänzt dann die Regeln, die Landrat, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister am Dienstag für eine Inzidenz ab 35 besprochen hatten.

Vor dem Abstrichzentrum am Siegburger Helios Klinikum gibt es keine Warteschlange: Tests gibt es hier nur mit Termin. Foto: Alf Kaufmann

Landrat appelliert an die Eigenverantwortung

Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis bei 40,3. „Sicher ist, dass wir, falls wir die 50er-Marke auf Kreisebene überschreiten, nur zehn Tage Zeit haben werden, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Andernfalls drohen weitere Verschärfungen“, betonte der Landrat und appellierte noch einmal eindringlich an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Das unterstrich Ralf Thomas, Leiter der Fachstelle Covid im Kreis: „Jede und jeder sollte in dieser Phase noch einmal überlegen, welche Kontakte wirklich notwendig sind. Wer seine Kontakte reduziert, schützt nicht nur sich selbst vor einer Infektion, sondern hilft aktiv mit, das Infektionsgeschehen einzudämmen und im Falle einer Erkrankung die Zahl der Kontaktpersonen gering zu halten.“

Die Coronaschutzverordnung NRW betrachtet Kreise als Ganzes und nicht einzelne kreisangehörige Städte oder Gemeinden. Laut Thomas ist daher die Sieben-Tage-Inzidenz für den gesamten Rhein-Sieg-Kreis entscheidend: „Dennoch ermitteln wir zur Beurteilung, wo sich im Rhein-Sieg-Kreis die Hotspots befinden, auch die lokale Inzidenz – hierbei handelt es sich aber nicht um amtliche Werte.“

Regelungen könnten für überlastete Labore sorgen

Die Zahlen haben auch alle im Blick, die in der zweiten Herbstferienwoche in den Urlaub fahren möchten. Maßgeblich ist dafür die Zahl, die das Landeszentrum Gesundheit NRW jeweils um Mitternacht für den Folgetag ermittelt. Noch ist der Rhein-Sieg-Kreis kein Risikogebiet mit einer Inzidenz ab 50. Wer sich vorsorglich auf das Coronavirus testen lassen möchte, muss das laut Thomas selbst organisieren und selbst zahlen.

Er fürchtet, dass die Regelung, dass Tests nicht älter als 48 Stunden sein dürfen, die Kapazitäten der Labore überlastet. Auch an der Corona-Hotline des Kreises häuften sich am Donnerstag die Anfragen zu Reisen und neuen Regeln, Anrufer kamen teilweise nicht durch.