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Regionalliga West: Bonner SC spielt 1:1 gegen Borussia Dortmund

1:1 bei Borussias U23 : Bonner SC holt verdient einen Punkt in Dortmund

Der Bonner SC hat die Rote Laterne der Regionalliga West abgegeben. Das Team von Trainer Thorsten Nehrbauer holte am Sonntag einen Punkt beim Spitzenreiter, der U23 von Borussia Dortmund - und das nicht unverdient.

Den Blick auf die Tabelle dürfte Thorsten Nehrbauer, der Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, seinen Schützlingen vor der Partie bei der U 23 von Borussia Dortmund aus psychologischen Gründen erspart haben. Schließlich trat der BSC, nachdem die Konkurrenz bereits am Samstag die Klingen gekreuzt hatte, als Tabellenschlusslicht gegen den Primus an. Diese aus BSC-Sicht sicherlich unerfreuliche Tabellen-Konstellation sollte sich nach den 90 Minuten im Stadion Rote Erde zu Dortmund ein wenig erträglicher darstellen.

Denn der BSC trotzte dem BVB-Nachwuchs nach deutlicher Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte ein nicht unbedingt erwartetes, dafür aber verdientes 1:1 (0:1) ab und hat damit zumindest das angeschlagene Selbstbewusstsein für die anstehenden Aufgaben gehörig aufpoliert. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison kein entscheidender, aber durchaus willkommener Nebeneffekt: Die Rote Laterne übergab die Nehrbauer-Elf den punktgleichen Sportfreunden aus Lotte. Marcel Damaschek hatte in der 52. Minute die Dortmunder Führung durch Taylan Duman aus der 10. Minute ausgeglichen.

„Das war ein verdienter, weil hart erkämpfter Punktgewinn“, meinte ein zufriedener BSC-Cheftrainer. „Heute hat meine Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt und sich das nötige Glück auch erarbeitet.“ Gezwungenermaßen, wohl aber auch aus Kalkül hatte der BSC-Trainer nach dem Ausfall von Kapitän Kris Fillinger seine Startelf für die schwere Prüfung in Dortmund auf drei Positionen umgebaut. Erstmals von Beginn an dabei war der erst 19-jährige Marius Samoura, der mit Rückkehrer Cedric Mvondo nach dessen Denkpause gegen Wegberg-Beeck und David Winke die Dreierkette im 3:5:2-System von Nehrbauer bildete.

Jan Roschlaub musste dafür zunächst mit der Bank Vorlieb nehmen, kam dafür später in die Partie. Für den bislang glücklosen Metin Kizil stürmte Aloy Ihenacho. Dario Schumacher, für Fillinger Kapitän, und Dominik Bilogrevic vertraten den verletzten Fillinger im defensiven Mittelfeld. Nach erwartet druckvollem Beginn der Hausherren hatten allerdings die Gäste die erste gute Chance der Partie. Nach einem schlampigen Abspiel von BVB-Schlussmann Luca Unbehaun eroberte Ihenacho den Ball an der Strafraumgrenze. Der folgende Pass auf Burak Gencal geriet dann zu ungenau, so dass Unbehaun seinen Fehler mit letztem Einsatz gegen Gencal wieder gut machen konnte. Zwei Minuten später gingen die Gastgeber mit 1:0 in Führung.

Kein herausgespielter Treffer, denn Taylan Duman hatte aus der Distanz Maß genommen und BSC-Schlussmann Jonas Hupe keine Chance gelassen. Im weiteren Verlauf agierte der BVB zwar tonangebend, erspielte sich aber keine zwingenden Toraktion. Auf der anderen Seite wirkte der BSC stets bemüht, blieb aber im Spiel nach vorne vieles schuldig. Bis auf seinen Lapsus in der 8. Spielminute verlebte Unbehaun eine ruhige erste Hälfte zwischen den Pfosten des Dortmunder Tores. Dafür leistete sich der BSC auf der anderen Platzhälfte im Spiel gegen den Ball bis zum Pausenpfiff keine nennenswerte Fehler.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste nach vorne weitaus mutiger und aggressiver, liefen die Dortmunder Akteure viel früher an. Eine Spielweise mit der die Herren in Schwarz-Gelb offenbar nicht gerechnet hatten. Der Ausgleich für den BSC ließ dann auch nicht lang auf sich warten. Nach einer Ecke von Burak Gencal stieg Marcel Damaschek am höchsten und köpfte in der 52. Minute aus kurzer Distanz zum nicht unverdienten 1:1 ein.

Zur Freude des BSC-Trainers blieb diesmal auch das große Zittern nach eigenem Torerfolg aus. Der BSC spielte taktisch diszipliniert, kämpfte aufopferungsvoll und leistete sich keine gravierende Fehler in der Abwehrarbeit. Die von Nehrbauer geforderte Konzentration blieb bis zum Schlusspfiff auf hohem Niveau. Damit sollte das ärgerliche 0:2 im letzten Heimspiel gegen Aufsteiger Wegberg-Beeck aus den Köpfen der handelnden Personen vertrieben sein und die Arbeit vor dem nächsten Aufsteigerduell am kommenden Samstag gegen Ahlen konzentrierter und leichter von der Hand gehen.

Borussia Dortmund U23: Unbehaun, Maloney, Hober, Bakir (65. Krebs), Duman, Tachie (72. Wanner), Weigelt, Tigges, Pfanne, Dams, Knauff.

Bonner SC: Hupe, Wiese, Winke (84. Touloupis), Mvondo, Damaschek, Samoura (60. Roschlaub), Bilogrevic, Schumacher, Kaiser (69. Takahara), Gencal, Ihenacho (76. Kizil).

Tore: 1:0 Duman (10.) 1:1 Damaschek (52.). Zuschauer: 300. Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis (Castrop-Rauxel).