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Ein besonderes Duell: Der 1. FC Köln erwartet Leverkusen

Fußball-Bundesliga : Ein besonderes Duell: FC erwartet Leverkusen

Vor zwei Jahren gelang Jan Thielmann ein siegreiches Profi-Debüt gegen Leverkusen. Auch für die Partie am Sonntag sieht er Siegchancen

Trostloser hätte die Ausgangslage wohl nicht aussehen können: Sieben Spiele in Folge hatte der 1. FC Köln nicht mehr gewonnen, war im Pokal gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken mit Trainer und FC-Idol Dirk Lottner überraschend ausgeschieden, hatte bereits den ersten Coach-Wechsel der Spielzeit hinter sich und belegte den letzten Platz in der Bundesliga. Die Saison 19/20 stand im Winter 2019 unter keinem guten Stern.

Ausgerechnet da kam Bayer Leverkusen ins Kölner Stadion. Der Tabellendritte, der 14 Tage zuvor sogar die Bayern in München 2:1 besiegt hatte. Die Chancen des neuen Kölner Coachs Markus Gisdol, den ersten Dreier einzufahren, waren mehr als gering. Doch ausgerechnet diese geringe Chance nutzte der FC. Zwar war Leverkusen die bessere Mannschaft, die Tore erzielten aber die Geißböcke. Jhon Cordoba und Sebastian Bornauw waren erfolgreich. Mit 2:0 setzte sich der FC durch. Der Beginn einer beeindruckenden Aufholjagd und einer Profi-Karriere. Jan Thielmann gab an jenem 14. Dezember 2019 sein Profidebüt. „Ich war nervös wie nie zuvor in meinem Leben. Das erste Mal vor 50 000 Fans auf dem Platz zu stehen, war ein Riesenerlebnis für mich, das ich in meinem Leben nicht vergessen werde“, sagt Thielmann im FC-Interview. „Für mich ging es bei meinem Debüt vor allem darum, alles aufzusaugen. Es war ein Erlebnis wie kein zweites.“

Dabei hat Thielmann mittlerweile einige Erlebnisse gesammelt. Nur vier Tage nach dem Debüt gegen Leverkusen bereitete Thielmann sein erstes Tor beim 4:2-Erfolg über Frankfurt vor. Es folgten zehn weitere Einsätze in dieser Spielzeit. Der FC sicherte sich den Klassenerhalt. In der Folgesaison lief Thielmann 24 Mal für die Geißböcke auf und erzielte seine ersten Treffer. Beim 2:2 gegen Wolfsburg und unvergessen der Last-Minute-Treffer gegen Schalke beim 2:1-Erfolg im Januar dieses Jahres. Thielmann, der mit den Kölner B-Junioren Meister geworden ist, ist gereift. Er wirkt am Ball viel ruhiger, entspannter. Seine Aktionen sind klar, nicht mehr überhastet.

Auch, weil FC-Coach Steffen Baumgart dem Youngster vertraut. Vier Mal stand der 19-Jährige in dieser Saison in der Startelf, einmal wurde Thielmann eingewechselt, zudem fiel er krank aus. Baumgart setzt auf den Offensivmann. „Ich bin froh, dass ich die Chance vom Trainer bekomme. Jedes Mal, wenn ich in der Startelf stehe, heißt es für mich, mich zu beweisen, damit ich in der Woche darauf wieder von Beginn an spiele“, sagt Thielmann, der dieses Jahr erst seinen Vertrag verlängerte. „Wenn man ein Zwischenfazit ziehen will, sieht das ganz positiv aus. Leider habe ich krankheitsbedingt aber auch schon einige Spiele verpasst. Am Saisonende sitzen wir hoffentlich wieder zusammen und können sagen, dass ich Stammspieler geworden bin.“

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Dazn), knapp zwei Jahre nach Thielmanns Debüt, steht erneut die Begegnung gegen Leverkusen auf dem Plan. Eine schwere Aufgabe, aber nicht unlösbar. „Dass Leverkusen Qualität hat, steht außer Frage. Wir müssen wieder das an den Tag legen, was wir in den Wochen vor dem Hoffenheim-Spiel gezeigt haben“, sagt Thielmann. „Man hat gesehen, dass wir gegen Mannschaften wie Leipzig bestehen können. Auch gegen Bayern München haben wir gut gespielt.“ Und: „Spiele gegen Leverkusen sind aber nochmal etwas anderes. Da ist die Tabellensituation egal. Da passieren Sachen, an die man vorher gar nicht denkt.“

So wie beim 2:0-Erfolg im Dezember 2019. Damals hatten nur wenige dem FC den Sieg zugetraut. Nach der 0:5-Pleite gegen Hoffenheim ist die Ausgangslage ähnlich. Daran ändert auch die 1:5-Pleite von Bayer gegen die Bayern nichts. Thielmann ist sicherlich erneut eine Option für die Startformation. Vielleicht gelingt dem Offensivmann auch endlich der erste Treffer gegen die Werkself. „Habe ich echt noch nie gegen Leverkusen getroffen?“, stellt er im Interview fest. „Krass. Dann wird es wirklich Zeit. Das kommt noch.“ Vielleicht schon am Sonntag.