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FC trennt sich von Markus Gisdol

Nach 2:3-Pleite : FC trennt sich von Markus Gisdol

Die Niederlage gegen den FSV Mainz war eine zu viel. Der 1. FC Köln hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Markus Gisdol getrennt und damit eine wochenlange Hängepartie beendet.

Bereits zum sechsten Mal in dieser Spielzeit stand Markus Gisdol gegen den FSV Mainz 05 vor einem vermeintlichen Endspiel als Trainer des 1. FC Köln, das 2:3 gegen das Team aus Rheinland-Pfalz war sein letztes. Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist hat nur wenige Stunden nach der bitteren Pleite im Abstiegsgipfel gegen die 05er die Reißleine gezogen und sich von Gisdol getrennt.

„Wir wollten das Spiel gegen Mainz unbedingt gewinnen. Obwohl die Leistung heute wieder gut war, haben wir keine Punkte geholt. Das war eine bittere Niederlage“, sagte Sportdirektor Horst Heldt. „Mit einem Trainerwechsel wollen wir der Mannschaft für diese entscheidende Phase mit einer neuen Konstellation einen neuen Impuls geben.“ Dem Vernehmen nach steht Friedhelm Funkel als Nachfolger bereit.

Dabei rief der FC einmal mehr eine ordentliche Leistung ab. Wieder einmal. Denn bislang zeigten die Kölner die besten Spiele, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. Auch die Begegnung beim VfL Wolfsburg war als vermeintliches Schicksalsspiel für Gisdol deklariert worden. Der FC zeigte in der Vorwoche 45 Minuten lang ein ansprechendes Spiel. Das reichte Sportdirektor Horst Heldt offenbar noch, Gisdol im Amt zu lassen.

Nach dem 2:3 gegen Mainz konnte der ehemalige Kölner Profi seinem Freund jedoch den Rücken nicht mehr stärken. Den 0:1-Rückstand durch Jean-Paul Boëtius (10.) glich Ondrej Duda (42.) per Strafstoß aus. Nach dem Wechsel drehte Ellyes Skhiri (61.) das Ergebnis, bevor Karim Onisiwo (65.) für Mainz zum 2:2 traf. In der Nachspielzeit markierte Leandro Barreiro den dritten FSV-Treffer (90.+1). Der FC liegt nunmehr mit 23 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz, das rettende Ufer ist drei Zähler entfernt.

Köln dreht den Spielstand

„Wir haben gerade die Gegentore nicht gut verteidigt“, sagte FC-Kapitän Jonas Hector. „Auf der anderen Seite müssen wir nach vorn zwingender sein.“ Dabei spielte Köln gegen den FSV mutig nach vorn. Gisdol hatte auf zwei Änderungen im Vergleich zur Vorwoche gesetzt. Nachdem die Rekonvaleszenten Florian Kainz und Sebastian Andersson in der Vorwoche gegen Wolfsburg nur zu Kurzeinsätzen kamen, standen sie gegen die 05er in der Startelf. Die Umstellung machte sich bezahlt. Vor allem Andersson tat dem Kölner Offensivspiel sichtlich gut. Köln begann ohnehin druckvoll und offensiv. Nach einer Flanke von Noah Katterbach kam Ondrej Duda bereits nach wenigen Minuten zum Abschluss, verfehlte aber deutlich.

Auf der anderen Seite machte es Boëtius besser. Der Niederländer wurde bei seinem Schussversuch aus rund 16 Metern nicht angegriffen und traf zur Gäste-Führung. FC-Keeper Timo Horn war ohne Chance. Doch Köln kämpfte sich zurück ins Spiel. Nach einem langen Ball von Jorge Meré kam Andersson zum Abschluss, verfehlte knapp. Eine Minute später scheiterte der Schwede an 05-Keeper Robin Zentner, bevor er in der nächsten Aktion fallend aus fünf Metern vergab.

Der FC blieb das bessere Team, Mainz vor dem Tor aber zielstrebiger. Nach einem Schuss von Moussa Niakhaté rettete Horn mit dem Fuß in größter Not. Der FC spielte seine Angriffe bis zum 16-Meter-Raum stark, die Schüsse wurden aber von der Mainzer Hintermannschaft abgeblockt. Unter anderem von Philipp Mwene, der einen Versuch von Ehizibue mit der Hand abwehrte. Nach Kontrolle aus dem Kölner Keller entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Strafstoß. Duda verwandelte sicher.

Mainzer Konter besiegelt Gisdols Aus

Zur Halbzeit musste Gisdol gleich zweimal wechseln. Jannes Horn und Ismail Jakobs kamen für die angeschlagenen Ehizibue und Katterbach. Nach einer Hereingabe von Hector traf Skhiri nach einer guten Stunde zur Kölner Führung. Die Freude währte nicht lange. Nur fünf Minuten später glich Onisiwo wieder aus.

Köln zeigte sich von dem Gegentreffer wenig beeindruckt und drückte auf das dritte Tor, erfolgreich war aber erneut Mainz. Barreiro nutzte einen Konter zum 2:3-Endstand.

Der 1. FC Köln tritt mit der Niederlage weiter auf der Stelle. Zumal nun die schweren Spiele gegen Leverkusen und Leipzig auf dem Spielplan stehen. „Ich rechne mit nichts“, sagte Gisdol noch unmittelbar nach dem Spiel. Doch auch er wird da schon geahnt haben, dass das sechste FC-Endspiel sein letztes war. „Ich wünsche meinen Jungs für den Saisonendspurt alles Gute und drücke ihnen und dem FC die Daumen, damit sie in der Bundesliga bleiben“, sagte der Trainer nach der Entlassung.