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Telekom Baskets Bonn: Baskets brauchen gegen Gießen bessere Defensivleistung

Telekom Baskets Bonn : Baskets brauchen gegen Gießen bessere Defensivleistung

Nach dem Ende der Siegesserie durch die Niederlage gegen Bayreuth wollen die Telekom Baskets gegen Gießen zurück in die Erfolgsspur. Vor allem defensiv haben die Bonner Steigerungspotenzial.

Die Tabelle der Basketball-Bundesliga liefert aktuell einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sich bis zum Ende der Hauptrunde zuspitzen wird: Der Kampf um die letzten Playoff-Plätze ist schon nach etwas mehr als der Hälfte der Spiele entbrannt, der Abstand zwischen dem Siebten Hamburg und dem 16. MBC Weißenfels beträgt nur acht Punkte. Da ist jeder Sieg fast Gold wert und jede Niederlage – insbesondere die gegen direkte Konkurrenz – ein Stich ins Herz.

Die am Ende deutlich verlorene Heimpartie (76:91) gegen den Verfolger Medi Bayreuth am vergangenen Dienstag war für die Telekom Baskets insofern besonders schmerzlich und beendete die Serie von vier Siegen. „Es ist sehr ärgerlich, weil es im Rennen um den Anschluss an Platz acht ein wichtiges Spiel war. Das Rennen ist dadurch nicht verloren, aber es ist ein Rückschlag“, sagt Baskets-Sportchef Michael Wichterich, der vor allem in der dürftigen Verteidigungsarbeit den Grund für die Niederlage ausmacht: „Man hat gesehen, dass wir in der Defensive erhebliche Abstimmungsprobleme hatten. In Kombination mit einer nicht überaus einsatzfreudigen Verteidigungsbereitschaft hat das für Bayreuth den Weg bereitet, sich an diesem Abend ziemlich gut zu fühlen.“ Die Franken nahmen die unverhofften Freiheiten dankend an und zogen durch den Sieg in der Tabelle nach Punkten mit den Bonnern gleich.

Das Aufgabenprofil für das Auswärtsspiel bei den Giessen 46ers an diesem Samstag (18 Uhr/Magenta Sport) ist für das Team von Trainer Will Voigt also schnell definiert: besser verteidigen, den Gegner zu Fehlern zwingen und ihn mit schnellem Offensivspiel unter Druck setzen. Und mit Blick auf die Playoff-Ambitionen der Baskets stellt sich wohl auch die Frage, ob es beim Tabellenvorletzten heißt: Verlieren verboten? „In unserer Situation ist Verlieren verboten, das stimmt schon. Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass wir die Gießener wie Fallobst behandeln sollten – ganz im Gegenteil“, betont Wichterich. „Wir wissen, wie gefährlich sie sein können. Wenn man sie spielen lässt, kann es sehr unangenehm werden, und wenn wir so verteidigen wie gegen Bayreuth, dann wird es sehr unangenehm.“

John Bryant und Diante Garrett geben Gießen einen Schub

Dass die Hessen gefährlicher sind, als es ihre Platzierung vermuten lässt, erfuhr mit den Baskets Oldenburg kürzlich auch eine Topmannschaft, die sich Gießen geschlagen geben musste (93:97). Insbesondere die Rückkehr des zweimaligen Liga-MVP John Bryant und die Nachverpflichtung von Spielmacher Diante Garrett haben der Mannschaft einen Schub gegeben. „Garrett war mal ein exzellenter Spieler, der durch Verletzungen zurückgeworfen worden ist. Über Bryants Stärken brauchen wir nicht zu reden, insgesamt ist der Kader durch die beiden breiter und schlagkräftiger geworden“, sagt Wichterich.

Gleiches gilt für die jüngsten Bonner Verpflichtungen Alex Hamilton und Jalen Hudson, die einen unterschiedlichen Start auf dem Hardtberg erlebten. „Hudson hat sich gut eingelebt. Er hat zwar lange nicht gespielt, ist aber in einer guten körperlichen Verfassung“, sagt Wichterich. Hamiltons Weg aus der Türkei nach Bonn und die ersten Tage hier waren problematischer: „Er war für den zweiten Tag nach dem MBC-Rückspiel eingeplant. Stattdessen hat er vor dem Spiel gegen Vechta nur ein Training mitgemacht.“ Zunächst habe es Probleme bei der Ausreise gegeben, dann machte dem Point Guard ein entzündeter Insektenstich zu schaffen. „In einzelnen Szenen hat man sein Potenzial schon aufblitzen sehen, in der Summe aber war es noch gar nicht das, was wir von ihm erwarten und brauchen, damit er die Mannschaft deutlich besser macht“, sagt Wichterich über Hamilton, der gegen Gießen folglich Steigerungspotenzial hat.