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Meßdorfer Feld in Dransdorf: Wohnungsbau auf altem Stadtgärtnerei-Gelände geplant

Meßdorfer Feld in Dransdorf : Wohnungsbau auf altem Stadtgärtnerei-Gelände geplant

Der Hauptausschuss der Stadt Bonn hat beschlossen, auf den versiegelten Flächen der früheren Stadtgärtnerei am Meßdorfer Feld in Dransdorf Wohnungen bauen zu wollen. Auch die Biologische Station soll einen Neubau bekommen. Die alten Bebauungspläne wurden aufgehoben.

Seit Jahren diskutieren Rat und Verwaltung, wie es mit dem Gelände der 2004 geschlossenen Stadtgärtnerei am Meßdorfer Feld in Dransdorf weitergehen soll. Der Hauptausschuss, der jetzt wegen der Pandemie anstelle des Rates tagte, hat nun mit breiter Mehrheit die einzelnen Punkte des Antrags der Ratskoalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt zur Zukunft des Areals teils mit Enthaltungen, teils mit Gegenstimmen der Opposition aus CDU, FDP und BBB, beschlossen. Demnach soll nun der ohnehin versiegelte nördliche Bereich des Gärtnerei-Areals beplant werden dürfen.

Ein früherer Ratsbeschluss – damals mit der Ratsmehrheit aus CDU, Grünen und FDP gefasst – wird aufgehoben. Der einstige Beschluss beinhaltete, dass auf dem gesamten befestigten Grund der insgesamt 28 Hektar großen Fläche zwischen Meßdorfer Feld und der Straße „Auf dem Dransdorfer Berg“ eine Wohnbebauung mit etwa 30 Häusern ermöglicht werden sollte. Für die weiteren Schritte im Bebauungsplanverfahren waren indes detaillierte Gutachten zum Artenschutz mit einer "Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung" sowie konkreten Ausgleichsmaßnahmen gefordert worden - passiert ist seither bekanntlich nichts.

Die neue Ratsmehrheit aus Grünen, SPD, Linken und Volt will nun, dass neben neuen Wohnungen auch die bereits auf dem Stadtgärtnerei-Gelände in der einstigen Hausmeisterwohnung angesiedelte Biologische Station ein neues Gebäude erhält, in dem auch ein Bildungs- und Informationszentrums unterkommen soll. Angestrebt ist ein „Nachhaltigkeitsvorzeigeprojekt“ der UN-Stadt Bonn, heißt es in der Vorlage. Ein Projekt, über das sich Brigitta Poppe besonders freut. Die ausgewiesene Umweltexpertin, die mit ihrem früheren Grünen-Fraktionskollegen Hardy Lohmeyer im Rat die Gruppe Rheingrün bildet , findet nämlich die bisherige Unterbringung der Biologischen Station „beschämend“.

In der Beschlussvorlage heißt es weiter: Die Wohnbebauung und Gestaltung des Plangeländes sollen Umweltaspekte „im besonderen Maß“ berücksichtigen. Und: Die Erschließung der Häuser dürfe lediglich über die Straße Auf dem Dransdorfer Berg erfolgen, die man wiederum nur von der Siemensstraße aus erreicht.

Für die SPD, die bisher stets eine Bebauung des früheren Stadtgärtnerei-Areals abgelehnt hat, erklärte Peter Kox: „Die Wohnraumproblematik hat dazu geführt, dass wir über unseren Schatten gesprungen sind“. Wenn jetzt dort gebaut werden dürfe, dann müsse das allerdings auch schnell über die Bühne gehen, betonte der SPD-Sozialexperte. „Wir halten das für einen guten Kompromiss“, ergänzte Fraktionschefin Angelika Esch.

Ein Änderungsantrag der CDU, den Ratsherr Bert Moll mündlich vortrug, wurde mit Mehrheit gegen CDU und FDP abgelehnt. Moll hatte einen städtebaulichen Wettbewerb für die zu bebauende Fläche gefordert.

Wie berichtet, lehnt die Bürgerini­tiative Meßdorfer Feld eine Wohnbebauung auf dem Gelände ab. Sie sieht darin einen Dammbruch und befürchtet in der Folge eine weitere Bebauung des Feldes, auch wenn weite Teile der Politik dies erklärtermaßen ausschließen. „Wir sehen aber durchaus, dass mit der Biologischen Station etwas passieren muss: entweder durch eine Sanierung oder einen Neubau“, sagte Rudolf Schmitz von der Bürgerinitiative dem GA. Die Initiative schlägt den Bau eines Ökozentrums vor, in dem beispielsweise auch Schulungsräume geschaffen werden könnten.