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Ursula Perkams: Altbürgermeisterin von Wachtberg hat noch immer Natur im Blick

GA-Serie: „Ruhestand 4.0“ : Wachtbergs Altbürgermeisterin hat noch immer die Natur im Blick

Auch mit 80 Jahren hat Wachtbergs Altbürgermeisterin Ursula Perkams das Gemeinwohl im Blick. Als Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft unterstützt sie mit anderen beispielsweise Schulen und Kindergärten - und engagiert sich damit im Ruhestand vielfältig.

Wer in das Gesicht von Ursula Perkams schaut, sieht viel Lebensfreude und Engagement. Ungebremst wirken die Kräfte der Wachtbergerin, die Ende April ihren 80. Geburtstag in kleinem Kreis gefeiert hat. Seit Jahrzehnten setzt sie sich für die Gemeinde und deren Umgebung ein. Und auch in ihrem Ruhestand hat sie seit vielen Jahren die Natur im Blick.

Hätte es in den vergangenen Monaten Corona und die Restriktionen nicht gegeben, wären der runde Geburtstag und die goldene Hochzeit mit Ehemann Günter Mitte Mai große Dorffeste geworden, mutmaßen Adendorfer aus ihrem Umfeld. Glückwünsche kamen trotzdem zahlreich, und Geldgeschenke nutzt Perkams nun dafür, dass das Wegekreuz Richtung Klein-Villip wieder repariert wird. In Klein-Villip fand auch die Messe zur Goldhochzeit des Jubelpaars statt – in kleinem Kreis mit den beiden Söhnen und der Tochter samt jeweiliger Familien.

An der Kirchstraße, in einem 1743 errichteten Fachwerkhaus, wohnt die gebürtige Kölnerin mit ihrem Ehemann seit 1974. Zuvor wurde das Gebäude zwei Jahre lang umgebaut. Zehn Jahre später war Perkams Ortsvertretungsvorsitzende in Adendorf. Durch die Diskussionen um die damals anstehende Errichtung einer 40 Hektar großen Giftmülldeponie zwischen Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf stand sie plötzlich an der Spitze einer Bewegung, aus der sich wenig später die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung gründete.

Als CDU-Gemeinderatsmitglied wirkte Perkams gleich mehrere Legislaturperioden mit, um die Gemeindeentwicklung in Wachtberg voranzutreiben. Sie ist zudem seit vielen Jahren Ehrenvorsitzende der CDU-Wachtberg und Altbürgermeisterin in Wachtberg. Gleich zwei Mal erhielt sie in Adendorf mehr als 80 Prozent der Stimmen.

Und trotz ihres Ruhestands ist die Umweltaktivistin noch immer dabei, wenn die von ihr angeführte Aktionsgemeinschaft Projekte mit Schulen und Kindergärten durchführt: dort Insektenhotels mit Kindern baut oder mit Helfern kleine Blühfelder anlegt.

Perkams und ihre Mitstreiter mobilisierten in den vergangenen Jahren zudem Landwirte für das Anlegen von Blühstreifen entlang der Felder rund um Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf. Hier tummeln sich auch in diesem Sommer wieder Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten. Verschiedene auf Adendorf bezogene Buchprojekte begleiteten die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft ebenso.

Auch die drei Arbeitskreise der Aktionsgemeinschaft „Vogelwelt“, „Pflaumenbäume Grimmesdorfer Weg“ und „Adendorf summt und blüht“ haben sich dem Landschaftsschutz und der Artenvielfalt verschrieben. Mit dem Kindergarten wird das Pflaumenbaum-Projekt am Grimmersdorfer Weg vorangebracht, unterstützt von den Mitgliedern des Wachtberger Streuobstwiesenvereins. „Rund 20 Mitglieder unserer Aktionsgemeinschaft sind mit mir zusammen sehr aktiv“, erzählt Perkams in dem mit Blumen und Pflanzen gestalteten Hof ihres Fachwerkhauses. „Schauen Sie sich doch mal die Baumscheiben an der Töpferstraße an. Da haben wir das Unkraut herausgeholt und Stauden gepflanzt“ sagt Perkams und möchte die Gemeinde Wachtberg gleichzeitig daran erinnern, den Baumbestand in den Baumscheiben zu erneuern. Viele weitere nicht aktive Mitglieder unterstützen die Aktionsgemeinschaft zusätzlich.

In den nächsten Monaten hätte es viele Veranstaltungen gegeben, die Perkams gerne besucht hätte. Wegen Corona ist alles abgesagt worden, auch das für den 13. September anstehende Heimatfest in Adendorf. Fit hält sie sich nun auf ihrem roten E-Bike – und sagt scherzhaft, dass die den „den Radius rund um Adendorf enorm vergrößert“ habe.

Bei der nächsten Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft möchte die Gründungsvorsitzende allerdings nicht mehr erneut zur Wahl der Vorsitzenden antreten. Sie möchte die Aufgaben nun in jüngere Hände legen – sich aber weiter etwa für die Natur in Wachtberg einsetzen und dafür werben.