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Bonn: Karstadt verschickt Kündigungen

Aus in Bonn ist besiegelt : Karstadt-Konzern verschickt Kündigungen

Das endgültige Aus für Bonn ist besiegelt: Der Kaufhauskonzern hat den Mietvertrag mit Aachener Grund beendet. Die Angestellten müssen zum 31. Oktober gehen.

Die Kündigung des Mietvertrages für das Bonner Karstadt-Haus ging offenbar erst am Mittwochnachmittag beim Eigentümer Aachener Grund ein. Damit ist das Ende des Standortes endgültig besiegelt. Die Immobiliengesellschaft hatte nach eigenen Angaben zuletzt einen 20-jährigen Mietvertrag zu einer um mehr als die Hälfte reduzierten Miete angeboten, um das Traditionskaufhaus  in Bonn zu halten.

Zusätzlich hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan gemeinsam mit dem Bonner Stadtrat die Erbbauzinsen um ein Drittel gesenkt, die Aachener Grund jährlich als Grundstückspacht an die Stadt entrichten muss. An der Entscheidung des Kaufhauskonzerns hat das nichts geändert.

 Am Mittwoch hätten die Mitarbeiter die Kündigungen erhalten, sagte Verdi-Sekretärin  Jana Zorn. Damit müssen sie zum 31. Oktober das Unternehmen verlassen. Auch hatte die Unternehmensleitung den Bürgermeistern der Städte, in denen Filialen geschlossen  werden, mitgeteilt, dass diese Häuser nicht mehr zu retten seien, berichtet die Fachzeitschrift  „Textilwirtschaft“.

Es geht um 50 Filialen, darunter neben Bonn auch Karstadt in Gummersbach, die früheren Kaufhof-Filialen in Brühl und im Rhein-Center in Köln-Weiden sowie Karstadt Sports in der Kölner Schildergasse. Ursprünglich wollte der Warenhauskonzern, der zur österreichischen Signa-Gruppe gehört, 80 von 172 Filialen zumachen. Nach Zugeständnissen der Vermieter wurde diese Zahl auf 50 reduziert. Unter anderem bleibt eine Filiale in Leverkusen erhalten.

Besonders hart trifft es die Mitarbeiter von Karstadt Sports, wie Gewerkschaftssekretärin Zorn berichtet. Weil es an Vermögen fehle, stünden hier für Abfindungen insgesamt nur 500 000 Euro zur Verfügung. Geschlossen werden 20 Filialen mit insgesamt 600 bis 700 Mitarbeitenden, darunter 39 in Köln. Demnach bekämen die Mitarbeiter im Schnitt 800 Euro, womöglich nur rund 715 Euro. Für eine Transfergesellschaft fehlen angeblich die Mittel.