“Im Rückspiel will ich meine Mannschaft marschieren sehen“ Die Stimmen zum FC-Spiel

Köln · Nach der 1:2-Niederlage gegen den Fehérvár FC gaben sich die Kölner Protagonisten enttäuscht, aber auch kämpferisch. Die Stimmen zum Spiel.

“Im Rückspiel will ich meine Mannschaft marschieren sehen“: Die Stimmen zum FC-Spiel
Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Überraschend hat der 1. FC Köln das Hinspiel der Playoffs der Conference League gegen Fehérvár FC verloren. Dementsprechend enttäuscht gaben sich Spieler und Verantwortliche.

Luca Kilian: Es ist schwierig nach so einem Spiel. Unsere Gegner haben nichts für das Spiel getan und sich von Anfang an hinten eingeigelt. Selbst in Überzahl haben sie nichts Vernünftiges angeboten. Wir werden im Rückspiel richtig Gas geben und versuchen, das Ding noch zu drehen. Eine rote Karte ist immer unglücklich. Wenn wir 70 Minuten in Unterzahl spielen, erst recht. Aber sowas muss man als Team versuchen, aufzufangen. Dass wir dann direkt zwei Tore bekommen, hat natürlich nicht geholfen. Nach der Halbzeit ist dann wieder mehr Stabilität reingekommen und wir haben versucht, mit zehn Mann weiter aufs Tor zu spielen. Wir haben es immer wieder versucht, aber jetzt müssen wir das 1:2 mitnehmen und im Rückspiel zurückkommen. Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir uns für heute mehr vorgenommen haben. Wir wollten die Leute mitreißen. Das haben wir geschafft. Wir wollten einen Sieg mitnehmen und eine gute Grundlage für das Rückspiel legen. Das haben wir nicht geschafft. Aber jetzt müssen wir unsere Beine in die Hand nehmen, Gas geben und im Rückspiel zurückschlagen.

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Foto: dpa/Marius Becker

Marvin Schwäbe: Ob die rote Karte berechtigt war, will ich nicht beurteilen. Danach mussten wir umstellen, an der Abstimmung hat es trotzdem nicht gefehlt. Wir hatten ein paar unglückliche Situationen. Bei beiden Toren war allerdings auch viel Glück dabei: Beim ersten setzt sich der Stürmer nur knapp im Kopfballduell durch, beim zweiten geht der Ball vom Innenpfosten rein. In Unterzahl war es dann natürlich schwierig, den Rückstand aufzuholen. Nichtsdestotrotz haben wir über weite Strecken sehr gut verteidigt und nach vorne gespielt. Jetzt gilt es, weiterzumachen und das Ding kommende Woche im Rückspiel zu drehen. Dass die Fans uns bis zur letzten Sekunden angefeuert und nach dem Spiel Mut gemacht haben, tut natürlich gut. Auch die Choreo vor dem Spiel war einzigartig, da freut man sich auf mehr. Das ist auch unser Anspruch für die nächste Woche – mehr geben, damit wir weitere internationale Spiele zu Hause spielen dürfen.

Steffen Baumgart: Glückwunsch an den Gegner. Wir sind mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden. Die ersten zwanzig Minuten waren in Ordnung. Wir haben es nach dem Platzverweis nicht geschafft, die Ordnung zu finden und den Gegner so zu stellen, dass er nicht in die Situationen kommt. Da muss ich sagen, dass der Trainer noch lernen muss. Er hat noch nicht die Erfahrung, in diesen Situationen immer richtig zu reagieren. In der zweiten Halbzeit sind solche Situationen dann nicht mehr vorgekommen. Die Gegner haben es nach der Führung gut verteidigt. Wir müssen jetzt das Rückspiel für uns nutzen. Das wird nicht einfach, aber wir setzen alles daran, das Spiel zu gewinnen. Die Gruppenphase bleibt unser Ziel. Wir haben das Spiel von Beginn an gut gestaltet. Die Situation (Rote Karte) kam aus dem Nichts. Die Gegentore fallen so natürlich nicht jede Woche. Im Rückspiel will ich meine Mannschaft marschieren sehen – mit etwas Wut, aber auch mit klarem Kopf. In der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht.

1. FC Köln - Fehérvár FC
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Zur roten Karte: Als Spieler musst du anders reagieren. Wir müssen lernen, dass es unnötig ist, in so einer Situation hopp oder top zu spielen. Er hätte mitlaufen können. Er hätte aber auch unserem Torwart vertrauen können, dass er im Eins gegen Eins hält. So hast du die Bürde der Roten Karte und in unserem Fall heute auch noch zwei Gegentore. Unsere Jungs waren noch nicht oft in einer solchen Situation. Jeff ärgert es am meisten. Ich als Trainer muss den Jungs sagen, was man in diesen Situationen besser machen kann. Mitlaufen, den Druck aufrechterhalten, dem Torwart vertrauen. Es ist immer am wichtigsten, dass du mit elf Leuten auf dem Platz stehst.

Jonas Hector: Ich glaube, das 1:2 ist ein bisschen unnötig. Wir fallen eher, anstatt nach vorne zu verteidigen. Er trifft ihn natürlich überragend. Das 1:1 spielen sie gut aus, da hat man gesehen, dass ein Mann mehr auf dem Feld ist. Bei den Möglichkeiten, die wir hatten, hat uns ein bisschen das Glück gefehlt, sodass wir hier mit einer Niederlage vom Platz gehen. Es wurden aber schon ganz andere Ergebnisse gedreht. Wir waren die ersten 20 Minuten überlegen und daran müssen wir anknüpfen nächste Woche. Wir waren überlegen mit zehn Mann und da ist auf jeden Fall was drin. Wir haben sehr gut begonnen und 1:0 geführt. Dann haben wir die Rote Karte bekommen und die schießen gefühlt nur zweimal aufs Tor. Wir waren dann auch in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, aber haben es nicht mehr geschafft das Spiel zu drehen. Ich bin aber sehr optimistisch, dass, wenn wir unsere Leistung in Ungarn auf den Platz bringen, wir das noch drehen können.

Thomas Kessler: Ich glaube, dass die Jungs heute trotzdem ein vernünftiges Spiel gemacht haben. Es war kein gutes Spiel, aber es ist dann auch nicht einfach, mit zehn Mann gegen eine tief stehende Mannschaft. Es ist Halbzeit. Wir haben noch ein Spiel in Ungarn und ich bin guter Dinge, dass wir das Spiel da noch drehen können. Entschieden hat die Rote Karte das Spiel wohl nicht. Ich glaube schon, dass wir die Qualität haben, auch in Unterzahl noch ein Tor zu schießen, aber das ist uns leider nicht gelungen. Man muss sagen, dass es eine Eins-gegen-Eins-Situation ist, wo man immer mal im Zweikampf zu spät kommen kann. Ob das hart oder berechtigt war, kann ich jetzt aus meiner Sicht noch nicht bewerten, weil ich die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen habe.

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