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Schienenersatzverkehr zwischen Köln und Bonn: Bahn stark eingeschränkt

Bauarbeiten im Juli und August : Große Einschränkungen für Pendler zwischen Köln und Bonn

Seit Mitte Juli müssen Pendler zwischen Bonn und Köln viel Geduld mitbringen. Der Grund sind Arbeiten nördlich von Bonn. Wer aktuell die Bundesstadt erreichen will, muss den Schienenersatzverkehr nutzen.

Bahn-Reisende zwischen Bonn, dem Vorgebirge und Köln müssen sich in den Sommerferien – konkret seit Samstag, 18. Juli, und bis Samstag, 15. August, – auf massive Einschränkungen einstellen. Grund dafür sind umfangreiche Bauarbeiten auf der Strecke, über die Vertreter der Bahn und des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) informiert hatten.

Dies hat nun Auswirkungen auf Nah- und Fernverkehr in der Region. Die Stadt Bonn etwa ist aus Richtung Norden während der Bauarbeiten schwieriger zu erreichen, oft fahren Busse als Schienenersatzverkehr (SEV). Auf folgende Änderungen müssen sich Reisende einstellen:

  • RE5: Der RE5 fällt zwischen Bonn und Sechtem aus, dafür fahren Ersatzbusse. Während der Bauarbeiten hält der RE5 auch in Sechtem zur Fahrt von beziehungsweise nach Norden. In Richtung Koblenz entfällt bis einschließlich 9. August der Halt in Köln-Süd. Am 29. Juli fallen die Regionalexpresse sogar zwischen Bonn und Köln aus, dafür wird ein Ersatzverkehr zwischen Bonn und Hürth-Kalscheuren eingerichtet, mit Anschluss an RE22/RB24.
  • RB26: Die Linie fällt zwischen Sechtem und Bonn aus, dafür fahren Busse. Zwischen Köln und Sechtem sowie Bonn und Remagen fahren die Züge zu leicht geänderten Fahrzeiten. Von Köln nach Sechtem entfallen bis zum 9. August die Halte in Köln-West und Köln-Süd. Der Nachtverkehr zwischen Köln und Bonn entfällt. Am 29. Juli fallen die Regionalbahnen ebenso zwischen Köln und Bonn aus. Zu beachten ist, dass es teilweise zu einem Linientausch zwischen Mittelrheinbahn und National Express kommt. National Express übernimmt  einige Fahrten der RB26 zwischen Sechtem und Köln-Dellbrück. Die Fahrten der Linie RE 5 zwischen Koblenz und Bonn werden von der Mittelrheinbahn übernommen. Fahrgäste sollten daher  auf die Linienbezeichnungen an den Fahrzeugen achten, da die Fahrzeuge des jeweils anderen Betreibers eingesetzt werden.
  • RB48: Die Linie RB48 entfällt zwischen Köln und Bonn-Mehlem.
  • Eifelstrecke: Die Züge auf der Eifelstrecke fahren in Richtung Euskirchen ohne Halt in Köln-West und Köln-Süd. Morgens und abends entfallen einige Zusatzzüge. Betroffen sind hier die Linien RE 12, RE 22 und RB 24.
  • RB30: Die Ahrtalbahn entfällt aufgrund von Bahnsteigarbeiten in Oberwinter zwischen Bonn und Remagen.
  • Fernverkehr: Die Fernverkehrszüge halten nicht in Köln Hauptbahnhof, Bonn-Hauptbahnhof, Remagen und Andernach. Ersatzweise halten die Züge mit geänderten Fahrzeiten in Köln-Messe/Deutz, die IC- und EC-Züge halten zusätzlich in Beuel. Die ICE-Direktverbindungen von und nach Berlin entfallen zwischen Bonn und Köln. Die ICE-Züge auf der rechtsrheinischen Schnellfahrstrecke sind nicht betroffen.
  • Ersatzbusse: Zwischen Bonn und Sechtem kommt ein Schienenersatzverkehr mit Gelenkbussen zum Einsatz. Die Busse verkehren im 15-Minuten-Takt und halten in Bonn an der Bushaltestelle Colmantstraße/Hauptbahnhof. Davon verkehren jeweils zwei Busse pro Stunde als Direktbus ohne Halt in Roisdorf. Zudem werden teilweise Fahrten zwischen Bonn und Hürth-Kalscheuren eingerichtet. Dies betrifft vereinzelt morgendliche Fahrten und Nachtfahrten sowie am 29. Juli den ganzen Tag. Am 29. Juli fahren zudem Direktbusse ohne Zwischenhalte zwischen Bonn und Hürth-Kalscheuren.

NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek räumte ein, dass es hohe Einschränkungen für die Reisenden gebe. Allerdings seien die Arbeiten dringend notwendig und der NVR begrüße jede Investition in die Schieneninfrastruktur.

Oberleitungsanlage müsse dringend erneuert werden

So wird die Oberleitungsanlage in drei Bauabschnitten auf einer Gesamtlänge von 25 Kilometern erneuert. Die vorhandene Anlage ist Baujahr 1958 und ist nach Angaben von Thomas Kayser, Projektleiter bei der Bahn, akut erneuerungsbedürftig. Mit täglich mehr als 350 Zugfahrten (Nah-, Fern- und Güterverkehr) ist die veraltete Technik zwischen Bonn und Köln laut Kayser überlastet. „Wir mussten dringend tätig werden“, so Kayser.

In Vorarbeiten hat die Bahn bereits die Fundamente für 320 neue Oberleitungsmaste gebaut und einen Großteil der neuen Stahlmaste aufgestellt. In den Sommerferien werden auf den Streckenabschnitten Hürth-Kalscheuren bis Brühl, Sechtem bis Roisdorf sowie Roisdorf bis Bonn die Befestigungen und Anbauteile an den Masten befestigt sowie Fahrdraht und Kettenwerk montiert. Ebenso werden an vier Brücken Barrieren erneuert, um den Sicherheitsbereich zur neuen Oberleitung besser abzuschirmen. Laut Kayser sind dafür drei große Fachfirmen gleichzeitig im Einsatz. Besonders lärmintensiv seien die Arbeiten nicht, und die lautesten Arbeitsphasen sollen tagsüber erfolgen.

Dazu kommen laut Kayser noch Vorarbeiten für den Einsatz einer neuen Zugsicherungstechnik sowie letzte Arbeiten an den Lärmschutzwänden in Roisdorf. Laut Bahn kostet die Modernisierung der Oberleitungsanlage alleine im Jahr 2020 18 Millionen Euro. Der Abschnitt zwischen Brühl und Sechtem wurde bereits 2018 erneuert. 2025 steht die Modernisierung der Oberleitungen in den Bahnhöfen Brühl, Sechtem und Roisdorf auf dem Programm.

Mit Aufklebern, Bannern und Plakaten in Zügen und Bahnhöfen sollen die Reisenden über die Bauarbeiten informiert werden. Zudem finden sich die Änderungen laut NVR bereits in den Online-Auskunftssystemen.