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Mitgliederversammlung des 1. FC Köln: FC-Präsident Wolf: „Wir werden uns nicht vertreiben lassen“

Mitgliederversammlung des 1. FC Köln : FC-Präsident Wolf: „Wir werden uns nicht vertreiben lassen“

Rund 2000 Mitglieder haben am Samstag an der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln vor Ort oder virtuell teilgenommen. Themen waren unter anderem der Ausbau des Geißbockheims sowie ein neu gewählter Mitgliederrat. FC-Präsdient Werner Wolf fand deutliche Worte.

Die Verantwortlichen des 1. FC Köln hatten eine deutlichere Sprache zum Thema Ausbau des Geißbockheims angekündigt, auf der Mitgliederversammlung am Samstag machte FC-Präsident Werner Wolf sein Versprechen wahr. Sieben Jahre ziehen sich die Planungen des FC, passiert ist wenig. Der FC warf der Stadt Wortbruch vor. Die Planung des Ausbaus ist laut FC vom Stadtrat rechtskräftig verabschiedet worden. „Trotz der klaren Rechtslage haben wir in den vergangenen Monaten immer unsere Gesprächsbereitschaft gezeigt und waren sogar offen für alternative Standorte“, sagte Wolf. „Das Ergebnis: Ganz eventuell wäre vielleicht am Rande des Großmarkt-Geländes in Marsdorf eine Restfläche verfügbar. Marsdorf kommt überhaupt nicht in Frage.“

Zumal nur Platz für Umkleiden und Plätze, aber nicht für das Nachwuchsleistungszentrum geblieben wären. „Die Stadt sagt also im Klartext: Es gibt in Köln keinen Platz für den 1. FC Köln. Keinen anderen Platz als das Geißbockheim. Der 1. FC Köln ist ein fester Teil dieser Stadt und will es auch bleiben. Aber will die Stadt das auch? Wir werden uns nicht aus unserer Heimatstadt vertreiben lassen“, so Wolf weiter. „Wenn über 111 000 Mitglieder gemeinsam ihre Stimme erheben, werden wir gehört werden. Liebe Frau Reker, liebe Grüne, liebe CDU, liebe Volt: Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und den Entscheidungen und den Worten Taten folgen zu lassen“, lautete der Appell an die Politik. Von den 111 000 Mitgliedern waren allerdings nur wenige zugegen. 500 Mitglieder waren in der Lanxess Arena vor Ort, 1500 hatten sich an ihren Endgeräten zugeschaltet. „Für den Aufwand und dafür, dass ein wichtiges Organ gewählt wird, hätte ich mir mehr Teilnahme gewünscht“, sagte Wolf.

Finanzbericht von Geschäftsführer Wehrle

„Wir haben das Gefühl, der 1. FC Köln ist innerhalb der Stadtgrenzen nicht mehr erwünscht. Wir müssen lauter werden. Denn jetzt ist Schluss“, sagte FC-Finanzboss Alexander Wehrle. Der 46-Jährige legte zudem die Bilanz für das Geschäftsjahr 20/21 vor und präsentierte auf den ersten Blick positive Zahlen. Mit einem Umsatz von 140,6 Millionen Euro und einem Verlust von 3,9 Millionen Euro verbesserte der FC die Bilanz zum Vorjahr. Damals belief sich der Verlust uf knapp 24 Millionen Euro. „Diese enorme finanzielle Belastung konnte neben entsprechenden Kosteneinsparungen und den erneut eingeleiteten Gegenmaßnahmen wie dem Gehaltsverzicht von Spielern und Verantwortlichen nur durch Sondererträge in Form der Forfaitierung von Sponsoringerlösen oder konzerninterner Umstrukturierungen abgemildert werden“, sagte Wehrle. Unter anderem generierte Köln Gelder aus Genuss- und Cateringrechten. Dennoch sprach der FC-Geschäftsführer von einem hohen Substanzverlust, betonte jedoch auch, dass „die Finanzierung der laufenden Spielzeit gesichert“ sei.

Positive Entwicklung im sportlichen Bereich

Positiv sieht der Vorstand die Entwicklung im sportlichen Bereich unter FC-Trainer Steffen Baumgart. „Alle Gremien waren einstimmig überzeugt davon, dass Steffen Baumgart der richtige Trainer für den FC ist. Wir durften erleben, wie er alle Erwartungen übertroffen hat“, sagte Vizepräsident Eckard Sauren. „Wir durften erleben, wie er alle Erwartungen übertroffen hat. Das misst sich nicht nur in Punkten und im Spaß, den das Auftreten der Mannschaft macht.“ Der Kölner Trainer war unter Applaus und Ovationen begrüßt worden.

Zu den weiteren wichtigen Punkten gehörte unter anderem eine Satzungsänderung, die es den Mitlgiedern ermöglicht, bereits ab dem ersten Prozent über Anteilsverkäufe zu entscheiden. Zudem wurde der Mitgliederrat gewählt. Alle 15 Posten wurden besetzt. Unter anderem von Harald Konopka. Der ehemalige FC-Profi erhielt mit 81 Prozent die meisten Stimmen.